Plastikfrei reisen

No plastic!

Es schwimmt in den Meeren, begegnet dir am Strand, es bedroht die Umwelt, Tiere sterben grausam und auch unserer Gesundheit schadet es. Schon bei uns in Deutschland gestaltet es sich ziemlich schwierig, Plastik im Alltag zu vermeiden und nicht Unmengen von Müll zu produzieren. Wusstest du, dass es ca. 10 bis 20 Jahre dauert, bis sich eine einfache, sehr dünne Plastiktüte zersetzt? PET-Flaschen benötigen sogar bis zu 500 Jahre! Unglaublich, oder?

Warum ist Plastik so schädlich?

Plastik ist so schädlich, da es verschiedene Chemikalien enthält. Bisphenol-A (BPA) und Weichmacher schaden unserem Organismus und können Krankheiten hervorrufen. Auch Lebensmittel, die in Kunststofffolien verpackt sind, können diese Stoffe aufnehmen. Durch Mikroplastik in Peelings gelangen winzige Partikel bis ins Meer. Diese werden wiederum von den Fischen gefressen und landen letztendlich bei uns auf dem Teller.


Wir von Praktikawelten versuchen Plastikmüll so gut wie möglich zu vermeiden und legen viel Wert auf Nachhaltigkeit. Auch auf Reisen ist Plastik ein großes Thema. Es ist leicht und lässt sich deshalb gut und gerne mitnehmen. Zum größten Teil sind hierbei Kosmetika betroffen. Doch es gibt auch Alternativen, die nicht aus Kunststoff bestehen! Hier erhältst du einige hilfreiche Tipps, wie du nahezu plastikfrei reisen kannst.

Plastikfrei reisen mit dem Flugzeug – Was packe ich wie ein?

Deine Alternativen im Flugzeug

Es geht schon beim Packen los. Verreist du mit dem Flugzeug, bedeutet das, dass Flüssigkeiten in großen Mengen tabu sind. Also muss alles schön in kleine Reisesets abgefüllt werden. Und aus was sind die meistens? Genau: Aus Plastik! Wo verstaue ich nur meine Schuhe, wenn nicht in einer Plastiktüte? Schließlich ist die Sohle dreckig und sollte bestenfalls nicht mit den anderen Dingen im Reisegepäck in Berührung kommen. Und natürlich denkst du dir bestimmt auch, dass du etwas zu trinken und zu essen mitnehmen möchtest. Das alles geht auch plastikfrei!

  • Glasbehälter mit Schraubverschluss

    Reisesets aus Kunststoff kannst du zum Beispiel ganz einfach durch kleine Marmeladen- oder Honiggläschen ersetzen und hier deine Kosmetik abfüllen. Egal, ob die Konsistenz eher fest oder flüssig ist, dank des Schraubverschlusses halten die Gläschen in der Regel gut dicht.
    Kleiner Tipp: Anstatt einem Kunststoff-Spatel kannst du zum Abfüllen von Cremes einfach ein ganz normales Messer aus Edelstahl verwenden.

  • Wiederverwenden von Kunststoff-ZIP-Beuteln

    Flüssigkeiten müssen im Flugzeug stets extra in einem ZIP-Beutel aus Kunststoff verstaut werden. Dies lässt sich leider wohl kaum vermeiden. Was du aber tun kannst: Bewahre die Zip-Beutel einfach auf und verwende sie beim nächsten Flug ganz einfach wieder!

  • Schuhe und Unterwäsche

    Die Angewohnheit wird dir bekannt vorkommen: Die Schuhe, die du mitnehmen möchtest, werden nochmal in einer extra Plastiktüte verstaut und auch die Unterwäsche wird gerne in eine extra Tüte gepackt. Das alles dient selbstverständlich der Hygiene. Doch geht das nicht auch anders? Klar! Es muss doch nicht immer gleich Kunststoff sein. In der Regel kannst du so ziemlich jede Plastiktüte durch einen Stoffbeutel ersetzen. Den kannst du immer wieder verwenden und bei Bedarf ganz einfach waschen. Er ist viel stabiler als Plastik und deine Wäsche kann außerdem atmen.

Plastikfrei reisen bei der Unterkunft im Hostel – Und meine Kosmetika?

Plastikfreie Körperpflege

Auch auf Reisen möchten deine Zähne natürlich perfekt gepflegt bleiben. Anstatt einer normalen Zahnbürste aus Plastik kannst du dir eine umweltfreundlichere Alternative zulegen.

