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Praktikawelten Lehrerzimmer

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High-School Team ab 2016

Nachfolgend möchten wir Ihnen spezifische, fundierte Informationen rund um das Thema Auslandsaufenthalte weitergeben. Sicher waren auch Sie schon einmal mit einer Anfrage eines Schülers konfrontiert, der sich für die Möglichkeiten eines Schüleraustausches interessiert oder vor dem Start ins Berufsleben erst einmal die große, weite Welt erkunden möchte.

Im Interview

Zum Einstieg haben wir einen ehemaligen Schulleiter und Vater einer "High School"-Schülerin zu seinen Erfahrungen in Bezug auf High School Schüleraustausche befragt…

Vorteile eines Auslandsaufenthaltes

Ein Auslandsaufenthalt birgt für Ihre Schüler viele Vorteile. Neben den einzigartigen Erfahrungen und neuen Eindrücken im Ausland, sind die Schüler meist zum ersten Mal auf sich gestellt und müssen sich in einer fremden Umgebung mit einer fremden Sprache zurechtfinden.

Dies fördert ihre sozialen Kompetenzen sowie deren Sprachkenntnisse, was ihre Chancen als Berufseinsteiger oder in der späteren schulischen Laufbahn (Studium) deutlich verbessern kann. Meist lernen die Schüler sich selbst besser zu reflektieren und ihre eigene Kultur in einem anderen Licht zu betrachten.

Praktikawelten Qualitätsmanagerin Sandra Geisler hält Katalog 2014

Die persönlichen Vorteile haben wir hier auf einen Blick zusammengefasst:

Ein Auslandsaufenthalt…

  • …hat nachgewiesen positive Auswirkung auf die Persönlichkeit Ihrer Schüler. Sie gewinnen an Eigenständigkeit, Selbstbewusstsein und Konfliktfähigkeit und werden damit offener und toleranter gegenüber Neuem und Unbekanntem.
  • …sind eine einmalige und ganz besondere Chance, eine andere Lebensweise, ein fremdes Schulsystem und somit eine neue Kultur hautnah zu (er)leben.
  • …ermöglichen den Aufbau eines internationalen Netzwerks an neuen Freunden.
  • …verbessern die Sprachkenntnisse Ihrer Schüler.
  • …ermöglichen noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Vielen Unternehmen ist die Lebenserfahrung meist genauso wichtig wie Noten.
  • …können die Schulzeit entschleunigen, den akademischen Druck nehmen und die Begeisterung fürs Lernen bringen.
Darüber hinaus tragen die jungen Weltenbummler durch ihre neu gewonnenen Perspektiven und dem Bewusstsein für globale Zusammenhänge nachhaltig zu einer gelebten Völkerverständigung bei. Sandra Geisler, Sozialpädagogin

Aktuelle Studienergebnisse

Wie viele Schüler machen jährlich einen Schüleraustausch? Was sind die beliebtesten Zielländer und welche Auswirkungen hat ein Auslandsaufenthalt auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler? Diese und viele weitere Fragen haben wir nachfolgend mit Hilfe von aktuellen Ergebnissen verschiedener Studien zusammengefasst.

Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung

Die Wissenschaftlerin Dr. Julia Zimmermann der FernUniversität Hagen hat sich mit den Auswirkungen eines Auslandsaufenthaltes auf die Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt. Nachdem die verschiedenen Versuchsgruppen bereits im Vorfeld eines Auslandsaufenthaltes unterschiedliche Ausprägungen in zentralen Persönlichkeitsdimensionen aufzeigten, ergab sich die Fragestellung, ob Auslandsaufenthalte zu den bedeutenden Lebensereignissen zählen, die Persönlichkeitsentwicklung anstoßen. Die Studien belegen diese nachhaltigen Auswirkungen im Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Persönlichkeitsreifung im jungen Erwachsenenalter lassen sich diese Effekte als Hinweis auf eine Akzentuierung oder Beschleunigung der Persönlichkeitsreifung interpretieren. Am Beispiel des Selbstwerts lässt sich, insbesondere vor und während des Auslandsaufenthalts, eine nachhaltige Steigerung des Persönlichkeitsmerkmals darstellen:

Internationale Mobilität ist demnach ein bedeutendes Lebensereignis, das die Persönlichkeitsentwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter nachhaltig beeinflusst. Nach McCallister & Fisher (1978) beeinflussen unterstützende Beziehungen Einstellungen und Verhalten von Individuen und bedingen so Persönlichkeit und Identität. Demzufolge ist der Einfluss seitens Eltern und Lehrkräften nicht zu unterschätzen.

