Faszination Pferde in Südafrika

"Ich kanns kaum erwarten zurückzukehren"

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 3 Wochen

Erfahrungsbericht von

2017-03-01

Annika schrieb:

"So sah mein typischer Tagesablauf aus:

Aufstehen um 6, dann fertig machen und Frühstück. 6.45 sind wir dann immer runter zur Farm gefahren. Dort haben wir als Erstes die Pferde versorgt, die dauerhaft auf der Farm bleiben. Hin und wieder musste der Paddock abgeäppelt werden und später dann die Pferde für die Ritte fertig gemacht werden. Natürlich durften wir auch immer mit reiten. Wenn keine Touristen-Ritte anstanden, sind Mariska, Christos oder Leon auch so mit uns ausgeritten. Gegen 12/13 Uhr sind wir wieder hochgefahren und haben Mittagspause bis 2/3 gehabt. Danach ging es noch kurz runter, um die Pferde nochmal zu füttern und das Wasser, Heu zu checken. Hin und wieder konnten wir dann zusehen, wie Christos mit den Jungpferden arbeitet bzw. einreitet. Den Rest des Tages hatten wir frei. Abendbrot gab es meist zwischen 6 und 7.

Das habe ich in meiner Freizeit unternommen:

Oft hatten wir am Vormittag zwischen dem Füttern und den Ritten etwas Zeit zum Relaxen. Dann saßen wir oft auf der Farm und haben geplaudert oder mit den Hunden gespielt. Manchmal konnten wir auch zusehen, wie Christos mit den jungen Pferden arbeitet oder sind mit Leon losgefahren, um Pferde zu suchen, die länger nicht gesehen wurden. Das war immer total cool, weil wir so ganz viel von der schönen Natur sehen konnten und die Baum-Plantage erkunden, in dem die ca. 50 Pferde der Farm sich über viele Quadratkilometer frei bewegen können. Da wir meistens gegen 4/5 wieder oben im Haus waren, hatten wir auch da genug Freizeit für uns. Oft haben wir uns rausgesetzt, die Sonne genossen und gelesen, DS gespielt oder mit den Hunden was unternommen. An den Regentagen saßen wir auch oft drüben im Wohnzimmer und haben Filme geschaut oder bei uns im Bungalow Spiele gespielt oder gelesen. Wer Lust hat, kann Leon und Mariska bzw. Christos auch mal bitten ihm die Natur zeigen zu lassen, z.B. Adams Kalender oder den Wasserfall! Einmal haben wir auch den Tag im Krüger Nationalpark auf Safari verbracht. Und den wundervollen Blyde River
Canyon kann man auch besuchen!

Meine Erfahrungen mit der neuen Kultur und Bevölkerung:

Die Leute sind super nett, freundlich und zuvorkommend. Es ist wirklich toll da, vor allem wegen der familiären Atmosphäre, die dort herrscht. Vier Hunde, zwei Betreuer und max. 2-3 Teilnehmer! Als Europäer ist es dann aber doch manchmal echt eine Umgewöhnung jeden Tag Fleisch zu essen. Denn ohne läuft da gar nichts ;) Aber das Essen von Leon und Mariska war immer super lecker. Auch ist der Umgang mit den Pferden dort super toll. Die knapp 50 Pferde, die zur Farm gehören, können sich dort auf einer riesigen Baum-Plantage in Kaapsehoop auf vielen Quadratkilometern frei bewegen und kommen/gehen, wann sie wollen. Das Paddock steht immer offen, außer es befinden sich gerade Pferde darin, die für Ritte etc. gebaucht werden. Wenn sie benötigt werden, werden einige ins Paddock gebracht und dann fertig gemacht für ihre Aufgaben. Die Haltung ist sehr natürlich und aufgrund der Freiheit sind die Tiere nicht nur zuverlässig und trittsicher, sondern auch glücklich und freudig bei der Arbeit. Christos erzieht seine Pferde, von denen er viele selbst gezüchtet hat, auf Grundlage verschiedener natural Horsemanship Arbeitsweisen und das funktioniert wirklich prima.

