Tauchexpedition in Südafrika

"Ich habe den Open Water und den Advanced PADI Kurs gemacht."

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von (25 Jahre)

01.04.2013

Simone schrieb:

"Ich habe mir wenig Gedanken darüber gemacht, was mich erwartet. Ich wollte alles auf mich zukommen lassen. Afrika kenne ich bereits, da hatte ich eine gewisse Vorstellung. Bezüglich der Arbeit kann ich nur sagen, dass ich biologisch-ökologische Maßnahmen in Kombination mit Tauchgängen erwartet habe.

Grundsätzlich hat mir das Programm sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach braucht man jedoch mindestens 2 Monate Zeit um sich richtig in die Materie einlesen und einarbeiten zu können. Erst dann kann man unter Wasser Daten richtig erfassen und diese verwenden und verarbeiten. Dazu kommt, dass man in den ersten 1 1/2 Wochen mit den Tauchscheinen beschäftigt ist und daher erst danach mit der Arbeit beginnen kann.

Mein Tagesablauf war in etwa so: Aufstehen, lecker Frühstücken, dann die Tauchausrüstung packen, zum Strand fahren, den ersten Tauchgang machen, eine kleine Pause, zweiter Tauchgang, wieder eine Pause und Mittagessen am Strand. Nachmittags dann evtl. dritter Tauchgang, dann langsam heim fahren, etwas ausruhen, alle Daten erfassen, lecker Abendessen, am Abend etwas unternehmen und dann schlafen gehen. :-)

Ich habe Einiges über die Biologie des Meeres und ihre verschiedenen Ökosysteme lernen können. Außerdem erhält man einen Einblick in die unglaubliche Vielfalt der Meeresbewohner und Korallen. Nicht zu vergessen die Taucherfahrung, die ich machen durfte! Ich habe sowohl den Open Water, als auch den Advanced PADI Kurs gemacht.

Grundsätzlich waren die Einheimischen, die ich getroffen habe, sehr nett und offenherzig. Privat waren wir komischerweise nur mit Weißen unterwegs, es gab selten die Möglichkeit Kontakt zu Farbigen aufzunehmen, außer am Strand. Daher ist die Kultur, die man in dieser Tauchregion antrifft, meiner Meinung nach nicht repräsentativ für die südafrikanische Kultur. Rassismus ist leider immer noch präsent, ausgehend von beiden Seiten. Das finde ich sehr schade und manche Aussagen der Einheimischen (Weiß und Farbig) haben mich wirklich schockiert!

Unser Koordinator hat sich gut um uns gekümmert, manchmal mussten wir jedoch richtig auf die "Suche" gehen nach einer Abendbeschäftigung.

Er und die anderen Tauchlehrer, die bei uns im Camp gewohnt haben, nahmen uns z.B. mit zum Sandboarden oder an einen nahegelegenen See zum Grillen. Außerdem waren wir am Wochenende zweimal auf einer Safari. Unter der Woche sind wir öfter Pizzaessen und in eine Bar gegangen oder waren am Feuer zusammen gesessen. Wir mussten schon hinterher sein, wenn wir was unternehmen wollten, aber letztendlich habe ich tolle Sachen erlebt und gesehen.

Am letzten Abend waren wir noch einmal zum Abschluss Pizzaessen in einem nahegelegenen Wohnwagen, der zu einer tollen Location umfunktioniert wurde. Dort wurde irgendwann eine Art Jamsession angestimmt, jeder hat auf irgendeinem Instrument Musik gemacht oder gesungen. Man hat zusammen gelacht und Spass gehabt, es war einfach so wie ich Afrika schon früher kennen und lieben gelernt habe – das war eigentlich einer meiner schönsten Momente.

Unser Koordinator war gut zu erreichen und wir hatten auch seine Handynummer. Er hat sich schöne Sachen ausgedacht, die wir mit ihm unternommen haben, abends oder am Wochenende. Manchmal hat es jedoch an der Organisation gehakt, bzw. hat er natürlich auch andere Dinge zu tun gehabt, als uns herum zu kutschieren. Dann sind wir im Camp gehockt, haben gelesen und waren zusammen gesessen. Aber wenn man schonmal in Afrika ist, möchte man ja auch etwas vom Land sehen. Wir hatten ohne ihn jedoch nicht die Möglichkeit, irgendwohin zu fahren oder etwas außerhalb zu unternehmen. Es gibt dort weder Bus noch Bahn, also waren wir quasi auf ihn und die anderen Tauchlehrer im Camp angewiesen, wenn wir irgendwohin mit dem Auto fahren wollten.

Mein Fazit: Auf jeden Fall war es eine tolle Erfahrung, ich habe viel gelernt, auch über mich selbst. Das nächste Mal will ich neben der Freiwilligenarbeit noch weiter das Land bereisen, davor oder danach. Dann bekommt man doch noch einen besseren Eindruck von Land und Leuten.

Mein Tipp: Man darf keine Angst vor Hunden haben, im Camp waren zu meiner Zeit fünf zum Teil große Hunde. :-)

Erfahre mehr über das Projekt, das Simone so begeistert hat: Tauchexpedition in Südafrika