Quelle: Zimmermann/ Neyer (2013): Do We Become a Different Person When Hitting the Road? Personality Development of Sojourners

Schüleraustausch Statistik

Der Schüleraustausch wird als eine besondere Form des Auslandsaufenthalts angesehen und ist aufgrund des jungen Alters der Teilnehmer gewissermaßen das früheste Auslandsprogramm im Lebenslauf. Gerade in jungen Jahren werden bei den Teilnehmern besonders intensive interkulturelle Lernprozesse in Bewegung gesetzt, durch die mehrheitliche Unterbringung in Gastfamilien findet meist eine sehr intensive Integration vor Ort statt. Die vielfältigen Erfahrungen im Ausland fördern neben den Sprachkenntnissen auch ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen und haben somit einen nachhaltigen Einfluss auf die Persönlichkeit der jungen Austauschschüler.

Die aktuellen Ergebnisse der Studien und Umfragen zum Thema Schüleraustausch haben wir in den nachfolgenden Statistiken zusammengefasst.

Der Diplom-Geograph Michael Weichbrodt von der Universität Münster untersuchte im Rahmen seiner Doktorarbeit die Bedeutung von langfristigen Schüleraustauschprogrammen und deren gesellschaftliche Relevanz.

Im Ergebnis zeigt sich, dass ehemalige Austauschschüler meist sehr mobil sind und erneut Auslandserfahrung sammeln. Für einige wird diese Suche nach Fremdheitserfahrungen zum Teil der Identität. Darüber hinaus tragen sie durch ihre alltäglichen, transnationalen sozialen Praktiken (Mobilität, Mediennutzung, familiäre und freundschaftliche Netzwerke) zur gesellschaftlichen Transnationalisierung bei. Das Thema liegt im Zentrum der aktuellen Debatte um Raum und Mobilität. Diplom-Geograph Michael Weichbrodt

Interview mit Frau Dr. Zimmermann

Wir haben Frau Dr. Julia Zimmermann (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Bildungspsychologie der FernUniversität in Hagen) zu ihrer Studie und ihren Erkenntnissen befragt:

Was hat Sie zu ihrer Forschung zum Thema „Auswirkungen eines Auslandsaufenthaltes auf die Persönlichkeitsentwicklung“ bewogen?

Frühere Studien haben gezeigt, dass bedeutsame Lebensereignisse, wie zum Beispiel das Eingehen einer ersten Partnerschaft oder der Eintritt in das Berufsleben, mit Persönlichkeitsentwicklung einhergehen. Durch meine eigenen Auslandserfahrungen – ein Studiensemester in Frankreich und ein Praktikum in Südafrika – wurde mein Interesse am Thema internationale Mobilität geweckt und mich interessierte besonders, ob auch internationale Mobilitätserfahrungen zu diesen tiefgreifenden Lebenserfahrungen zählen, die die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen.

Für welche Zielgruppe hatten Sie sich entschieden und warum?

Im Rahmen unserer Längsschnittstudie „PEDES – Personality Development of Sojourners“ haben wir junge Erwachsene untersucht, die einen Teil ihres Studiums im Ausland verbrachten. Diese Zielgruppe hat mich besonders interessiert, weil diese Form internationaler Mobilität in den vergangenen Jahren so immens zugenommen hat und so zu einem wichtigen Bestandteil der Lebenswelt junger Erwachsener in vielen europäischen Ländern geworden ist.

Wie lassen sich ihre Erkenntnisse zusammenfassen?

Im Rahmen unserer Studie sind wir mehreren Forschungsfragen nachgegangen. Einerseits wollten wir herausfinden, wer eigentlich ins Ausland geht oder anders ausgedrückt: ob zukünftige Auslandsstudierende sich auch schon vor dieser Erfahrung in zentralen Persönlichkeitsmerkmalen von ihren Kommilitonen unterscheiden. Andererseits interessierte uns, ob die Auslandserfahrungen auch über möglicherweise schon vorab bestehende Unterschiede hinaus einen Einfluss auf die weitere Persönlichkeitsentwicklung haben. Tatsächlich zeigte sich, dass sich die zukünftigen Weltenbummler auch schon unmittelbar vor ihrem Aufbruch in die Ferne in zentralen Persönlichkeitsdimensionen von Kontrollstudierenden ohne Auslandserfahrungen, die das kommende Studienjahr in Deutschland planten, unterschieden. Alle Auslandsstudierenden zeigten höhere Werte in Extraversion, ein Persönlichkeitsfaktor, der Merkmale wie Geselligkeit, Herzlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit umfasst. Studierende, die sich für einen längeren Auslandsaufenthalt entschieden, unterschieden sich zudem durch höhere Offenheitswerte von der Kontrollgruppe, diejenigen, die einen einsemestrigen Auslandsaufenthalt planten, waren hingegen schon vorab deutlich gewissenhafter als ihre Kommilitonen. Über diese bestehenden Persönlichkeitsunterschiede hinaus waren außerdem Auswirkungen der Auslandserfahrungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Erwachsenen festzustellen. Diese betrafen die Persönlichkeitsmerkmale Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Neurotizismus. Die Entwicklungsverläufe der Auslandsstudierenden unterschieden sich von denen der Kontrollgruppe durch eine positive Entwicklungstendenz für Offenheit, eine deutlichere Zunahme von Verträglichkeit sowie eine stärkere Abnahme des Neurotizismus, d.h. von Merkmalen wie Ängstlichkeit oder soziale Befangenheit.

