Schüleraustausch Alaska

Ein High-School-Aufenthalt in Alaska? Das klingt nach dem größten Abenteuer deines Lebens! Gleichzeitig lernst du den nördlichsten Bundesstaat der USA besser kennen als jeder Tourist, der seinen Wanderrucksack packt und sich für ein paar Wochen in die Schönheit der rauen Natur Alaskas begibt.

Alaska: Der Mythos

Alaska ist mal wieder einer dieser Bundesstaaten in den USA, der in jedem Austauschschüler vor der Einreise ein bestimmtes Bild auslöst. Alaska wird nicht umsonst "The Land of the Midnight Sun" oder kurz "The Great Land" genannt. Es warten imposante Bergketten, atemberaubende Gletscher, tiefblaue Fjorde und eine ausgedehnte Steppenlandschaft auf dich, die sich auch schon mal neben dem reinen Weiß in bunten Farben präsentiert. Du wirst selbst sehen, Alaska ist ein Bundesstaat der Superlative! Hier befinden sich 17 der 20 höchsten Gipfel Nordamerikas (unter anderem der 6.190 Meter hohe Denali, der höchste Berg Nordamerikas), über 100 Vulkane, 3.000 Flüsse und grandiose 3 Millionen Seen. Dazu ist Alaska einer der wenigen Orte auf der Erde, der an drei Meere gleichzeitig grenzt – den Arktischen Ozean, das Beringmeer und den Pazifischen Ozean.

Wusstest du außerdem, dass Alaska eine längere Küstenlinie hat als alle anderen Bundesstaaten zusammen? Nämlich rund 55.000 Kilometer. Florida liegt abgeschlagen mit 13.500 Kilometern auf Platz zwei.

Alaska gilt immer noch als das High-School-Ziel in den USA schlechthin, um die unberührte und magische Natur Nordamerikas zu entdecken. Gleichzeitig sollte ein Besuch dieses faszinierenden Fleckchens Erde lieber früher als später auf deinem Plan stehen, weil der Kampf gegen die Klimaerwärmung besonders die Schnee- und Eislandschaften von Alaska betrifft.

Interessant: Alaska hat die niedrigste Dichte an Bewohnern von allen 50 amerikanischen Bundesstaaten, nämlich lediglich ein Bewohner pro Quadratmeile. Dies bedeutet, wenn Manhattan genauso wenig dicht besiedelt wäre, würden auf der berühmten Insel in New York City nur rund ein Dutzend Menschen leben!

Auf nach Alaska – the Last Frontier!

Per Flugzeug erreichst du deine neue High-School-Heimat und fragst dich sicher sofort, wie du am besten den Rest Alaskas entdeckst. Alaska scheint auf den ersten Blick unzugänglich, doch auch hier hast du einige Möglichkeiten umher zukommen und mit deiner Gastfamilie oder deinen Freunden dein neues Zuhause zu erkunden:

  • Mit dem Flugzeug: Das ist einleuchtend, denn wusstest du zum Beispiel, dass Juneau die einzige Hauptstadt der USA ist, welche nicht auf dem Land zu erreichen ist? Für einen kurzen Trip durch die Lüfte bringt dich der Mount Roberts Tramway per Gondel auf den Gipfel von Mount Roberts, von wo du einen grandiosen Ausblick über ganz Juneau und die angrenzenden Berg- und Seelandschaften hast. Doch eine andere ganz besonders spannende Art Alaska zu bestaunen ist "Flightseeing". Viele Anbieter preisen Flugtouren über die Bergketten Alaskas an, sei es im Wasserflugzeug, mit einer Propellermaschine oder gleich im Helikopter.
  • Auf dem Wasser: Deine Eltern holen dich nach deinem Schüleraustausch ab und ihr wollt gemeinsam noch etwas den schönen Norden bereisen? Dann überlegt euch doch zum Beispiel, ob ihr eine Kreuz- oder Fährfahrt zurück zum Mainland von Nordamerika unternehmt. Typischerweise führt euch eine Inside Passage Cruise vom traumhaften Glacier Bay National Park, über Juneau und kleinere Inseln und Städtchen im Pazifischen Ozean direkt nach Vancouver, Kanada. Eine andere Bootsfahrt mit gigantischer Aussicht findet im Kenai Fjords National Park statt – umgeben von schneeweißen Gipfeln, glasklarem Wasser und dem ein oder anderen Meeresbewohner.
  • Per Zug: Auch auf den Schienen Alaskas warten viele Abenteuer auf dich. Eine der wohl spektakulärsten Zugfahrten der Welt ist der White Pass and Yukon Railway – über den White Pass Gipfel, vorbei an Wasserfällen und durch etliche Tunnels. Diese Strecke hat eine reiche Geschichte noch aus Zeiten des Goldrausches und wird von einem antiken Gold Rush Train durchgeführt.
  • Über die Straßen: Auch wenn Alaska nicht dafür bekannt ist ein ausgedehntes Highway-System zu besitzen, so werden du und deine Gastfamilie auf jeden Fall viele Möglichkeiten für einen kurzen oder längeren Roadtrip finden. Bestens geeignet dafür ist der 2.300 Kilometer lange Alaska Highway von Dawsons Creek in British Columbia bis zur Delta Junction in Alaska. Aber auch ein Ausflug auf der einzigen Straße, die durch den Denali National Park führt sollte auf deiner Alaska Bucketlist stehen. Im Herbst erleuchtet die hügelige Landschaft in satten Rot- und Gelbtönen und einheimische Wildtiere wie Bären, Wölfe, Schafe und Karibus streifen in der Entfernung an euch vorbei.

