Heimweh - emotionale Turbulenzen bei der Eingewöhnung an der High School

Die Vorbereitung auf deinen Auslandsaufenthalt an der High School hat viel Zeit in Anspruch genommen. Die Abreise konntest du kaum erwarten. Doch kaum angekommen im Gastland, bremst dich irgendwas ganz gewaltig aus und versetzt deiner Begeisterung einen ordentlichen Dämpfer: Du fühlst dich unwohl, bist oft lustlos und würdest dich am liebsten den ganzen Tag im Bett vergraben.

Was ist los mit mir, fragst du dich. Denn so kennst du dich eigentlich gar nicht. Kann es sein, dass dich Heimweh plagt?

Checkliste: Ist das Heimweh

Jeder kann Heimweh bekommen und fast jeder hat es auch tatsächlich schon gehabt. Bei jedem fällt es auch unterschiedlich aus und es kann einen nur ganz leicht oder auch so richtig heftig „durchschütteln“.

Wenn du mehrere dieser Anzeichen an dir beobachtest, könnte es gut sein, dass das Heimweh dich erwischt hat:

  • Du bist ständig mies drauf, ohne dass es dafür einen konkreten Grund gibt.
  • Du schläfst schlecht.
  • Du bist appetitlos.
  • Du hast oft Bauchschmerzen oder Kopfweh.
  • Du hast keine Lust, was zu unternehmen, Leute zu treffen oder Neues auszuprobieren.
  • Du hängst ständig in den sozialen Netzwerken und verfolgst, was deine Freunde zu Hause posten.
  • Du würdest am liebsten den ganzen Tag mit deiner Familie skypen.

Warum entsteht Heimweh

Zunächst mal: Heimweh ist etwas ganz Normales. Wer Heimweh hat, ist weder ein Weichei noch kindisch und hat überhaupt keinen Grund, sich zu schämen und es zu verstecken.

Heimweh entsteht, wenn wir unsere gewohnten Lebensumstände hinter uns lassen. Denn: Menschen sind Gewohnheitstiere, wir umgeben uns gerne mit vertrauten Gesichtern und Dingen, sitzen im Bus immer auf dem gleichen Platz und gehen zum Eis Essen in unsere Lieblingseisdiele mit der guten Musik. Das alles gibt uns Sicherheit und macht unser Gefühl von „Zuhause Sein“ aus – ganz abgesehen von der Nähe zu unseren Eltern, Geschwistern, Freunden und auch Haustieren.

Auch unsere festen Gewohnheiten und Rituale tragen zu unserem Wohlbefinden bei: das Fußballtraining jeden Mittwochnachmittag, die Shopping Tour mit der besten Freundin am Samstag oder der Filmabend mit deinem älteren Bruder am Sonntag.

Wer wegen des High-School-Aufenthalts viele oder gar alle seine Gewohnheiten und Rituale aufgibt, verliert erst mal das „Gerüst“, in dem er sich sicher und geborgen fühlt. Und genau das passiert natürlich besonders intensiv, wenn du dich für einen längeren Aufenthalt im Ausland befindest: 1.000 kleine Sachen in deinem Zimmer, die dir lieb sind, fehlen bei der Gastfamilie. Der gewohnte Blick aus dem Fenster ist plötzlich nicht mehr da. Die fremde Sprache den ganzen Tag ist anstrengend, du verstehst auch nicht alles 100-prozentig und musst oft nachfragen. Die Essgewohnheiten sind anders – und ehrlich gesagt fehlt dir sogar dein Lieblingsmüsli beim Frühstück.


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Warum ist mir das vorher nicht passiert?

Die Übernachtungen beim besten Freund, die Klassenfahrt nach Rom oder das Trainingslager mit dem Fußballverein in Berlin: Dein High-School-Trip ist nun wirklich nicht das erste Event, das dich von zu Hause wegführt. Sowas wie Heimweh hattest du aber noch nie – warum also jetzt?

