Vegetarische Ernährung auf Reisen

Ich bin dann mal veg!

Du bist vegetarisch unterwegs? Dann weißt du bereits, dass vegetarisch reisen und speisen zwar eine Herausforderung, aber längst kein Hindernis ist. Was also tun, wenn dich das Fernweh packt? Dieser kleine Guide versorgt dich mit den wichtigsten Reiseinfos, hilft dir bei der vegetarischen Völkerverständigung und macht richtig Appetit auf die Ferne!

V wie vegetarisch und Vorbereitung

Am Anfang steht die Recherche. Aber keine Angst: Wir reden hier nicht etwa von Stunden, sondern von weniger als zehn Minuten. Mehr Zeit brauchst du nicht, um dich vor Abflug im Internet über traditionelle vegetarische Gerichte zu informieren, die in deinem Reiseziel auf den Tisch kommen. Zieht es dich nach Südafrika, kannst du dich auf „Pap en Sous“ freuen, einen leckeren Maisbrei mit Tomaten-Zwiebelsoße. In Costa Rica wird zum Beispiel „Gallo Pinto“ gegessen: eine bunte Mischung aus Reis und schwarzen Bohnen, die mit Rührei, Käse, Zwiebeln, Salsa und Tortillas serviert wird. Und in Spanien steckt hinter dem Namen „Tortilla Española“ ein unglaublich leckeres Kartoffelomelette, zu dem du nicht Nein sagen solltest.

Traumländer für Vegetarier

Indien ist nicht nur ein Paradies für Gewürze, sondern auch für Vegetarier. Hier ernähren sich rund 40 Prozent der Bevölkerung, also ganze 500 Millionen Menschen, rein vegetarisch. Das bedeutet im Umkehrschluss: Auf der Speisekarte wirst du leuchtende Augen bekommen. Vom Linsencurry „Dal“ über den gebackenen Käse „Paneer Pakora“ bis hin zum gebratenen Gemüse „Sabji“ – hier ist ein vegetarisches Gericht leckerer als das andere. Doch nicht nur Indien ist ein heiliger Gral der vegetarischen Küche, auch in Taiwan und Thailand leben überdurchschnittlich viele Vegetarier und finden sich deshalb auch hier unglaublich viele vegetarische Leckerbissen auf der Speisekarte.

Vegetarische Völkerverständigung

Du bist mehr der Abenteuertyp, der sich von Kultur und Kulinarik überraschen lassen will? Kein Problem. Ein „Vegan Passport“, den es in Buchform oder als App gibt, überwindet jede Sprachbarriere: Er erklärt in 72 Sprachen (von Arabisch bis Zulu), welche Zutaten du als Veganer beziehungsweise Vegetarier meiden möchtest. Damit ist es kein Problem mehr, Einheimischen in Ihrer Landessprache zu erklären, dass du kein Fleisch isst. Eine gute Alternative dazu ist das „OhneWörterBuch“ von Langenscheidt. Hier gibt es kleine Tiersymbole, auf die du im Restaurant kopfschüttelnd zeigen kannst. Von diesem Buch gibt es auch eine vegane Variante: Der „Vegan Monkey: Your Vegan Travel Assistant“ ist ein Bilderbuch, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert.

Gesucht, gefunden: Vegetarische Restaurants

Dein bester Freund bei der vegetarischen oder veganen Nahrungsbeschaffung in der Ferne ist die App „Happy Cow“: Sie listet Zehntausende vegetarische Restaurants und Cafés rund um den Globus auf. Die Funktionsweise ist ganz ähnlich zu Google Maps: Gib ganz einfach deinen Standort an und schon siehst du alle vegetarischen und veganen Restaurants in nächster Nähe, inklusive kurzer Beschreibungen und Fotos. Einfacher geht’s nicht!

Die besten Geheimtipps, was vegetarisches Essen angeht, sowie eine kurzweilige Reiselektüre findest du in vegetarischen Reise-Bloggs. Kennst du schon „Transglobal PAN Party“, „the vegan word“, „Tofukind“ oder „Veltenbummler“? Diese sind definitiv einen Klick wert! Eine offline-Alternative gibt es selbstverständlich auch: Für viele Städte kannst du online oder Last Minute am Flughafen vor Ort vegetarische Reisführer kaufen, die das Leben und das Reisen noch einfacher machen

Fühlt sich wie Zuhause an: Vegetarische Hotels

Hotels, die rein vegetarisches Essen servieren sind längst kein Wunschtraum mehr. Eine tolle Plattform, um diese Perlen zu finden, ist „Veggie Hotels“. Diese findet für dich in über 60 Ländern Gasthäuser, Hotels und Pensionen, bei denen vegetarisches und veganes Essen auf der Speisekarte steht. Dein Geldbeutel gibt einen Hotelaufenthalt nicht her? Dann miete dir doch eine Ferienwohnung, in der du selbst kochst. So hast du – im wahrsten Sinne des Wortes – wirklich alles selbst in der Hand. Inspiration für deine Urlaubsküche findest du auf den traditionellen Food-Märkten vor Ort. Oder aber du bestellst dir schon vor deiner Reise ein vegetarisches Kochbuch mit Rezepten aus deinem Urlaubsland.

