Wildtier Rehab Ohio in USA

"Elvis ist ebenfalls ein Eichhörnchen, welches ich schon von klein auf betreut habe"

  • Freiwilligenarbeit
  • USA
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

02.08.2012

Ann-Kathrin schrieb:

"Vor meinem Abflug hatte ich nur eine geringe Vorstellung von meinen Aufgaben im Projekt. Na klar wusste ich grob was zu tun ist, aber ich hatte mir nicht träumen lassen, dass mir alle Tiere so sehr ans Herz wachsen und ich mich so schnell einarbeiten würde. Ich dachte, dass dies genau die richtige Arbeit für mich ist und genau so war es. Na klar, war ich zu Beginn nervös, alleine in die USA zu fliegen und dann auch noch 8 Wochen dort zu leben und zu arbeiten, aber all der Angst stand die Vorfreude gegenüber. Die USA waren genau wie ich sie mir vorgestellt habe, einfach nur wunderschön und etwas ganz anderes als Deutschland. Man bemerke, die Läden hatten sogar jeden Sonntag auf, was für mich zunächst überraschend war, sich aber als ein großer Vorteil herausstellte.

Die Zeit im vergangenen Sommer war bisher eine der besten Erfahrungen, die ich erleben konnte. Nicht nur die neuen Freunde, die ich dort getroffen habe, sondern auch die Aufgaben, die mir aufgetragen worden sind. Es ist eine Zeit gewesen, die ich nicht missen will und die ich nie vergessen werde.

Mein Tag fing schon jeden Morgen sehr früh um 7 Uhr an. Wir starteten  mit unserer Morgenrunde, in der alle Tiere gefüttert und die Käfige gereinigt werden mussten. Da alle Babys Priorität hatten, fing ich mit den Eichhörnchenbabys an. Als ich dies erledigt hatte, war Elvis an der Reihe. Elvis ist ebenfalls ein Eichhörnchen, welches ich schon von klein auf betreut habe. Als nächstes in unserer Runde war die Außenrunde an der Reihe, die ich mit meiner Mitbewohnerin und den anderen Arbeitern, wie auch mit der Projektleiterin, erledigte. In dieser Runde fütterten wir die Enten, Füchse, Eichhörnchen, Opossums, etc. Da wir dies arbeitsteilig taten waren wir immer ziemlich zeitig damit fertig. Nach der Runde hatten wir erst einmal Freizeit, welche wir nutzten, um zu frühstücken, da wir beide nicht die Freunde vom frühen essen waren :). Ebenfalls mussten auch anfänglich stündlich, die Babyvögel gefüttert werden, welche aber nach ein paar Wochen nicht mehr zum Füttern kamen, da sie irgendwann alt genug waren, um alleine zu leben :). Gegen 18 Uhr fingen wir mit unserer Abendrunde an, die ähnlich wie die Morgenrunde war. Als die Runde vorbei war, hatten wir unseren wohlverdienten Feierabend, den wir unterschiedlich gestaltet haben. Manchmal haben wir den Tag schön mit der Projektleiterin auf der Terrasse ausklingen lassen, manchmal einen entspannten DVD Abend gemacht. Häufig haben wir auch Hochzeitsshows geguckt, die im amerikanischen Fernsehen wirklich oft liefen. Nach einem anstrengenden Tag sind wir dann abends ins Bett gefallen.

Während meiner Arbeit konnte ich verschiedene Kompetenzen lernen, wie die Teamfähigkeit aber auch, wie man mit den unterschiedlichen Tieren umzugehen hat. Dies war sehr förderlich und lässt sich auch noch nach meinem Aufenthalt anwenden. Des Weiteren habe ich Vieles über mich selber gelernt, was ich gut kann und was nichts für mich ist. Ich habe für mich gemerkt, dass mit Tieren zu arbeiten mir einfach unheimlich viel Spaß macht und ich es bestimmt irgendwann erneut machen werde.

Alle Einheimischen, die mir begegnet sind, waren immer sehr aufgeschlossen und freundlich. Natürlich hat man auch ein paar Unterschiede in der Kultur bemerkt wie zum Beispiel beim Essen oder allein an der Mentalität. Vor Ort waren viele christliche Schulen, die ich sehr gegensätzlich zu meiner Heimat empfand. Dennoch wurden jegliche Religionen akzeptiert und es gab nie Streitereien deswegen. Ein ganz besonderer Unterschied zwischen den Kulturen war, dass alle Läden auch an einem Sonntag geöffnet haben, dass an der Kasse dein Einkauf für dich in Tüten gepackt und manchmal auch zum Auto gebracht wurde. Es viel mir sehr schwer dies in Deutschland wieder abzugewöhnen.

Meine Freizeit habe ich so gut wie immer mit meiner Mitbewohnerin und meinen Freunden verbracht. Wir haben unterschiedliche Ausflüge unternommen, wie in den Cedar Point oder nach Cleveland zu fahren und sehr häufig waren wir auch im Kino oder haben einen Mädelsabend gemacht. An einem Tag haben meine Mitbewohnerin und ich mit der Projektleiterin einen Ausflug gemacht, an dem uns die Natur von Ohio gezeigt wurde. An diesem Tag wurden uns wunderschöne Einblicke und auch Insidertipps geboten und wir konnten viele schöne Fotos machen. Abends waren wir auch ab und zu unterwegs, manchmal in Columbus feiern oder mit Freunden zum Essen. Diese Abende habe ich immer sehr genossen und sie zaubern mir auch jetzt immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich an all die lustigen Geschichten denke, die meine Freunde und ich zusammen erlebt haben :)

Besonders gut hat mir gefallen, dass man bei Rückfragen immer auch telefonisch beraten wurde und falls man seine Kontaktperson mal nicht direkt erreicht hat, so wurde man immer schnell zurückgerufen.

Letztendlich habe ich keine Betreuung vor Ort gebraucht, aber ich fand es sehr freundlich, eine Begrüßungsemail zu bekommen und ich war oft mit einem Mitarbeiter von Praktikawelten via Email in Kontakt und habe ein paar Bilder geschickt, sowie berichtet wie es mir gefällt. Von meiner Mitbewohnerin habe ich aber auch mitbekommen, dass auf Rückfragen immer schnell geantwortet wurde und versucht wurde mögliche Probleme zu lösen. Sehr gut fand ich, dass man im Notfall immer einen Ansprechpartner hatte. :-)

Mein Fazit:

Nicht nur, dass ich neue Freunde kennengelernt und die USA gesehen habe, ich konnte auch noch meine Sprachkenntnisse verbessern und mir den amerikanischen Akzent angewöhnen :). Außerdem war es so spannend alleine in ein Land zu fliegen in dem ich vorher noch nie war. In den letzten Wochen habe ich auch gelernt, dass ein Auslandsaufenthalt immer von Vorteil ist und ich es bereut hätte, es nicht getan zu haben. Des Weiteren habe ich so viele schöne Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen möchte und die immer in meinem Kopf bleiben werden! :-)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Ann-Kathrin G. so begeistert hat: Wildtier Rehab Ohio in USA