Ganz einfach: Alle diese „Ausflüge“ haben dich nur teilweise auf den High-School-Aufenthalt vorbereitet, denn an denen waren immer nur wenige Faktoren wirklich neu: Bei deinem besten Freund war es das ungewohnte Bett, auf der Klassenfahrt waren deine vertrauten Lehrer und Schulfreunde immer in deiner Nähe und im Trainingslager kanntest du deine Vereinskumpel in- und auswendig.

Außerdem: Der andere Stadtteil, in dem dein Freund wohnt, selbst Berlin oder Rom sind noch „vorstellbare“ Entfernungen. Jetzt bist du nicht nur in einer anderen Stadt, einem anderen Land, sondern gleich mal auf einem anderen Kontinent – gefühlt könnte es eigentlich auch gleich ein anderer Planet sein. Und bei kürzeren Reisen kann man das miese Frühstück in der Jugendherberge einfach als netten Anlass für einen Foto-Post inklusive ironischem Kommentar nutzen. Sind die Betten unbequem, freut man sich halt darauf, dass man in 5 Tagen wieder im eigenen Bett liegt.

Bei einem Aufenthalt von drei, sechs oder gar zwölf Monaten an der High School funktioniert das nicht mehr so easy: Das miese Frühstück ist keine kleine Anekdote mehr und auch beim unbequemen Bett hilft kein Ignorieren: Stattdessen bist du gefordert, dich an diese Umstände für einen längeren Zeitraum anzupassen, dich daran zu gewöhnen und sie voll und ganz zu akzeptieren.

Schwierigkeiten mit der Gastfamilie oder vielleicht der Tag, an dem du den Geburtstag deiner besten Freundin verpasst, sind dann häufig der „letzte Tropfen“, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt: Das Heimweh packt dich heftig und verleidet dir das Leben ganz schön …

Bloß nicht hinschmeißen: Was hilft gegen Heimweh?

Heimweh fällt mitunter richtig heftig aus und jeder Tag mehr fern von zu Hause fühlt sich wie eine halbe Ewigkeit an. In diesem Zustand noch 10 Monate in den USA bleiben? Unmöglich!, denkst du. Die gute Nachricht ist: Es gibt eine ganze Menge Gegenmaßnahmen, die dir helfen, dein Heimweh zu überwinden – und dein High-School-Jahr zu einer rundum positiven Erfahrung zu machen!

Das fängt schon im Vorfeld damit an, die High School auszusuchen, die dir am besten gefällt. In unserem High-School-Katalog kannst du genau nachsehen, welche High School was genau zu bieten hat – Du wirst sehen, das Angebot ist riesig und auch für deine Vorlieben findet sich das passende Angebot!

Mit diesen 10 Tipps ist dein Heimweh an der High School bald vergessen – wetten?!

  1. Realistische Erwartungen

    Weg von zu Hause, keine Regeln, keine Kontrolle – endlich frei! Wer mit diesen Erwartungen antritt, wird bald merken: Auch das Gastland ist kein Paradies. In der Gastfamilie gibt es ebenfalls Regeln, an die du dich halten musst und auch hier erwartet man von dir, dass du Pflichten im Haushalt übernimmst und dich an Absprachen hältst.

    In der High School nicht anders: Pünktlich zum Unterricht erscheinen, die Hausaufgaben erledigen oder dich auch mit Mitschülern arrangieren, die dir nicht so liegen – eigentlich auch nicht viel anders als zu Hause… Mit anderen Worten: Die Abreise ins Gastland ist kein Aufbruch in eine ideale Welt voller Freiheiten. Wer sich das schon vorher klarmacht, wird weder überrascht noch enttäuscht sein, wenn er auch hier nicht nur machen kann, was er will. Unser Tipp: Am besten mit so wenigen klaren Erwartungen wie möglich losreisen und im Gastland ohne Vorurteile schauen, was auf dich zukommt. Das ist der größte Garant für eine positive Grundstimmung!
     