Vegetarisches Essen im Flieger

Damit das überwältigende Gefühl von grenzenloser Freiheit über den Wolken nicht von Magenknurren gestört wird, solltest du deine Reise nur bei Airlines buchen, die vegetarische Sondermenüs anbieten. Auch nicht vergessen solltest du, spätestens 72 Stunden vor Flugbeginn anzumelden, dass du kein Standardmenü haben möchtest. Die einzige Ausnahme ist Air India: Da hier ausschließlich vegetarische Speisen serviert werden, erhältst du – automatisch und ganz ohne dein Zutun – ein vegetarisches Menü im Flugzeug serviert. Ein Traum!

Vegetarische Menüs gibt’s bei diesen Airlines:

Air Canada, Air France, Air India, Air New Zealand, American Airlines, Virgin Atlantic, British Airways, Condor, Continental Airlines, Delta Airlines, Emirates, Delta Airlines, Iberia, KLM, Lufthansa, Malaysia Airlines, Scandinavian Airlines, Singapore Airlines, South African Airways, United Airlines, US Airways & Virgin Atlantic

Dieses Essen kommt im Flieger für dich in Frage:

Asian Vegetarian Meal (AVML): Vegetarisches Essen indischer Art (stark gewürzt!) Fruit Platter (FPML): Früchteplatte Jain Meal (JNML): Veganes Essen aus Obst und Gemüse, das nicht unter der Erde wächst Raw Vegetarian Meal (RVML): Vegetarisches Rohkostessen Vegetarian Meal Non Dairy (VGML): Veganes Essen Vegetarian Lacto-Ovo Meal (VLML): Vegetarisches Essen Vegetarian Oriental Meal (VOML): Vegetarisches Essen orientalischer Art Western Vegetarian Meal (WVML): Vegetarisches Essen europäischer Art

Vegetarisches Essen im Gepäck

Du willst auf Nummer sicher gehen und dir ein kleines vegetarisches Notfallpaket aus Aufstrichen, Trockenfrüchten, Nüssen und Co. von Zuhause mitnehmen? Dann solltest du vorab unbedingt die Einfuhrbestimmungen studieren. Diese machen es nämlich oft gar nicht so einfach, Essen aus deiner Heimat mitzubringen.

Innerhalb der EU ist es unkompliziert, denn du kannst – selbst im Handgepäck – feste Lebensmittel wie Brot oder Äpfel problemlos von Zuhause mitbringen. Reist du nach Australien sieht das Ganze schon etwas ganz anders aus: Hier ist es absolut verboten, Obst, Nüsse und Milchprodukte mitzubringen. Die Amerikaner sind da etwas gelassener, solange du dein Essen im Koffer und Handgepäck vorher anmeldest. Tust du das nicht, drohen dir hohe Strafen. Wie du an diesen Beispielen sehr schön sehen kannst, sind die Bestimmungen von Land zu Land völlig unterschiedlich. Das heißt an einer kurzen Vorabrecherche kommst du leider nicht vorbei.

Veggie-Food-Fakten aus aller Welt

Deine Reise kann losgehen? Dann haben wir hier noch ein paar kurze Fakten, die dir die Wartezeit auf deinen Flug verkürzen!

  • In Taiwan sind Einheimische dazu angehalten, einen Tag pro Woche auf Fleisch zu verzichten. Das hat die Regierung so vorgeschrieben.
  • Ketchup, ursprünglich kê-tsiap, stammt aus Südostasien. Damals sah der beliebteste Dipp der Welt aber noch völlig anders aus: Er bestand nicht etwa aus Tomaten, sondern aus der Flüssigkeit von fermentierten Fisch.
  • In Indien werden Fleischesser „Nicht-Vegetarier“ genannt. Alleine an diesem Fakt lässt sich ablesen, dass nirgendwo anders auf der Welt so wenig Fleisch wie dort gegessen wird.
  • In Jamaika ernähren sich Rastafaris nach dem „I-Tal“-Prinzip. Dieses schreibt vor, nur „natürlich und sauber“ zu essen, um so mehr Lebensenergie zu gewinnen. Das Ergebnis: Viele halten sich nicht nur von Alkohol und Tabak, sondern auch von Fleisch fern.
  • Schon gewusst? Nur 10 Prozent der Amerikaner sind Vegetarier. Die vegetarischsten Städte sind Seattle, Portland und San Francisco.

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