Schüleraustausch Select in Australien
Sonneuntergang über dem Clarence River

"Es war eine super Zeit und eine tolle Erfahrung."

  • High School
  • Australien
  • 3 Monate

Erfahrungsbericht von

27.06.2016

Stefanie schrieb:

"Nach dreimaligem Umsteigen landete ich endlich auf dem kleinen Flughafen, etwa 1 Stunde von meinem neuen Heimatort für die nächsten Monate entfernt. Meine Gastfamilie wartete schon dort, um mich abzuholen. Am Anfang war es ein komisches Gefühl, aber das legte sich bald, nachdem wir uns schon auf der Autofahrt näher kennenlernten und uns wirklich von Anfang an auch sehr gut verstanden haben.

Mein neues Zuhause war größer als ich es mir vorgestellt hatte, ich hatte sogar mein eigenes Zimmer und mein eigenes Bad. Das war schon ziemlich cool! :-) Ansonsten war ich sehr erstaunt über die vielen Fernseher (3 an der Zahl) und die doch sehr große Bar, die aber anscheinend zu den meisten australischen Haushalten einfach dazugehört. ;-)

Meine Gastfamilie hat mich sehr gut aufgenommen und mit meiner Gastschwester, die ein Jahr älter war als ich, habe ich viel unternommen. Da man in Australien bereits mit 16 Jahren den Führerschein machen kann und mit 17 alleine fahren darf, waren wir auch nicht immer auf unsere Gasteltern angewiesen, die uns auch sehr viele Freiräume gelassen haben. Es war sehr lustig zu erfahren, dass mein Gastvater als Kind selbst aus Deutschland mit seinen Eltern nach Australien ausgewandert ist. Allerdings waren seine Deutschkenntnisse doch etwas eingerostet ;-), was mir auch lieber war, da ich ja mein Englisch verbessern wollte. :-) Meine Gastmutter kam aus Queensland und hatte einen wirklich sehr starken Akzent, das war am Anfang schon gewöhnungsbedürftig, da ich ja nur das akzentfreie Schulenglisch gewohnt war. Aber mit der Zeit war das nicht mehr so schlimm und ich habe mich daran gewöhnt. Schließlich haben wir zusammen meist Witze darüber gemacht. Es war aber sehr interessant, die verschiedenen Dialekte kennenzulernen. Das hat mir noch einmal einen ganz anderen Eindruck von der australischen Kultur vermittelt. Ich hatte noch zwei Gastgeschwister, doch beide waren schon älter und sind für Ausbildung und Beruf nach Brisbane, bzw. Melbourne gezogen. Zur Familie gehörte noch ein riesiger Hund, der war ungefähr so groß wie ich und am Anfang war es doch etwas furchteinflößend, sowohl für ihn, als auch für mich. Aber wir haben uns mit der Zeit sehr gut kennengelernt und am Ende waren wir fast unzertrennlich.

Vor meinem ersten Schultag war ich wirklich sehr aufgeregt, meine Gastschwester würde zwar dabei sein, doch so ganz geheuer war mir die Sache dann doch nicht. Neu für mich war, dass uns unsere Gastmutter jeden Tag zu Schule brachte und wieder abholte, selbst wenn wir zu unterschiedlichen Zeiten aus hatten, bzw. begannen. In Deutschland nahm ich das Fahrrad oder im Winter den Bus. Ungewöhnlich war es auch, dass ich meine Fächer – bis auf gewisse Einschränkungen – selbst wählen durfte und ich schließlich auch nur 6 Fächer und ziemlich viele Freistunden hatte. Das Schulgelände war sehr groß und bestand aus einem großen Haupthaus und sehr vielen kleinen Häusern, Containern, Sportplätzen, einer Bibliothek, einer Kantine und einigen Pausenflächen.

Eine Schuluniform zu tragen war ein ganz neues Gefühl, zum Glück waren die Schulfarben ganz okay, schwarz, blau und weiß. Es war ziemlich genau geregelt, welches Kleidungsstück man mit was kombinieren darf. Es gab zudem auch Regeln für die Schuhe und Make-Up, sowie Schmuck. Alles in allem war es aber ganz okay. An manchen Tagen gab es auch Ausnahmen. Am sogenannten Jeans for Genes Day durfte man eine Jeans tragen, musste aber im Gegenzug etwas für die Kampagne (dabei geht es um die Erforschung bestimmter Kinderkrankheiten) spenden.

Der Unterricht war auf jeden Fall sehr interessant und es gab schon einige Unterschiede zur Schule in Deutschland. Im Modern History-Kurs haben wir uns Mary Poppins angeschaut, um die Frauenrechte und das allgemeine Wahlrecht zu verdeutlichen.

Was mir besonders aufgefallen ist, war, dass die Schule sehr viel offener ist. Die Türen zu den Klassenräumen standen jederzeit offen und es war ganz normal, dass andere Lehrer während des Unterrichts vorbeischauten, kommentierten und Fragen stellten. Dabei fühlte sich aber niemand beobachtet. Es war im gegenseitigen Einvernehmen und war allgemein akzeptiert.

Von Seiten der Schule wurden verschiedene Ausflüge angeboten. Unter anderem besuchten wir eine andere Schule in New South Wales und hatte dort ein großes Get Together mit anderen Austauschschülern aus dem Bundesstaat. Das Treffen war auf jeden Fall eine super Möglichkeit sich auszutauschen und über die Schule zu sprechen und auch die unterschiedlichen Fächer zu vergleichen, die an den verschiedenen Schulen angeboten werden. Ein anderer Ausflug führte zu einer Grundschule der Aborigines und somit hatten wir eine sehr gute Gelegenheit, einen Einblick in die Welt und Kultur der Ureinwohner Australiens zu erhalten.

Dazu kamen noch viele verschiedene Ausflüge mit meiner Gastfamilie und befreundeten Familien. Wir fuhren u.a. nach Byron Bay, dem östlichsten Punkt Australiens oder nach Brisbane und in einen Freizeitpark. Am Wochenende unternahmen wir viele Ausflüge in die nähere Umgebung.

Es war auf jeden Fall eine tolle Gelegenheit Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen. Neben vielen internationalen Austauschschülern hatte ich natürlich auch Kontakt zu Australiern. Neben einigen Partys unternahmen wir gemeinsame Ausflüge, besuchten die Rugby-Spiele unserer Schule und hatten sehr viel Spaß zusammen. Zu vielen habe ich immer noch Kontakt und wir schreiben regelmäßig.

Ein Highlight meines Aufenthalts war natürlich der Besuch in Sydney, neben viel Sightseeing blieb auch noch genügend Zeit zum Shoppen. :-) Neben dem Opera House durften auch Harbour Bridge und The Rocks nicht fehlen, bevor es schließlich wieder zurück nach Deutschland ging.

Es war sehr komisch wieder zurückzukommen. Zum einen wurde man erst einmal ziemlich mit Fragen bestürmt, zum anderen hat man sich selbst sehr stark verändert. Ich bin auf jeden Fall selbstbewusster, eigenständiger und offener geworden. Ich kann nur jedem dazu raten solch einen Austausch zu machen. Es war eine super Zeit und eine tolle Erfahrung. :-)"

Die neue Heimat
Sonneuntergang über dem Clarence River
Die Grafton High School in New South Wales
Ein Känguru auf dem Schulgelände
Der Strand von Yamba
Das Opernhaus von Sydney
Begegnung mit einem Koala

Erfahre mehr über das Projekt, das Stefanie A. so begeistert hat: Schüleraustausch Select in Australien