  2. Hobbys mitnehmen

    Hast du ein Hobby? Wenn es geht, dann versuch‘, auch im Ausland daran festzuhalten. Die entsprechende Ausrüstung kannst du in der Regel mitnehmen oder im Gastland leihen; eine Gruppe Gleichgesinnter lässt sich sicher finden. Wenn nicht, versuch‘ doch mal, Mitschüler an das Thema heranzuführen. Schließlich steht nirgendwo geschrieben, dass nur du beim High-School-Jahr neue Erfahrungen sammeln wirst!

    Vielleicht spielst du ja gerne Theater? Deine Theatergruppe kannst du natürlich nicht einfach einpacken und mitnehmen – aber du kannst dir eine neue suchen! An jeder High School gibt es eine Menge Clubs oder AGs, denen du je nach Vorlieben beitreten kannst.

    Oder du schreibst gerne? Dann frag doch mal bei der Schülerzeitung an, ob die vielleicht einen „ausländischen Korrespondenten“ cool fänden, der aus seiner Sicht über das Leben an der High School berichtet! Ein noch größeres „Publikum“ erreichst du, wenn du Praktikawelten-Insider wirst und deine Erfahrungen in unserem Blog veröffentlichst!
     
  3. Dranbleiben

    Ganz ehrlich: Hast du schon dran gedacht, hinzuschmeißen und zurück nach Hause zu fahren – denn was sollte besser gegen Heimweh helfen? Davon raten wir dir ganz dringend ab. Denn: Das Heimweh lässt sich überwinden und ist Teil des Prozesses, um sich im Gastland einzuleben. Auch wenn es dir momentan vielleicht unmöglich erscheint: Schon in wenigen Tagen oder Wochen wirst du dich sicher fragen, warum du Heimweh hattest – und spätestens bei deiner Abreise in ein paar Monaten wird es dir vollkommen unrealistisch erscheinen, dass du hier mal unbedingt wegwolltest.

    Es lohnt sich also ganz sicher, sich dem Heimweh zu stellen, statt jetzt alles hinzuschmeißen.
    Am besten, du machst einen Deal mit dir: Vertag‘ deine „Fluchtpläne“ einfach um einen Monat und konzentrier‘ dich so lange darauf, dich mit allen Mitteln einzuleben. Damit bleibt dir das gute Gefühl, immer ein Hintertürchen und einen Notfallplan zu haben – und das gibt dir auch den nötigen Elan, dich erstmal einzulassen auf die aktuellen Herausforderungen. Ganz ehrlich: Du hast doch nichts zu verlieren – im Gegenteil: Eigentlich kannst du nur gewinnen!
     
  4. Drüber reden

    Angekommen und bald schon schwer heimwehgeplagt? Dann such dir Verbündete, die gemeinsam mit dir den Kampf gegen das Heimweh aufnehmen.

    Sicher hat jemand in deiner Gastfamilie ein offenes Ohr. Oder du kannst dich an einen Mitschüler in der High School wenden. Auch Lehrer hören nicht das erste Mal von Heimweh. Und auch an deinen Praktikawelten-Betreuer vor Ort kannst du dich natürlich jederzeit wenden.

    Neben Verständnis für deine Stimmung wirst du sicher auch ein paar gute Tipps ernten – und vielleicht auch die Einladung zu gemeinsamen Unternehmungen, die dich ablenken und deine Laune verbessern werden.

    Unser Tipp: Wenn es um Heimweh geht, ist es besser, du findest jemanden im Gastland, dem du dich anvertrauen kannst, anstatt dich an deine beste Freundin zu Hause zu wenden.
     
