Schüleraustausch Select in Südafrika

"Zu meinen schönsten Momenten zählten eine Safari und mein Geburtstag."

  • High School
  • Südafrika
  • 5 Monate

Erfahrungsbericht von (17 Jahre)

2017-12-11

Pauline schrieb:

"Nach der 10ten Klasse hatte ich plötzlich total Lust zu reisen, mehr von der Welt zu entdecken, besser Englisch zu lernen und einfach mal eine Auszeit von Deutschland zu haben. So haben meine beste Freundin und ich uns überlegt, einen High-School-Aufenthalt zu machen, da das die beste Möglichkeit für uns war. Außerdem waren wir beide schon immer total fasziniert von Afrika und waren sofort begeistert, als wir gesehen haben, dass wir einen High-School-Aufenthalt in Südafrika machen können.

Wir haben Praktikawelten auf einem Informationsstand in Hannover entdeckt. Dort haben wir uns sofort angesprochen gefühlt. Die Angebote waren toll und wir wurden sehr offen und gut beraten. Uns gefielen auch die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Projekten in Südafrika und dass eine 5-tägige Tour in Südafrika inklusive war.

Ich denke, die Vorbereitung durch Praktikawelten war außergewöhnlich gut. Wir hatten ein ganzes „Vorbereitungs-Wochenende“ in München. Dort wurden wir sehr intensiv auf die positiven, aber auch möglicherweise negativen Fakten eines Auslandsaufenthaltes vorbereitet. Wir hatten auch nie Scheu Fragen zu stellen, denn wir wussten, dass schnell und kompetent darauf geantwortet würde. Zwischendurch hatten wir leider aber auch die Erfahrung schlechter Absprache und falscher Informationen. Von der Arbeit waren wir leider nicht so begeistert wie von den Menschen persönlich.

Die Betreuung vor Ort war für uns perfekt. Tania, unsere Ansprechpartnerin war immer für uns da und wir haben viele tolle Ausflüge mit ihr unternommen, wofür sie immer wieder ihre freie Zeit für uns gespendet hat. Sie hatte einfach Lust, etwas mit uns zu unternehmen. Sie ist für uns in der Zeit wie eine „Mama“ geworden. Sie hat uns auch bei Schulproblemen geholfen und mir Medizin nach Hause gebracht, als ich krank war. Aber auch nach Deutschland konnten wir jeder Zeit Hilfe anfragen.

"Ich war in meiner Familie in Elsie‘s River in Kapstadt und hätte mir keine bessere Gastfamilie vorstellen können. Der Ort war nicht gerade ungefährlich, weswegen ich leider keine Möglichkeiten hatte rauszugehen. Das habe ich dann aber immer direkt nach der Schule bei meiner Freundin gemacht, die in einem besseren Viertel gewohnt hat. Schon nach einen paar Tagen war es keine Gastfamilie mehr, sondern eine richtige Familie. Mit meiner Gastschwester, die in meinem Alter war, habe ich mir ein Zimmer geteilt. Das war immer lustig und wir haben uns blendend verstanden. Meine Gasteltern waren immer besorgt um mich und haben sich viel Zeit genommen. Außerdem sind auch immer noch andere Familienmitglieder da gewesen (das ist wahrscheinlich vor allem in Südafrika so), die einem Tag für Tag viel Liebe gezeigt haben. Meine Gasteltern waren beide in Rente meine Gastschwester auf einem College, wo sie war, während ich in der Schule war. Nachmittags war ich auch öfters bei Freunden. Sonst habe ich mit meiner Familie Zeit verbracht. Unser gemeinsames Essen war sehr schön und wichtig.

Das High-School Leben war am Anfang gar nicht so einfach, bis man Freunde gefunden und sich an alles gewöhnt hatte. Besonders waren die anderen Schulzeiten, die Uniform, die Form des Unterrichtes und natürlich auch die Sprache. Aber als wir erst einmal Anschluss gefunden hatten, haben wir jeden Tag ein neues Abenteuer erlebt und die ganzen Dinge genossen, die es in deutschen Schulen nicht gibt. Meine Fächer waren dafür nicht gerade besonders, da ich dieselben Fächer wie in Deutschland belegt hatte. Eines dieser „besonderen Fächer“ war „Life-Orientation“, wo wir viel über Lebenswerte, Planung und Ernährung gelernt haben.

