Wildpferde Florida in USA
Zwei Pferde am Zaun

"Ich habe unglaublich tolle Dinge erlebt und bin über mich selbst hinaus gewachsen "

  • Freiwilligenarbeit
  • USA
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von (19 Jahre)

23.11.2015

Bevor ich nach Florida geflogen bin, hatte ich einige Bedenken, wie sich mein Auslandsaufenthalt wohl gestalten könnte. Amerika an sich kannte ich schon durch einen vorherigen Urlaub, also wusste ich ungefähr was ich angesichts des Landes und der Menschen zu erwarten hatte. Trotzdem wusste ich nicht genau, auf was für Leute ich treffe und wie offen sie sein würden. Hinsichtlich der Arbeit habe ich mich vorab darauf eingestellt, dass es sicherlich nicht immer leicht und entspannt werden würde. Diese Einstellung hat sich im Nachhinein auch bewährt, da ich dadurch keine Probleme hatte zu arbeiten und immer viel Spaß dabei hatte.

In meiner ersten Woche hatte ich ein paar Schwierigkeiten mich alleine zu Recht zu finden und musste auch oft den ersten Schritt machen und auf die anderen Freiwilligen zu gehen. Nachdem ich mich aber erst einmal dazu überwunden hatte, war es ganz leicht mit den Leuten in Kontakt zu kommen und alle waren sehr aufgeschlossen und super nett. Nachdem das erste Eis gebrochen ist, habe ich auch schnell neue Freunde aus verschiedenen Ländern getroffen und hatte somit gleich Anschluss. Das gute ist, dass alle am Anfang dieselbe Situation durch machen und einmal die "Neuen" sind.

Da ich für zwei Monate im Projekt war, hatte ich die Möglichkeit Verantwortung in Bezug auf die Pferde zu übernehmen und die Besitzerin als Ansprechperson zu vertreten, wenn sie mal keine Zeit hatte. Dadurch habe ich sehr viel über mich persönlich gelernt und bin auch an den kleinen Herausforderungen gewachsen. Man muss definitiv dazu bereit sein selbst die Initiative zu ergreifen, somit macht man sich es selbst einfacher und man hat die Chance eine wundervolle Zeit in diesem Projekt zu verbringen.

Diane als Besitzerin des Rescue Centers ist ein total liebenswürdiger Mensch, der sich auch sehr für uns Freiwillige eingesetzt und uns viele tolle Aktivitäten ermöglicht hat.Da ich die Arbeit mit den Pferden sehr genossen habe und mich gleichzeitig zwischen allen anderen Freiwilligen und Diane so wohl gefühlt habe, habe ich jede Sekunde meines Aufenthaltes geliebt und gelebt.

Ein typischer Tag bestand darin, dass wir morgens um 8:30 Uhr fertig sein mussten, um mit der Arbeit zu beginnen. Jeder war für sein Frühstück selbst verantwortlich, sodass auch jeder aufstehen konnte, wann er wollte. Ich bin meistens um 7:30 Uhr aufgestanden und habe gemeinsam mit den anderen Freiwilligen, die schon wach waren, gefrühstückt.
Um 8:30 Uhr sind wir eigenständig zum Stall gegangen und haben in zweier oder dreier Teams angefangen, die Pens der Pferde auszumisten und zu harken. Das hat circa eine Stunde gedauert, wobei wir nebenbei Radio gehört haben und schon die Wärme Floridas genießen konnten. Als zweites ging es an das Verteilen des Heus für alle Pferde und anschließend wurden alle mit Kraftfutter gefüttert. Danach haben wir noch die Wasserbehälter gesäubert und aufgefüllt, sowie den Dog Pen sauber gemacht und die Kleintiere gefüttert. Diese Arbeiten gingen immer sehr schnell, da wir genug Leute waren.
Um 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr hatten wir Zeit uns um unsere project horses zu kümmern. Das heißt, dass jeder Freiwillige am Anfang seines Projekts ein Mustang zu geteilt bekommt, der besondere Aufmerksamkeit benötigt, seien es Hautprobleme oder Scheu vor Menschen. Die Pferde haben wir dann für die ganze Dauer unseres Projekts betreut und konnten so auch Fortschritte und Veränderungen feststellen. Wir haben die Mustangs geputzt, entsprechend versorgt und konnten mit ihnen auf dem Gelände des Rescue Centers spazieren gehen oder einfach Zeit mit ihnen verbringen.
Um 12:00 Uhr gab es jeden Tag Lunch, dass immer von zwei Leuten vorbereitet wurde, die für diesen Tag kitchen duty hatten. Es gab immer reichlich und eine gute Auswahl an Essen, sodass für jeden etwas dabei war.
Bis 15:00 Uhr hatten wir Mittagspause, in der wir zum Beispiel Zeit hatten, im Pool zu schwimmen oder einfach gemeinsam Spiele zu spielen, zu lesen oder die Sonne zu genießen. Danach stand jeden Tag etwas anderes an. Einmal die Woche ist ein Pferdetrainer zu uns gekommen, der uns verschiedene Dinge über die Arbeit mit Pferden gezeigt hat oder wir haben etwas außerhalb des Centers unternommen. Zum Beispiel Kayak oder Air Boot fahren, in den Zoo gehen, zum Strand fahren, einmal die Woche sind wir Ausreiten gewesen oder waren auch mal shoppen. Für das Nachmittagsprogramm konnten wir immer Vorschläge einbringen und wurde uns auch zu Beginn der Woche mitgeteilt, sodass wir wussten, was an welchem Tag anstand. Abends haben wir die Pferde noch einmal mit Heu und Futter versorgt und danach haben die Leute, die kitchen duty hatten, gemeinsam mit Diane für alle gekocht und wir haben zusammen gegessen. Den Rest des Abends konnten wir dann so gestalten, wie wir Lust hatten. Ich habe meistens mit den anderen zusammen Karten gespielt oder wir haben zusammen einen Film geschaut.