Was war die für Sie überraschendste Erkenntnis?

Überraschend fand ich, dass diese empirischen Ergebnisse tatsächlich eine häufige Alltagsbeobachtung bestätigen. Aus der bisherigen Forschung wissen wir, dass Merkmale wie Verträglichkeit bei den meisten Menschen im Laufe ihres Lebens zunehmen, während Merkmale wie Ängstlichkeit und soziale Befangenheit eher abnehmen. In genau diese Richtung gingen auch die Effekte der Auslandserfahrungen. In anderen Worten: junge Menschen, die Auslandserfahrungen sammeln, können davon auch im Sinne ihrer Persönlichkeitsreifung profitieren.

Denken Sie, dass sich ihre Erkenntnisse auch auf eine andere Zielgruppe, z.B. im Bereich Work & Travel, Freiwilligenarbeit etc., übertragen lassen?

Aus unserer bisherigen Forschung können wir dazu noch keine verlässlichen Schlüsse ziehen. Insgesamt gibt es zur Persönlichkeitsentwicklung im Kontext internationaler Mobilitätserfahrungen erst wenige Studien, die mehrere Messzeitpunkte umfassen und so zuverlässige Rückschlüsse über den Einfluss der Auslandserfahrung erlauben. Allerdings sind dies aus meiner Sicht spannende Fragen, denen wir uns gerne auch in unseren zukünftigen Projekten widmen möchten.

Wir bedanken uns bei Frau Dr. Julia Zimmermann für das Interview. Weitere Details zur Studie "Zimmermann, J. & Neyer, F. J. (2013). Do we become a different person when hitting the road? Personality development of sojourners. Journal of Personality and Social Psychology, 105, 515-530. doi: 10.1037/a0033019" finden Sie hier.

Informationsveranstaltungen

Gerne kommen wir zu Ihnen an die Schule und stellen die Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten persönlich vor. Wir stellen uns dabei zeitlich gerne auf Sie und Ihre Rahmenbedingungen ein. Diese können von einer Schulstunde bis zu einem Vortrag bei einem "Tag der offenen Tür" o.ä. reichen. Unser Angebot ist dabei völlig unverbindlich und vor allem nicht werblich.

Praktikawelten Qualitätsmanagerin Sandra Geisler hält Katalog 2014
Sandra - Expertin
Qualitätsmanagement
Sandra ist deine Hauptansprechpartnerin für dieses Programm. Fragen? Du erreichst mich unter: 089-286751-0 Infoveranstaltungen in deiner Nähe

Durchgeführt werden die interaktiven Workshops von unserer Sozialpädagogin und Qualitätsmanagerin, Sandra Geisler. Diese ist neben den pädagogischen Leitlinien und der Abstimmung mit den Partnern in den Zielländern für die Interkulturellen Vorbereitungsseminare der Teilnehmer verantwortlich. Die vielfältigen Erfahrungen durch die eigene Arbeit an einer Münchner Schule fließen dabei in den Ablauf der Workshops mit ein.

Sandra Geisler
Quality Manager
Dipl.-Sozialpädagogin (FH), M.A.

Vielen Dank, dass Sie mit Praktikawelten nun schon seit Jahren den Studien- und Berufsfindungstag an der Rainer-Werner-Fassbinder-Fachoberschule mit einem Stand bereichern. Häufig wissen unsere Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur noch nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen. Ein Auslandsaufenthalt ist dann für viele eine Option und wir sind dankbar, dass Sie diesen Schülerinnen und Schülern kompetente Ansprechpartner sind. Wir freuen uns, dass Ihr vielbesuchter Stand auch in den nächsten Jahren unser Informationsangebot komplettiert. Mit freundlichen Grüßen, Koordinator der Beratungsangebote Städtische Rainer-Werner-Fassbinder Fachoberschule München

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