Mein Tag fing mit dem Aufstehen und dem Frühstück (Porrige oder Toast) an. Dann habe ich meine Schuluniform angezogen und bin ab zur Schule gefahren. Der Schulweg war mit dem Auto zehn Minuten lang. Dann hatte ich immer Schule bis viertel vor drei. Donnerstags hatte ich Sport nach der Schule, den man für die Winter- und Sommersession wählen konnte. Am Nachmittag war ich meistens bei meiner Freundin und ihrer Gastfamilie, bis meine Gastschwester auch vom College kam und mein Gastvater uns beide abgeholte. In der Zeit waren wir mit Freunden draußen und haben Sachen unternommen. Wenn ich dann spät nachmittags nach Hause gekommen bin, gab es das beste „Gastmama“ Essen der Welt. Danach habe ich Zeit mit meiner Familie verbracht, es wurde noch einmal gegessen und gebetet. Die Nacht habe ich oft mit meiner Gastschwester durch gequatscht.

Am Wochenende haben wir immer Ausflüge gemacht, haben zusammen übernachtet und Sachen mit Freunden unternommen. Außerdem waren wir am Strand, Shoppen, haben Gipfel gestürmt und waren auf Feiern. Alles was so dazu gehört. Und, natürlich sind wir am Sonntag in die Kirche.

Alles in Südafrika war anders als in Deutschland. Diese extremen Unterschiede kann ich gar nicht beschreiben. Das Leben viel ärmer und einfacher, die Menschen viel offener und herzlicher. Besonders viel Kultur haben wir in der Kirche erfahren, die wir auch geliebt haben. Am Ende der Zeit haben wir uns sogar ein zweites Mal Taufen lassen. Die Energie und Liebe, die man dort erfährt ist unglaublich. Ansonsten entdeckt man jeden Tag neue Erfahrungen mit dem Umgang mit den Menschen dort und vor allem auch durch die ganzen verschiedenen Sprachen und Kulturen. Wir hatten Freunde mit den unterschiedlichsten Herkünften und haben davon sehr viel gelernt. Zum Beispiel haben wir Wörter anderer Sprachen, neue Traditionen und neues Essen kennengelernt. Aber auch Feiern und Feste, Natur und der Umgang mit Mensch und Natur haben nicht gefehlt.

Es gab viele schöne Momente. Zum Beispiel bei der Safari auf der Bergspitze im Sonnenuntergang, unsere Taufe, als wir das erste Mal dort am Meer waren, oder mein Geburtstag in Südafrika. All dies waren wunderschöne und unvergessliche Momente. Komisch war es für mich zum Beispiel, als zum ersten Mal die „Sonntagskinder“ gekommen sind. Das waren Kinder, die obdachlos waren oder von gebrochenen Familien kommen. Jeden Sonntag kamen sie und meine Gastfamilie hat ihnen Essen gegeben, mit ihnen gesungen und gebetet. Am Anfang war das für mich wie ein Schock, weil ich vorher noch nie gesehen habe, was es bedeutete, wenn Kinder wirklich Hunger haben. Nach einiger Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und arbeitete sehr gerne mit den Kindern. Zusammen hatten wir sehr viel Spaß und alle sind mir total ans Herz gewachsen.

Es war definitiv eine gute Entscheidung einen High-School-Aufenthalt zu machen. Es war das beste halbe Jahr in meinem Leben. Meine Ansichten und auch ich persönlich haben sich stark verändert und ich habe Freunde und Familie fürs Leben kennengelernt. Auch habe ich die wunderschöne Natur gesehen und sehr viel mitgenommen. Das gilt auch für die negativen Seiten Kapstadts.

Seid offen! Man muss sich auf große Umstellungen einlassen, die nicht immer einfach sind. Geht auf Menschen zu, denn nur so lernt ihr viele verschiedene Leute kennen. Ich würde mir auch eine besondere Stelle der Welt aussuchen und nicht eine, wo man wahrscheinlich irgendwann im Leben einmal hinkommt."

Erfahre mehr über das Projekt, das Pauline H. so begeistert hat: Schüleraustausch Select in Südafrika