Beim Weihnachtsmann zuhause: In Fairbanks, Alaska, gibt es einen Vorort namens North Pole, der circa 2.700 Kilometer weit vom geographischen Nordpol entfernt liegt. Hier steht das Santa Claus House. In diesem Souvenirladen findest du allerhand Schnickschnack zur schönsten Zeit des Jahres und wirst gleichzeitig deinen Brief an den Weihnachtsmann los – oder zumindest den deines jüngeren Gastgeschwisterchens.

5 High-School-Abenteuer, die du nur in Alaska erlebst:

  1. Der etwas andere Tagesablauf: Wir sind es weitgehend im westlichen Europa gewohnt, dass sich unser Tag nach dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang richtet. Im hohen Norden tickt die Sonnenuhr allerdings etwas anders. Im Sommer sind die Tage in Alaska durchschnittlich länger, während sie im Winter sehr kurz sind. Barrow, die nördlichste Stadt der USA, treibt es allerdings auf die Spitze: Zwischen November und Januar gibt es hier untertags gar keine Sonne, allerdings geht diese zwischen Mai und August dann auch gar nicht erst unter.
  2. Die Polarlichter: Zweifelslos sind die Northern Lights ein absolutes Highlight, die deinen Aufenthalt in Alaska krönen, wenn du es schaffst das Lichtspektakel am klaren Himmel zu erhaschen. Die beste Zeit dafür ist zwischen September und März, mit den größten Chancen im Frühling. Egal, ob du also ein Semester oder ein ganzes Auslandsjahr in den USA verbringst, mit etwas Glück wirst du das einmalige Schauspiel am Nachthimmel erspähen. Übrigens bieten Hotels in Fairbanks sogar Weckrufe an, damit du deinen Schönheitsschlaf genießt und trotzdem nicht die bunten Lichtbilder verpasst.
  3. Dog Mushing: Im Gegensatz zum Rest der Vereinigten Staaten, dominieren in Alaska nicht die sonst typischen Ballsportarten als Publikumsfavoriten, wie Baseball, American Football oder Basketball. Und auch Eishockey, wie bei den Nachbarn in Kanada, steht hier nicht ganz oben auf der Beliebtheitsliste. Stattdessen dienen Hundeschlittenfahrten zur Jagd, als Transportmittel, dem Sightseeing oder auch im beliebten Wettkampf. Verpasse nicht einen Ausflug mit unseren vierbeinigen Freunden oder feuere andere bei einem spannenden Rennen an!
  4. Sportfreude: Vermutlich denkst du, dass sich beim Sport in Alaska alles um den Schnee dreht. Du hast größtenteils Recht, denn als Wintersportler kommst du hier auf jeden Fall voll auf deine Kosten! Vor allem, wenn dich so adrenalinreiche Extremsportarten wie Snow-Biking, Heli-Skiing und Ice-Climbing reizen. Doch auch Wassersportmöglichkeiten bekommst du während deines High-School-Aufenthaltes reichlich geboten – sei es Winter-Surfen, Trockentauchen, Schnorcheln oder Paddleboarding. Dies ist besonders spektakulär mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund.
  5. Wildlife in Alaska: Wenn du einmal die majestätischen Könige der Schlitten bei ihrer kräftezehrenden Arbeit bewundern möchtest, dann lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch beim Husky Homestead im Denali National Park. Doch es gibt in Alaska natürlich noch mehr Tiere in der freien Wildbahn zu erspähen. Auf der Running Reindeer Ranch in Fairbanks beobachtest du bei einer geführten Tour auf der Farm die Helfer des Weihnachtsmanns in ihrer gewohnten Umgebung. Und im Kenai Fjords National Park tummeln sich die sanften Meeresriesen beim Whale Watching direkt vor deinem Boot. Die Tierwelt in Alaska ist so vielseitig, wie sonst fast nirgendwo in den USA und so wirst du unter anderem auch auf die Spuren von Elchen, Grizzlybären, Seehunden, Eisbären, Karibus und Luchsen treffen.

Unser Kultur-Tipp:

Alaska hat nicht nur traumhafte Landschaften und zahlreiche Outdoor-Adventures zu bieten. Tausende von Jahren bevor die ersten europäischen Siedler in Nordamerika landeten, war Alaska bereits von etlichen einheimischen Stämmen bewohnt. Nur noch etwa 15 Prozent der alaskischen Bevölkerung sind Ureinwohner, doch ihren Einfluss spürst du in weiten Teilen, vor allem den ländlicheren. Probiere eine der einheimischen Spezialitäten, die wir dir weiter unten vorstellen, präge dir ein paar Worte von einer der circa 20 Alaska Native Languages ein oder besuche das Alaska Native Heritage Center in Anchorage, um noch mehr über die spannende Geschichte deiner zweiten Heimat zu erfahren. Wenn du im Anschluss an dein High-School-Programm noch etwas Zeit mitbringst, dann empfehlen wir deine eine Arctic Tour, denn nur hier lernst du die Inuit-Eskimo-Kultur hautnah kennen.

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