  • Bambuszahnbürsten

    Der Griff der Zahnbürste ist aus Bambus oder Holz. Der Vorteil von Bambus ist, dass er sehr schnell nachwächst und ganz nebenbei ist er auch noch antibakteriell. Hersteller aus Deutschland setzen auch oft auf Holzgriffe und verwenden für die Produktion dann auch aus heimischem Forst. Bei den Borsten scheint es bisweilen noch keine Alternative zu geben, die komplett frei von synthetischen Stoffen und zusätzlich auch noch vegan ist. Du kannst dich hier zum Beispiel zwischen Borsten aus Nylon4, Bambus-Viskose oder – die natürliche Variante – Schweineborsten entscheiden. Damit deine Zahnbürste nicht schmutzig wird, kannst du sie zum Beispiel einfach in ein Stofftuch bzw. kleines Handtuch aus Baumwolle wickeln und es bei Bedarf waschen.

    Und was ist mit meiner Zahncreme? Leider sind auch viele Bio-Zahncremes in Plastik verpackt. Es gibt jedoch Mischformen, z.B. aus einer Metalltube mit Plastikdeckel. Alternativ gibt es Zahnpasta-Tabletten, die du zerkauen kannst, bevor du dir die Zähne putzt. Eine weitere Idee wäre, deine Zahnpasta ganz einfach selbst herzustellen und das Ganze wieder in einen Glasbehälter abzufüllen. Das geht ganz einfach und Anleitungen hierzu gibt es zu Haufe. Konsultiere hierzu jedoch am besten auch deinen Zahnarzt. Einen Versuch ist es sicher wert!

  • Miswak-Zweig

    Mit einem Zweig vom „Zahnbürstenbaum“ Zähne putzen? Ist das ein Scherz? Nein, diesen Zahnbürstenbaum gibt es wirklich! Er wächst unter anderem in der arabischen Wüste. Die Zweige dieses Baumes enthalten sogar auf ganz natürliche Weise Fluorid und wurden deshalb schon im Altertum, unter anderem in Indien und vielen arabischen Ländern, zur Zahnpflege verwendet. Und wie geht das? Ganz einfach: Du benötigst weder Wasser noch Zahnpasta. Das Ende eines Zweiges wird abgeschnitten und gekaut. Somit erzielst du, dass der Zweig wie eine Bürste ausfranst. Und voilà  – plastikfrei reisen mit der wohl natürlichsten Zahnbürste überhaupt!

    Deinen Miswak-Zweig bekommst du teilweise in Reformhäusern und du kannst ihn auch online bestellen. Wichtig ist, dass du den Zweig immer gut trocknen lässt und ihn an einem sauberen Ort aufbewahrst, damit sich keine Bakterien bilden können. Der Zweig ist natürlich, wie eine normale Zahnbürste auch, zum mehrmaligen Gebrauch bestimmt! Sind die Fasern jedoch zu weich geworden oder zu sehr ausgefranst, kannst du den schon benutzten Teil einfach bis zur Rinde abschneiden und die Prozedur vom Anfang wiederholen. Je nachdem, wie häufig du das Zahnputzholz benutzt, hält so ein Zweig bis zu 4 Wochen.

  • Plastikfreie Zahnseide

    Es gibt einige Alternativen zur gängigen Zahnseide aus Nylon auf dem Markt. Die eine ist Zahnseide aus echter Seide, die andere sind beispielsweise Fäden aus Nylon4 (Bioplastik). Bestenfalls ist die Zahnseide auch noch in einem kleinen Glasfläschchen verpackt. Die Seidenvariante ist natürlich nicht vegan und somit musst du immer abwägen und entscheiden, was für dich ethisch vertretbar ist.

  • Konjac-Sponge

    Waschgel, Peeling und Cremes gehören zu deiner täglichen Gesichtspflege-Routine? Dann möchtest du sicher auch weiterhin nicht darauf verzichten. Der Konjac-Sponge wird aus der Knolle einer asiatischen Pflanze hergestellt und ist ein echtes Allround-Talent! Er reinigt, massiert und trägt abgestorbene Hautzellen sanft ab. Theoretisch reicht es, den Schwamm einfach nur mit Wasser zu verwenden. Der Konjak-Sponge ist für jeden Hauttyp geeignet und ist vor allem auch für zu Unreinheiten neigende Haut eine Wohltat. Natürlich kannst du auch gleich deinen ganzen Körper mit dem Schwamm reinigen. Außerdem ist er der perfekte Reisebegleiter, denn im trockenen Zustand ist er sehr kompakt und wiegt so gut wie nichts. Und das Beste daran: Alles ist 100% natürlich und biologisch abbaubar!