Mein schönster Moment?

Einer der schönsten Tage war, als wir uns morgens selber aussuchen durften, welches Pferd wir reiten wollen. Dann ging es ca. 1,5 Stunden mit Christos in die Berge. Das war eindeutig einer der interessantesten Ritte dort, vor allem weil wir über Stock und Stein geritten sind. Gerade fragst du dich noch: "Kann man da überhaupt lang? Das sieht nicht aus wie ein Weg." und schon bist du genau dort entlang geritten. Als wir zurückkamen haben wir neue Pferde für den nächsten Ritt fertig gemacht. Das war dann ein 2,5 Stunden Ritt. Und er war wundervoll. Als wir da so durch die atemberaubende Natur ritten, dachte ich nur die ganze Zeit: "WOW, das ist ja super schön hier. Das sieht aus wie in einem Reiterreisen Katalog!" Die Ausritte waren auch immer sehr erlebnisreich mit verschiedener Natur: Wälder, Wiesen, Berge, Klippen etc. Wenn es nicht gerade ein Anfänger-Touristen-Ritt von einer Stunde war, kamen auch die Galoppstrecken definitiv nicht zu kurz. Einmal waren wir auf einem Ritt ohne Touristen unterwegs und sind sogar über einen Baum gesprungen, obwohl ich das noch nie gemacht hatte. Das war echt fantastisch!

Mein Fazit:

Es war definitiv die beste Entscheidung meines Lebens! Ich konnte nicht nur meine Sprache trainieren, sondern bin auch sicherer und offener geworden. Gerade dieses Projekt hat mich sehr viel weiter gebracht. Obwohl ich schon gut reiten konnte, habe ich hier so viel gelernt wie nicht mal 3 oder mehr Jahre Reitunterricht mich gelehrt haben! Mir wurde die natürliche Pferdehaltung und das Horsemanship näher gebracht. Auch bei den Ausritten bekommt man immer mal gute Tipps und Übungen, um sich weiter zu verbessern. Hin und wieder gibt Leon auch mal Unterrichtsstunden, in denen ich z.B. mega viel gelernt habe. Es bringt einen auch dadurch sehr viel weiter, weil man so viele verschiedene Pferde wie möglich reitet, auch mal junge oder frisch eingerittene (je nach Können und Erfahrung). Ich kanns kaum erwarten zurückzukehren, und das werde ich definitiv tun, da Kaapsehoop sich zu einem richtigen Zuhause entwickelt hat!

Meine Tipps für zukünftige Weltenbummler:

Für dieses Projekt ist es sehr empfehlenswert, sich zwei paar Schuhe für die Arbeit mit den Pferden mitzubringen. Also einmal Reitschuhe und einmal Arbeitsschuhe (fest, keine Turnschuhe). Wichtig ist auch, dass alle Sachen, die zum Reiten oder Arbeiten angezogen werden, dreckig werden dürften. Weiß ist da also nicht zu empfehlen und auch höher geschnittene Schuhe sind besser, da es auf den Weiden bzw. dem Paddock nach Regen ganz schön schlammig sein kann. Aber bringt auch normale Schuhe mit: zum Einkaufen, für Ausflüge etc. Wer in der Umgebung etwas wandern möchte, sollte auf jeden Fall Wanderschuhe o.ä. mitbringen! Ansonsten Regenjacke, Sonnenbrille, Sonnencreme, Reisetagebuch und Kamera nicht vergessen! ;) Was ich auch sehr empfehlen kann ist die Mitnahme einer Trinkflasche, so kann man sich das Wasser schnell und unkompliziert abfüllen (Wasser aus dem Hahn ist trinkbar und schmeckt eigentlich auch ganz gut). Auch eine ausländische SIM-Karte ist eine gute Idee! (Vodacom hat da oben ganz guten Empfang) Mückenspray und Malaria Vorsorge braucht ihr da absolut nicht!

Also: Seid offen für Neues, immer freundlich, genießt die Zeit und habt Spaß!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Annika S. so begeistert hat: Faszination Pferde in Südafrika