Sozialarbeit mit Kindern in Ayutthaya in Thailand

"einmal haben wir uns tatsächlich getraut, Insekten zu essen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Thailand
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

11.12.2010

Laura schrieb:

"Vor meinem Abflug von Frankfurt, war ich unglaublich aufgeregt und gespannt, was mich erwarten würde...außerdem war wegen dem vielen Schnee gar nicht sicher, ob ich überhaupt aus Deutschland weg kommen werde.

Mein Rucksack war recht schnell mit unterschiedlichen Dingen gepackt. Von Shirts und kurzen Hosen bis hin zu weiten luftigen Hemden war alles dabei, da ich ja nicht genau wusste, wie ich mich bei der Arbeit kleiden soll. Die Arbeit selbst habe ich mir sehr interessant vorgestellt und habe mich sehr darauf gefreut, dadurch mehr von Thailand und den Menschen dort zu lernen. Aber trotz aller Aufregung habe ich mich bemüht, nicht zu viel zu erwarten und vor allem Ruhe zu bewahren.

Ich hatte eine wirklich gute Zeit in Thailand!! Zum einen hat mir die Arbeit mit den Kindern Spaß gemacht und zum anderen habe ich in den zwei Monaten unglaublich viel von Thailand gesehen, da wir die Möglichkeit hatten, an den Wochenenden zu reisen. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir möglich ist, so viel unterwegs zu sein. Aber ich denke genau das hat eine gute Mischung aus Arbeit und "Urlaub" zu gelassen.

Die Arbeit an sich betraf jeden Tag ca. vier Stunden. Am Anfang musste ich mich natürlich erst mal einleben und da ich dort jeden Tag nur vier Stunden beschäftigt war, wusste ich zunächst nicht, wie ich den restlichen Tag verbringen soll..klar gibt es in Ayutthaya jede Menge zu sehen, aber bei zwei Monaten ist nach einer Zeit auch alles ausgeschöpft. Als ich mich dann in Thailand so eingelebt hatte, konnte ich mit die Zeit immer mit etwas anderem Vertreiben und schließlich musste ja auch die Reise fürs nächste Wochenende geplant werden.

Ich bin meist von Montag bis Donnerstag in die Schule gegangen und zwar von acht Uhr bis zwölf Uhr. In der Schule schien mir zunächst alles sehr eintönig zu verlaufen, doch da ich recht lange da war, habe ich doch viele schöne und interessante Dinge, wie das Sportfest miterlebt.

Außerdem haben die Kinder eigentlich jeden Tag etwas anderes gemacht: von Spielen bis zum Mathe- oder Englisch-Unterricht war alles dabei. Auch ich habe mich fast jeden Tag mit einer Gruppe von fünf Kindern beschäftigt. Meist habe ich versucht, ihnen etwas Englisch beizubringen, was allerdings nicht immer so leicht war. Aber durch Malen, Bilder oder Spiele hat es doch ganz gut geklappt. So um elf Uhr gab es immer Mittagessen für die Kinder. Dabei habe ich entweder bei der Essensausgabe oder dem Verteilen des Bestecks oder der Getränke geholfen. Da die Thailänder sehr viel Wert auf Sauberkeit legen, haben wir auch zweimal täglich das Klassenzimmer gefegt und gewischt. An sich gab es viele Sachen, die sich jeden Tag wiederholt haben, aber daneben auch jeden Tag etwas Neues. Das hat es mir auch etwas erleichtert, in den Tagesablauf reinzukommen. Außerdem haben mich die Lehrer und Lehrerinnen an meiner Schule auch sehr gut aufgenommen und mich immer mit einbezogen.

Die Arbeit hat mir noch einmal gezeigt, dass ich auf jeden Fall in dem sozialen Bereich tätig sein möchte. Außerdem habe ich gelernt, mich mit einer ganz anderen Kultur auseinanderzusetzen und mich in deren Alltag einzubringen. Dies ist mir nicht immer so leicht gefallen wie es sich hier vielleicht anhört...aber man muss sich einfach manchmal wieder neuen Mut machen und sich selbst motivieren! Ich denke, dass auch das etwas ist, was ich dort gelernt habe...nicht gleich aufzugeben!!