  5. Lieblingplatz finden

    Klingt banal, ist aber eine große Hilfe: Such dir einen Lieblingsplatz, den du häufig besuchst! Das kann eine einsame Parkbank sein – oder vielleicht ein belebter Coffee Shop oder ein Café in deiner Nähe. Hier triffst du auf den Kellner, den du nach wenigen Besuchen ebenso wiedererkennst wie er dich – und auf andere Gäste, die ebenso wie du regelmäßig hier einkehren. Das fühlt sich schnell nach einem kleinen Heimatersatz an und sorgt für wohlige Gefühle!
     
  6. Kauf dir was, was du von zu Hause kennst und magst

    Wenn die Stimmung mies ist, hilft ein kleiner Ausflug in den Supermarkt. Du wirst überrascht sein, wie viele Produkte, die du von zu Hause kennst, heute in jeder Ecke der Welt zu finden sind. Vielleicht findest du ja ein Glas Nutella oder deine Lieblingsseife auch im Gastland? Das ist alles andere als unrealistisch, denn viele Produkte stammen von großen Konzernen, die ihre Waren weltweit anbieten. Ab damit in den Einkaufswagen und damit wieder ein Stückchen mehr „Heimatgefühl“ zurückerobert.
     
  7. Gegenmittel gegen Frust finden

    Zuhause hast du immer diesen super schokoladigen Kuchen gebacken, wenn du mies drauf warst? Wir wetten, das funktioniert auch im Ausland. Wenn der Duft des Kuchens sich erst in der Küche der Gastfamilie ausbreitet, kommen gleich positive Gefühle auf. Noch ein Vorteil: Kuchen für alle!

    Und natürlich ist das Backen nur einer von vielen Möglichkeiten. Helfen kann dir auch: Joggen, Lesen … und vieles mehr!
     
  8. Viele Fotos schießen!

    Entdecke dein neues Zuhause auf Zeit durch die Linse deiner Smartphone-Kamera. Die Suche nach immer neuen Schnappschüssen hilft dir, viele neue Entdeckungen zu machen. Postest du sie, wirst du dich über viel Zuspruch freuen. Die positiven Feedbacks helfen dir dabei, die vielen positiven Seiten von Gastland und High School zu bemerken – und auch, was für ein Glück du hast, dass du das alles live erleben kannst!
     
  9. Soziale Netzwerke ja - aber in Maßen!

    Gerade, wenn dich die Sehnsucht plagt, ist die Versuchung groß, ständig mit deinen Freunden zu Hause zu chatten, zu texten und in den sozialen Netzwerken jeden ihrer Schritte zu verfolgen.

    Das sind sicher alles gute Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben. Dennoch: Übertreiben solltest du es nicht. Denn darüber vergisst du leicht, dir „echte Freunde im echten Leben“ zu suchen. Wenn du hier was erleben willst und ein Maximum aus deinem Auslandsaufenthalt an der High School herausholen möchtest, ist aber genau das der Weg: Beschäftige dich nicht ständig mit deinem Zuhause und dem, was du dort gerade vielleicht verpasst. Stattdessen: Erlebe Neues und berichte davon!

    Unser Tipp für den Kontakt nach Hause: Verabrede feste Tage und Zeiten mit deiner Family und der besten Freundin zum Skypen oder Chatten. Dann hast du einen Termin auf den du dich freuen kannst und alles Wichtige erfährst und selbst berichten kannst.
     
  10. Tagebuch schreiben oder bloggen

    Dokumentier‘ deinen Aufenthalt im Ausland! Schließlich möchtest du später keine Sekunde vom Abenteuer deines Lebens vergessen, oder? Auch für die Gegenwart bringt es viel: denn so siehst du deine Erlebnisse für einen Moment wie durch die Augen eines anderen und stellst fest: Doch gar nicht so übel!

Bei all deinen Fragen sind unsere High-School-Berater immer für dich da! Schreib uns oder ruf durch! Wir rufen auch gerne zu einer von dir gewünschten Zeit zurück.

Friederike - Expertin
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Sara - Expertin
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