Schüleraustausch Classic in USA
Eine Gruppe Mädchen und eine Gruppe Jungs im Garten vor dem Prom

"Ich hoffe, dass ihr alle genauso viel Spaß im Ausland haben werdet."

  • High School
  • USA
  • 1 Jahr

Erfahrungsbericht von

24.06.2016

Anna schrieb:

"Jeder Morgen begann in der Fulton High School in Missouri, USA mit einer Ansprache über Lautsprecher von unserer Direktorin Mrs. Arms:
„Good morning Fulton High School, this is Mrs. Arms with the few words of wisdom. The American writer Henry Miller once said:

‘One's destination is never a place, but a new way of seeing things.’

We all have our own opinions and prejudices that determine our lives. Today, try to overcome your own barriers in order to notice all the positive things happening around you. Make it a great day or not. The choice is yours!”
Anna und ihre Gastfamilie bei einer Hochzeit.

Als die Entscheidung fiel, ein Jahr in einer Gastfamilie in den USA zu verbringen, war ich 14 Jahre alt und auf dem Gymnasium. Ich habe mich lange auf meinen Auslandsaufenthalt vorbereitet und als ich endlich im Flieger saß, wurde mir langsam klar, was ich da gerade mache. Nach 24 Stunden ohne Schlaf landete ich in Kansas City, wo recht wenig los war, allerdings standen da eine Frau mit schwarz-gelben Luftballons, ein grinsender Mann, sowie ein Junge und ein Mädchen, beide ungefähr mein Alter, die ebenso wie ihre Mutter strahlten. Als mich diese dann in die Arme schloss und meinte: „I’m Vicki, your Mom“ war mir klar, dass dieses Jahr auf jeden Fall super werden würde. Während den drei Stunden Autofahrt wurde ich genauestens inspiziert und verhört und ich redete und redete, das mit dem Englisch klappte schon ganz gut.

Zuhause bezog ich mein Zimmer, welches sehr liebevoll eingerichtet war und legte mich sofort ins Bett. Obwohl es komisch war am nächsten Morgen aufzuwachen und sich nicht wirklich nach oben in die Küche zu trauen, schaffte ich es schließlich zusammen mit meiner Gastmutter in die Schule zur Anmeldung. Auch hier waren alle sehr freundlich und mit nur 7 verschiedenen Fächern im folgenden Jahr war ich sehr erleichtert.
Anna zusammen mit dem Volleyball-Team ihrer Highschool.

So begann das Schuljahr im Sommer 2010 und ich fand schnell sehr gute Freunde, verstand mit gut mit meinen Gastgeschwistern und hielt mich selbst beschäftigt. Jeden Tag nach der Schule hatte unsere Schulmannschaft Volleyballtraining. Nach einer ersten Probezeit durfte ich dann auch bei allen Spielen mitspielen und wurde im Team sehr gut aufgenommen.
Footballspiel und Auftritt der Marching-Band an Annas Highschool in den USA.

Jeden Sonntag ging meine Familie in die Kirche. Obwohl das am Anfang sehr ungewohnt war, fand ich es trotzdem schön mitzukommen, denn die Leute waren sehr aufgeschlossen, wir haben sonntags gemeinsam gefrühstückt und Mittwochabend war immer der Jugendtreff, bei dem wir meistens Spiele spielten. An den Freitagabenden sahen wir immer bei irgendwelchen Spielen unserer Schulmannschaft zu. Egal ob Basketball, Baseball oder American Football, unser Team wurde fleißig angefeuert.

Nachdem die Volleyballsaison vorbei war, trat ich in die Theatergruppe ein und war für die Kostüme zuständig. Wir hatten im schuleigenen Theater dann mehrere Aufführungen und wurden sehr für unsere Bemühungen gelobt.

Feste wie Thanksgiving und natürlich Halloween wurden groß gefeiert und mir gefiel alles sehr gut. An Weihnachten war es dann schon ein wenig komisch, nicht mit meiner eigentlichen Familie zu feiern und auch Silvester war ohne Raketen anders als gewohnt.
Anna bei einem Leichathletikwettkampf ihrer Highschool

Während die Leichtathletiksaison begann, sich das Schuljahr langsam dem Ende neigte und es draußen wärmer wurde bereitete ich mich mit meiner besten Freundin auf den Abschlussball vor. Wir gingen gemeinsam Kleider kaufen, die natürlich sehr pompös und übertrieben waren. Der Abend selbst war dann auch sehr interessant. Tagsüber sind wir mit unseren Familien in der Stadt umhergefahren um Fotos zu machen und abends gingen wir mit unserem Freundeskreis zum Essen. In der Schule wurde eine große Party vorbereitet und veranstaltet und anschließend fuhren wir alle noch zu meiner Familie, um dort den Abend im Pool und mit Filmen ausklingen zu lassen.

Als ich mich dann wieder auf den Heimweg machen musste, begleitete mich meine Familie. Es fühlte sich schrecklich an einfach wieder „heim“ zu fliegen, denn ich hatte ja ein anderes Zuhause gefunden, eine zweite Familie, die ich da hinter mir lassen musste.

Vor allem, als dann in Deutschland alles so anders war, kam man sich doch recht komisch vor. Nach einer Eingewöhnungsphase gewöhnt man sich jedoch wieder an den Alltag in seinem alten Zuhause.

Allerdings merkt man dann doch nach einiger Zeit, dass sich etwas verändert hat und das waren nicht die anderen sondern ich selbst. Die Reise war, wie Mrs. Arms sagte, nicht nur ein Ort, sondern das Jahr bei meiner zweiten Familie half mir viele Dinge anders zu sehen und mich selbst ein Stück weiter zu entdecken.

Ich hoffe, dass ihr alle genauso viel Spaß im Ausland haben werdet, wie ich es hatte. Mittlerweile bin ich wieder in München gelandet bin und ich schreibe immer noch Briefe und E-Mails an meine Gastfamilie und meine beste Freundin."

Ein Sportstadion
Anna und eine Freundin
Eine Gruppe Schüler auf der Tribüne des Sportplatzes
Drei Mädchen und drei Jungs lachen in die Kamera
Anna und ihr Prom-Date
Eine Gruppe Mädchen und eine Gruppe Jungs im Garten vor dem Prom
Anna und ihre Freundinnen vor dem Prom in Kleidern

Erfahre mehr über das Projekt, das Anna R. so begeistert hat: Schüleraustausch Classic in USA