Schüleraustausch Classic in USA

"Genießt jede Minute!"

  • High School
  • USA
  • 20 Wochen

Erfahrungsbericht von

2017-12-22

Inga schrieb:

"Die Idee, an einem High-School-Aufenthalt teilzunehmen, kam teilweise durch meine Cousine, die selbst kurz einen Auslandsaufenthalt gemacht hat. Dass sie jetzt, Jahre später, immer noch mit ihrer Gastfamilie in Kontakt steht, hat mich begeistert. Generell bin ich ein Mensch, der gerne reist, neue Kulturen und Menschen kennenlernt. Ich habe dann immer Werbung gesehen und auch an meiner Schule werden Aufenthalte stark unterstützt. Meine Eltern musste ich noch überzeugen, weil ich eigentlich nicht der „normal Typ“ für einen Aufenthalt war. Es hat eine Weile Überzeugungskunst gedauert, doch dann stand fest: Ich werde ins Ausland gehen!

Praktikawelten habe ich das erste Mal auf der Jubi-Messe gesehen. In der Bewerbungsphase hatte ich drei Organisationen, darunter auch Praktikawelten. Die Person beim Gespräch war sympathisch, freundlich und vor allem kompetent. Anrufe und E-Mails wurden immer so schnell es geht mit reichlich Informationen beantwortet und bei Anrufen wurde man direkt am Name erkannt, wodurch eine persönliche und sichere Ebene entstand. Zu all dem stimmte der Preis – Praktikawelten war die billigste Organisation im Vergleich.

Das Vorbereitungsseminar in München war sehr hilfreich und aufschlussreich, da man vorher ja doch so gar nicht wusste, was einen erwarten könnte. Rund um – Briefe und E-Mails informierten einen immer über den aktuellen Stand und es gab eine detaillierte Angabe über die ausgesuchte Gastfamilie. Hefte für mich und meine Eltern haben oft alle wichtigen Infos zusammengefasst, die man schnell nachlesen konnte. Besonders mit der Hilfe bei der Online-Visa-Beantragung hat Praktikawelten ungemein geholfen und Briefe und Erklärungen zur US-Einreise und den Orientation-Days in New York haben erste Ängste genommen.

Am Anfang gab es eine kurze Einführung mit Informationen, die man sich als Austauschschüler wahrscheinlich 100x anhören muss. :) Im Laufe der Zeit und auch am Anfang hat die Betreuung jedoch nachgelassen. Es hat sich ein bisschen angefühlt, als würde keiner des Teams vor Ort sich für einen interessieren – nur einen monatlichen Fragebogen mussten meine Familie und ich ausfüllen. Zum Glück, hatte ich keine sonderlichen Probleme und hatte ein super Verhältnis zu meiner Gastfamilie. Vielleicht gab es auch deshalb eine sehr zurückhaltende Betreuung.

Meine Gastfamilie bestand aus meiner Gastmama, meinem Gastvater und meiner kleinen Gastschwester, die zwei Jahre jünger war als ich. Unter der Woche sind meine Gasteltern arbeiten gegangen, meine Gastschwester wurde zur Middle-School gefahren. Ganz wichtig für meine Gastfamilie war das Abendessen, wo wir immer zusammen gegessen und viel geredet haben. Am Wochenende haben wir viel unternommen. Und es gab Rituale, wie samstags die „Movie Night“ oder Sonntag morgens den „Breakfast/Brunch“ und die „Sunday Round“, wo wir mit unserm Hund Wilbur spazieren gegangen sind.