Essen und Trinken

Reisen macht hungrig – und dann muss es meistens schnell gehen. Bei Schnellimbissen verursachst du aber meistens richtig viel Plastikmüll! Das kannst du in Zukunft vermeiden, indem du ein paar Dinge beachtest, wenn du unterwegs bist.

  • Trinkflaschen aus Aluminium, Edelstahl oder Glas

    Auf Reisen bist du am liebsten den ganzen Tag auf den Beinen und erkundest die Gegend? Dann bist du bestimmt oft durstig und ein passender Trinkbehälter sollte dein stetiger Begleiter sein. Eine Glasflasche ist eine gute und nachhaltige Alternative zur Plastikflasche. Natürlich möchtest du jedoch so wenig wie möglich an Gewicht mit dir herumschleppen, wenn du läufst. Probiere doch einfach mal eine Trinkflasche aus Metall! Flaschen aus Edelstahl sind leichter als Glas. Die Flasche kannst du dir dann bei Gelegenheit in Restaurants, Bars oder im nächstgelegenen Hostel auffüllen. In vielen Ländern gibt es auch öffentliche Trinkwasserbrunnen oder Wasserhähne, bei denen du dir deinen Trinkbehälter auffüllen kannst.

    Wenn du ein Kaffee-Junkie bist, leg dir am besten auch einen wiederverwendbaren Kaffeebecher zu. Hierzu eignen sich beispielsweise Becher aus Bambus. Doch warum immer so schnell? Nimm dir doch einfach mal Zeit! Verweile und genieße den Moment in einem schönen Café und trinke dein Heißgetränk in einer Tasse. Gern wird bei den Coffe-To-Go-Bechern zusätzlich zur gesamten Verpackung noch ein Strohhalm aus Plastik mitgegeben. Wenn du das wirklich brauchst oder dein Getränk einfach viel lieber durch einen Strohhalm schlürfst, lege dir doch einen Edelstahl-Strohhalm zu. Den kannst du dann auch bei der nächsten Party auspacken und damit deine Cocktails trinken.

  • Frisch einkaufen und selbst kochen

    Du übernachtest im Hostel oder einer ähnlichen Unterkunft? Dann achte darauf, dass im besten Fall eine Küche vorhanden ist. Gehe im nächstgelegenen Supermarkt einkaufen oder hole dir deine Zutaten gleich frisch vom Markt. Um Plastikmüll zu vermeiden, kannst du Obst und Gemüse lose kaufen und es in einer Stofftasche oder einem Korb transportieren. In vielen Ländern ist es selbstverständlich, dass an der Kasse alles in unzählige Plastiktüten eingepackt wird. Sage auf jeden Fall nein zu dieser Bewegung und mache die Menschen auf das Müllproblem aufmerksam! Erzähle ihnen, dass man sogar plastikfrei reisen kann. Der ein oder andere wird vielleicht anfangen, umzudenken und den Nachhaltigkeitsgedanken weitertragen.

    Im Hostel kannst du dein Essen dann frisch zubereiten und dir auch etwas für unterwegs einpacken. Zum Transport eignen sich z.B. Boxen aus Edelstahl. Falls du doch unterwegs etwas zu Essen kaufen möchtest, achte auch hier darauf, dass du dir Zeit nimmst und dich hinsetzt und nicht nur schnell etwas auf die Hand bestellst. Falls du doch etwas mitnehmen möchtest, nimm deine Bestellung doch mit einer Serviette entgegen und verstaue sie in deiner Edelstahlbox.

1, 2, 3 - plastikfrei!

Du siehst, plastikfrei reisen ist gar nicht so schwer. Wenn du wirklich etwas für unseren Planeten tun möchtest und dem Müllproblem entgegenwirken willst, kannst du mit diesen einfachen Tipps bereits anfangen. Lege alte Gewohnheiten ab und ersetze sie mit neuen, die der Umwelt zugutekommen und nachhaltig sind. Nach und nach kommen dir vielleicht noch mehr Ideen, wie du plastikfrei reisen und leben kannst.

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