Besonders aufgefallen ist mir, dass die Thailänder ein unglaublich freundliches Volk sind und immer bemüht sind, dass es einem gut geht und dass man sich wohl fühlt. Die Kultur ist wirklich interessant und man hat in Thailand die Möglichkeit, sich mit ihr auseinanderzusetzen und diese besser kennenzulernen. Ich habe mich vom ersten Moment an wohl gefühlt...besonders die Leichtigkeit, dort zu reisen, geben einem ein gutes Gefühl und Vertrauen in das Land und die Menschen.

Am Wochenende sind wir immer in einem anderen Teil des Landes unterwegs gewesen. Wir waren unter anderem ganz oben im Norden, wo wir eine Trekking Tour durch den National Park gemacht haben und an einem anderen Wochenende waren wir ganz unten im Süden, wo wir einfach den ganzen Tag faul in der Hängematte lagen :) Unter der Woche waren wir oft auf dem Markt, in Einkaufscentern oder ich habe mir nach der Schule die Zeit genommen viel zu lesen. Dadurch, dass das Haus meistens voll war, war eigentlich immer etwas los und man hatte meistens jemanden zum Reden oder um etwas zu unternehmen. Wirklich langweilig wird es einem nicht...man muss einfach mal die Augen öffnen und sich darauf einlassen.

Ich hatte viele schöne Momente während meinem Aufenthalt in Thailand. Zum einen fällt mir da Silvester in Bangkok ein... :D da hatten wir jede Menge Spaß auf der Khao San Road mit all den bunten und verrückten Menschen...Man lernt schnell neue Leute kennen und wenn man möchte, kann man gut feiern oder gemütlich in einer der Bars rumhängen.

Ein anderes Erlebnis war in Cha-am: dort wollten uns immer alle Thailänder fotografieren, obwohl sie uns gar nicht kannten aber wir waren eben durch unsere Hautfarbe besonders für sie.

Oder, einmal haben wir uns tatsächlich getraut, Insekten zu essen. Auch ein Skorpion war dabei...

Zwei meiner schönsten Momente waren zum einen, als eine meiner besten Freundinnen nach Bangkok kam und wir meine letzten fünf Tage gemeinsam verbracht haben und zum zweiten, als ich auf dem Weg zum Flughafen gemerkt habe, wie sehr mir das Land und die Leute ans Herz gewachsen sind...

Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt...unter anderem durch die Organisation in Deutschland und vor allem durch die vor Ort. Die Unterlagen haben mir einiges gebracht.

Nachdem ich angekommen war, wurde schnell klar, dass mein Gepäck nicht mit mir angekommen ist. Natürlich war ich erst einmal ziemlich am Ende und musste mich wieder einkriegen...alles hat sich natürlich verzögert, aber mein Abholer hat geduldig auf mich gewartet...Nachdem ich endlich meine Betreuerin kennengelernt habe, hat sie sich sehr nett um mich gekümmert und mir unter anderem eine Zahnbürste und Seife besorgt :) Sie hat sich auch noch einmal mit meiner Fluggesellschaft in Verbindung gesetzt, sodass mein Gepäck am nächsten Tag direkt ans Haus gebracht wurde. In den ganzen Wochen hatte ich immer mal wieder mit ihr zu tun und bei kleinen Problemen haben wir sie oder ihren Mann immer erreicht. Es war ein angenehmes Gefühl, dass sie nicht ständig da war und wir tun und lassen konnten was wir wollten, aber gleichzeitig wussten wir, dass wir sie jederzeit anrufen können!

Ich bin sehr froh, dass ich mich für einen Auslandsaufenthalt entschieden habe und besonders froh darüber, dass ich Thailand gewählt habe! Klar hat mich das Ganze weitergebracht, vor allem eine ganz fremde Kultur kennenzulernen und dort zu leben und zu arbeiten. Dazu kamen die verschiedenen Reisen am Wochenende, wodurch ich auch gelernt habe, in einem fremden Land rumzukommen und alles allein zu organisieren.

Ich finde es sehr wichtig, dass man sich vor der Abreise nicht einen allzu großen Kopf macht und vor allem nicht zu viel erwartet, meist ergibt sich alle von selbst und es wird eh ganz anders als man es erwartet."

Erfahre mehr über das Projekt, das Laura M. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ayutthaya in Thailand