Unterrichten in Ayutthaya in Thailand

"wir probierten Thaimassagen aus, besuchten Tempelanlagen, den Floating Market,..."

  • Freiwilligenarbeit
  • Thailand
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

14.08.2013

Anne schrieb:

"Vor Abflug hatte ich natürlich tausende Gedanken im Kopf umherschwirren, jedoch zwang ich mich, diese nicht zu sehr zu konkretisieren, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen. Das Land stellte ich mir als genaues Gegenteil zu Deutschland vor. Kein Stress, Freundlichkeit, noch nicht so entwickelt... eben alles anders! Das Unterrichten stellte ich mir ganz anders vor, als es letztendlich war. Ich dachte mir schon Übungen für den Sportunterricht aus, malte mir Staffelspiele aus und freute mich auf die Kinder, mit denen ich bald den Alltag verbringen würde.

Ich habe meine Zeit in Thailand mehr als genossen und bin immer noch total begeistert von dem Land und den Leuten!

Jeden Morgen stand ich auf, frühstückte mit den anderen Volunteers und machte mich dann auf den Weg zur Schule. Erst musste ich 5-10 Minuten zur Fähre laufen, die mich auf die andere Seite des Flusses brachte und dann noch einmal kurz zur Schule laufen. Dort fand auf dem Schulhof der morgendliche Appell mit Nationalhymne singen, Flagge hissen, Beten und dem "Wort des Tages" statt. Um 08:30 Uhr begann die erste Stunde und damit mein Einsatz. Ich hatte jeden Tag drei aufeinanderfolgende Unterrichtsstunden, also immer von 8.30-11.30 Uhr.

Die Konzentration der Kinder war natürlich aufgrund der fehlenden Pausen mangelhaft, aber trotzdem zeigten die meisten großes Interesse an der englischen Sprache und auch viel Spaß beim Erlernen dieser. Schade war, dass die Lehrer ebenfalls nur ein sehr schlechtes Englisch sprachen und somit die Vermittlung zwischen den Schülern und mir oft auf der Strecke blieb. Aber man hat ja Hände und Füße ;) Nach den drei Unterrichtsstunden bekam ich Lunch in der Schule und im Gegensatz zu den Kindern, auf die noch der Nachmittagsunterricht wartete, hatte ich schon Schluss und konnte wieder den Heimweg ins Volunteers House antreten. So hatte ich den Nachmittag immer frei, um zu entspannen, die Stadt zu erkunden, Ausflüge für das Wochenende zu planen, die anderen Freiwilligen besser kennenzulernen und auch die nächsten Schulstunden vorzubereiten.

Dies war der Alltag von Montag-Donnerstag und Freitag-Sonntag nutzten wir immer die Zeit, um das Land zu erkunden und andere Dinge zu entdecken.

Da ich gerade mein Abitur abgelegt habe, war es für mich sehr spannend mal in die Rolle des Lehrers zu schlüpfen, nachdem ich 12 Jahre lang Schüler war. Auf einmal hatte ich selbst eine Menge Verantwortung und so viele Kinder vor mir, die darauf hörten, was ich sage und etwas von mir gelernt bekommen wollten. Ungewöhnliches Gefühl!

Aber auf jeden Fall konnte ich etwas aus dem Projekt mitnehmen und viele Erfahrungen sammeln. Nun weiß ich, dass ich sicherlich keine Grundschullehrerin werde ;) Aber ohne diese Erfahrung, hätte ich das nie ausschließen können. Trotz allem hat mir das Unterrichten viel Spaß gemacht, vor allem weil ich den Eindruck hatte, dass die Kinder auch Freude daran haben.

Das ganze Leben der Thais hat mich total fasziniert. Viele waren sehr offen und ich konnte einige Gespräche (in gebrochenem Englisch) führen, um mehr über die Kultur und das gesamte Leben zu erfahren. Auch beim Einkaufen in einheimischen Läden erfuhr ich nur Hilfsbereitschaft und Bemühen, uns beispielsweise Verpackungsaufschriften zu übersetzen. Auch die Köchin in der Schule war unglaublich lieb und ließ uns verschiedene Dinge probieren und kosten. Auch auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, Straßen, Bussen, usw. konnte man immer auf gute Wegbeschreibungen der Einheimischen hoffen und bauen.

In der Woche in Ayutthaya waren wir viel unterwegs und probierten beispielsweise Thaimassagen aus, besuchten Tempelanlagen, den Floating Market, und und und... Abends saßen wir immer im Volunteers House zusammen oder waren manchmal auch in einer der Bars anzutreffen. Man war jedenfalls nie allein.

Am Wochenende unternahmen wir die vielfältigsten Trips in Gruppen von mehreren Freiwilligen. Wir waren in Bangkok, Kanchanaburi, Chiang Mai, Hua Hin und auf Ko Phi Phi. Das richtig abwechslunsgreich und einfach genial!

Der schönste Moment meines Aufenthalts war in dem Erawan National Park in der Nähe von Kanchanaburi. Mit mehreren Freiwilligen machte ich mich auf den Weg die sieben Stufen des Wasserfalls zu erklimmen. Doch schon bei der 2. Ebene fing es an zu regnen! Und es hörte auch nicht mehr auf... Doch trotz Nässe, Schlamm, rutschigen, steilen und kaum begehbaren Wegen (eigentlich war es teilweise fast schon klettern!), erreichten wir im strömenden Regen die 7. Ebene - ein überwältigendes Gefühl! Einfach nur Wahnsinn, was die Natur da geschaffen hat! Wegen dem Regen waren alle Kameras und Handys in den Taschen verstaut (eine hatte schon den Geist aufgegeben, deswegen sollten die anderen vor Wasserschäden geschützt bleiben) und genau deswegen brannte sich das Bild bei mir ein, weil ich da schon dachte "Saug diesen Moment so gut es geht auf! Alles andere hast du fotografiert, aber das nicht!" Und genau das hab ich getan. Unglaublich!

Ich fand es super, dass ich immer so schnell Antworten auf meine Fragen per Mail bekommen habe. Auch die Informationen vor der Reise waren gut, alles gut organisiert - ich war echt zufrieden.

Die Betreuung vor Ort war echt super! Der Koordinator vor Ort, war sehr hilfsbereit und hat bei jedem Problem geholfen. Egal, obihn Guy war Verlass ;-). Abends kam immer eine Köchin und zauberte das leckerste Essen - natürlich wurde auf Vegetarier und bestimmte Allergien o.ä. Rücksicht genommen.

Alles in allem war es eine wundervolle Erfahrung und das bis jetzt wohl gröößte Abenteuer meines Lebens! :)

Mein Tipp an euch:

Seid offen und fragt ganz viel nach! Nur auf diese Weise könnt ihr das Land richtig kennenlernen. Probiert so viel wie möglich aus - und damit meine ich nicht nur das Essen ;)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Anna S. so begeistert hat: Unterrichten in Ayutthaya in Thailand