Sozialarbeit mit Kindern in Südafrika
Zwei ineinanderliegende Hände

" Ich bin noch offener und flexibler als vorher."

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

Tabea schrieb:

 

Mein Tagesablauf:

"Wir haben Montag - Donnerstag jeweils von 8-12 Uhr gearbeitet. Als wir vom Praktikaweltenhaus abgeholt wurden, fuhren wir etwa 20 Minuten ins Township zu den verschiedenen Kindergärten. Die Kinder haben uns mit großer Freude empfangen und es wurde häufig gesungen, getanzt oder Fernsehen geschaut, bis alle Kinder da waren. Danach gab es direkt Frühstück, jeden Tag instant Haferbrei, der bei den Kindern sehr beliebt war. Wir haben außerdem das mitgebrachte Obst der Kinder gesammelt und aufgeteilt, sodass jeder einen gesunden Snack hatte später. Einige Kinder müssen noch viel gekuschelt, gewickelt oder gefüttert werden, die Älteren sind jedoch oft draußen gewesen auf einem kleinen Spielplatz und haben auch schon ein wenig spielerisch gelernt, als Vorbereitung für die Schule. (Zahlen, Buchstaben, Farben, Formen etc.) Um 11/halb 12 gab es dann schon die beliebten instant Nudeln, als Mittagessen. Einige Kinder haben aber auch ihr eigenes Essen von zu Hause mitgebracht. Danach war schon Schlafenszeit angesagt, denn bei 40 Leuten auf engstem Raum, kämpfen die Kinder um jede Aufmerksamkeit und sind mittags ganz schön müde und erschöpft. Wir haben dann immer die Matratzen und Decken vorbereitet und wurden vom Pick-Up eingesammelt.

Meine Freizeit:

Direkt nach der Arbeit im Projekt waren wir alle etwas geschafft und hungrig. Zum Glück hatten wir eine große Küche zum Kochen und einige Rückzugsorte in dem Haus in Gordans Bay. Das war eigentlich immer angenehm und gut machbar. Teilweise bin ich unten an den Strand gegangen, habe einen Kaffee im Wlan Café getrunken, um nach Hause zu telefonieren oder habe mich in der Beach Bibliothek entspannt und Bücher gelesen am Strand. Leider wird es relativ schnell dunkel und wir mussten schauen, dass wir gegen halb 6 dann wieder im Haus sind und uns draußen nicht mehr unbedingt alleine aufhalten. Abends haben wir häufig zusammen gekocht, Spiele gespielt und Musik gehört. Und natürlich zahlreiche wunderschöne Sonnenuntergänge geschaut von der riesigen Dachterrasse. Häufig sind wir an den Wochenenden nach Kapstadt gefahren, haben uns einen Uber geteilt und dort im Hostel geschlafen. Es ist nämlich je nach Verkehr eine Stunde etwa entfernt und dort gibt es natürlich viel mehr zu sehen und zu machen, als in Somerset West. Wir waren auf zahlreichen Foodmarkets, Wandern auf dem Lions head und Table mountain, Feiern in der Longstreet, haben Wein in Stellenbosch und Franschoek probiert und öfter mal in der Waterfront gebummelt. Außerdem haben wir viele Restaurants und Bars mit traditionellem Essen, Tanz und Gesang getestet und haben uns durch Townships, wie Langa und Gugulethu führen lassen.

Meine Erfahrungen mit der neuen Kultur:

Ich habe gelernt, viel verschiedener als in Afrika und Deutschland können Länder, Menschen und Kulturen fast nicht sein und daher ist es unfassbar wichtig, offen, flexibel und geduldig zu sein. Die Menschen dort haben teilweise sehr wenig Eigentum und sind trotzdem sehr glücklich, gelassen und stolz auf ihr Leben und Land. In Afrika gibt es keine Uhrzeit, für einige Deutsche teilweise sehr nervenraubend. Trotz dessen liebe ich die Kultur, den Tanz und die Musik und vorallem die Offenheit und Gastfreundlichkeit der Menschen. Genau so wie ihren Ehrgeiz und ihre Motivation, ein besseres Leben zu Leben.

Meine schönsten und ungewöhnlichsten Momente:

Die Kinder sind wirklich sehr zutraulich und gewöhnen sich schnell an neue Menschen. Es war unglaublich schön, mit ihnen zu tanzen, singen und ihnen aber auch beizubringen, dass es wichtig ist dankbar zu sein, zu teilen und ein herzensguter Mensch zu werden. Die kleinen Erfolge machten mich glücklich und ich fand es so schön, wie die Kinder mir ans Herz gewachsen sind. Lustig und ungewöhnlich waren häufig Momente, wenn die verschiedenen Kulturen aufeinander treffen und das Verhalten von einigen Deutschen, die nicht unbedingt sehr offen für Neues sind.

Meine Tipps für zukünftige Weltenbummler:

Seid einfach offen, flexibel und gelassen. Nehmt nicht alles zu ernst, macht alles mit und genießt euren Aufenthalt. Versucht unter die Leute zu kommen und macht das beste aus dieser einmaligen Erfahrung. Und lasst euch von nichts abhalten, was ihr gerne ausprobieren wollt. 

Mein Fazit:

Definitiv war dieser Auslandsaufenthalt die richtige Entscheidung. Am Ende bin ich zwar doch ziemlich auf meine Kosten gekommen und muss ganz ehrlich sagen, dass ich für Freiwilligenarbeit nicht erneut so viel Geld ausgeben würde. Dennoch war ich aber froh, immer einen Ansprechpartner zu haben und nie alleine zu sein. Für das erste Mal so lange im Ausland, war ich bei Praktikawelten schon sehr gut aufgehoben. Mich persönlich hat meine Reise in vielen Aspekten weiter gebracht. Ich bin noch offener und flexibler als vorher, lebe minimalistischer und brauche einfach nicht mehr so viel, um glücklich zu sein. Meine Ansprüche haben sich tatsächlich runtergeschraubt und ich mache mir selber nicht mehr so viel Druck und lasse mich schwer stressen von anderen Menschen. Diese Einstellung hoffe ich, weiterhin auch hier in Deutschland beibehalten zu können. Ein ganz großer Punkt ist auch die Dankbarkeit und zu verstehen, was man alles lernen kann von anderen Menschen, fremden Kulturen und Ländern. Einfach mit offeneren Augen durch die Welt zu laufen und bewusster zu leben und mit Geld umzugehen. Außerdem haben die Kinder mir persönlich super viel gegeben. Ich habe gelernt, dass man Schritt für Schritt geduldig sein muss und nicht von jetzt auf gleich die Welt verändern kann. Doch wenn man kleine Chancen nutzt und vielleicht auch andere Menschen inspiriert, dann ist man auf einem guten Weg. Wie viel die Kleinen allein schon verstehen und umsetzen ist unfassbar schön und motivierend.

Südafrikanisches Kind beim Rumalbern

Erfahre mehr über das Projekt, das Tabea H. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Südafrika