Das Leben an der Ronald Reagan High-School war sehr aufregend, anders und Anfangs auch sehr anstrengend, da man Unterricht bis nach 16:00 Uhr von Zuhause gar nicht kannte. Mein Lieblingsfach war Choir, also Chor – es hat so Spaß gemacht und besonders bei Konzerten haben wir den Spirit gefühlt. Außerdem hatten wir noch Environmental Systems, das hat viel mit Natur, unserer Umwelt und deren Gefahren zu tun – total spannend! Zudem hatte ich noch Spanisch auf Englisch gelernt…hört sich komisch an… :) Ich habe alle meine Fächer geliebt! :)

Morgens bin ich als letztes aus dem Haus gegangen, habe den Bus genommen, der mich dann zur High-School gebracht hat. Als erstes hatte ich Choir, dann Art (=Kunst) und die 3rd Period war Environmental Systems. Danach bin ich mit meiner Freundin zum Lunch gegangen, wo draußen schon die anderen saßen. Wir haben gegessen und geredet. Danach hatte ich Algebra (=Mathe), Spanisch, US-History und als letztes Englisch. Als ich dann gegen halb 5 wieder zuhause war, gab es kleine Snacks und ich habe die Zeit genutzt, um mit meinen Gasteltern zu reden und später sind meine Schwester und ich immer mit dem Hund rausgegangen. Abends habe ich manchmal gerne beim Abendessen vorbereiten geholfen.

Amerikaner sind grundsätzlich viel aufgeschlossener und freundlicher als wir Deutschen. Und auch wenn sich viele beschweren, dass es nur aufgesetzt sei: besser so, als immer nur angemotzt zu werden. Amerikaner sind zudem sehr stolz auf ihr Land – das merkt man an den vielen (unzählbaren) Flaggen oder der „Pledge of Allegiance“, die man in der Schule aufsagt. Daran muss man sich erstmal gewöhnen, genauso wie an den High-School Spirit und die häufige Unpünktlichkeit der Amerikaner. :)

Die schönsten Momente sind eigentlich die kleinen Momente: Wenn man den Tisch abräumt und endlich weiß, wo die Sachen im Kühlschrank genau hinkommen oder wenn du die amerikanischen Türen ohne viel Nachdenken aufkriegst. :) Wir waren mal beim Football-Game und es wurde die amerikanische Hymne mit Hand auf dem Herz gesungen. Ich stand einfach mittendrin und dachte: „Ich bin wirklich hier, ich habe es geschafft, hier gehöre ich hin!“ Die besten Momente sind immer noch, wenn man sich eine Stunde mit jemandem unterhält und er nicht hört, dass du aus Deutschland kommst und es dir nicht glaubt, wenn du es erwähnst: Southern Slang :)

Es war die beste Entscheidung, die ich zu dem Zeitpunkt hätte treffen können. Die ersten Wochen waren wirklich nicht einfach und ich hatte doch Heimweh, doch dann ist es nur noch bergauf gegangen. Schwierigkeiten gab es nur noch selten und dann hatte ich immer eine Gastfamilie, die hinter mir stand. Ich habe eine zweite Familie, ein zweites Leben mit tollen Freunden! Ich habe so viel Neues gelernt und Dinge gemacht, da wusste ich vorher nicht, dass ich den Mut habe. Mein Englisch hat sich deutlich verbessert und die neue Kultur hat mich auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst und verändert…positiv. :)

Genießt jede Minute! Die Zeit geht so schnell rum, kaum seid ihr geflogen, schon seid ihr auch wieder da! Auch wenn es Zeiten geben wird, die nicht so toll und aufregend sein werden und in denen es euch schlecht geht und ihr euch nachhause sehnt, lasst euch nicht unterkriegen. Redet mit eurer Gastfamilie und euren Freunden vor Ort.  Generell ist Kommunikation der Schlüssel für alles: wenn euch etwas stört, sprecht es an! Die Zeit ist zu kurz, um sich Sorgen zu machen.  Seid offen, freundlich und aufmerksam! :)

Vielen Dank für die doch sehr gute Betreuung und dass ihr mir diesen Traum vom Auslandsjahr mitermöglicht habt! :)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Inga H. so begeistert hat: Schüleraustausch Classic in USA