Ich habe meine Teamfähigkeiten weiter ausbauen können und habe gelernt über einen längeren Zeitraum in einer großen Gruppe zusammen zu leben. Dadurch hatte ich die Chance zu lernen, wie ich mich noch besser auf andere Menschen einstellen kann und wie ich mit diesen umgehe.

Ich muss sagen, dass sich die amerikanische Kultur meiner Meinung nach nicht extrem von der unserer unterscheidet. Das mag aber auch daran liegen, dass Diane und Malice durchgängig mit hauptsächlich europäischen Freiwilligen zusammenarbeiten und sich somit auch mit unserer Kultur auskennen. Ansonsten empfand ich die amerikanische Kultur als sehr angenehm.

Besonders ist mir auf gefallen, dass die Amerikaner alle durchweg sehr freundlich und hilfsbereit sind. Es ist sehr leicht mit ihnen ins Gespräch zu kommen, was meiner Meinung nach in Deutschland meistens nicht der Fall ist. Im Projekt habe ich viele tolle Leute kennengelernt, vermehrt aus Belgien, sodass sie mir in unserer Freizeit versucht haben Französisch beizubringen. Ansonsten haben wir zusammen gekocht, Karten gespielt, Filme geschaut, sind im Pool oder am Strand gewesen oder haben einfach nett zusammen gesessen und gequatscht. Außerdem war ich mit zwei anderen Mädchen zusammen in Orlando für 3 Tage. Dort waren wir in einem Outlet shoppen und haben uns die Universal Studios angsehen.

Einer der schönsten Momente für mich war, als ich mein Projektpferd auf ihrem ersten Ausritt als erste Freiwillige reiten durfte. Nachdem ich mich seit 7 Wochen um sie gekümmert habe, war ich in diesem Moment so unglaublich stolz auf sie. Das war eine große Ehre für mich und diesen unglaublichen Moment werde ich so schnell nicht vergessen!

Die Betreuung von Praktikawelten hat mir sehr gut gefallen. Die Antworten auf meine Fragen kamen schnell, genauso wie die Infomaterialen.

Ich persönlich habe mich sehr gut mit Diane und auch ihrer Freundin Malice verstanden. Beide sind starke Frauen und ich bewundere sie für ihr Engagement für die Tiere und auch für ihre Freiwilligen. Ich habe mich sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt und hatte auch immer den Eindruck, dass meine Arbeit geschätzt wird. Diane hatte auch immer ein offenes Ohr für Probleme, Fragen oder Anregungen. Es macht einfach Spaß sich mit ihr zu unterhalten, egal ob es um Pferde geht oder ums ganz normale Leben.

Fazit:
Ich bin so froh, dass ich mich nach anfänglichen Zweifeln doch dazu entschlossen habe, dieses Projekt zu machen. Ich habe unglaublich tolle Dinge erlebt, bin über mich selbst hinaus gewachsen und habe mich als Person besser kennengelernt. Außerdem habe ich eine Menge toller Leute getroffen, darunter auch einige engere Freunde, zu denen ich jetzt noch sehr engen Kontakt habe.Im Umgang mit Pferden konnte ich noch so viele Dinge lernen und mitnehmen, die ich auch Zuhause anwenden kann. Ich bin immer noch unglaublich beeindruckt von der Arbeit mit den Pferden und bin so froh, dass ich die Möglichkeit hatte, dies alles zu erleben.Obwohl ich jetzt schon länger wieder in Deutschland bin, habe ich noch regelmäßigen Kontakt zu Diane und zu anderen Freiwilligen und ich weiß, dass ich sehr schnell zum Wild Horse Rescue Center zurückkehren werde!

Tipps:
Als erstes sollte man aufgeschlossen sein und sich trauen auf Menschen zu zugehen, was aber nicht heißt, dass man sich nicht ins Ausland trauen sollte, wenn man schüchtern ist. Man muss nur manchmal über seinen eigenen Schatten springen und sich trauen, der Rest kommt von ganz alleine!Viel wichtiger sind die Sprachkenntnisse. Es ist wichtig, dass man die Anweisungen versteht und auch antworten kann. Wenn man die Sprache noch nicht so gut beherrscht, eignen sich Sprachschulen besser als Freiwilligenprojekte.

Erfahre mehr über das Projekt, das Ronja W. so begeistert hat: Wildpferde Florida in USA