Wildlife Dinokeng in Südafrika
landschaft

"Ich bin total glücklich, dass ich mich dazu entschieden habe, im Dinokeng Game Reserve Freiwilligenarbeit zu machen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

Franziska schrieb:

Meine Betreuung durch den Ansprechpartner vor Ort:

Während meiner Zeit in Südafrika, waren Lozanne und Vincent hauptsächlich meine Ansprechpartner. Beide waren sehr kompetent, hatten uns die Aufgaben immer gut erklärt und waren sehr erfahrene Fieldguides, sodass ich mich zu jedem Zeitpunkt sicher und gut aufgehoben gefühlt habe. Vor allem aber waren Lozanne und Vincent mit uns Freiwilligen auf einer Wellenlänge. Ich habe von ihnen sehr viel über die afrikanische Tierwelt und das Leben in Südafrika gelernt. Gemeinsam mit den anderen Freiwilligen sind Lozanne und Vincent mit uns in Restaurants gefahren, haben uns an unseren freien Tagen zur Kwalata Lodge (Pool, WLAN, Bar) gebracht, mit uns gekocht und gegrillt und Karten gespielt. Sie waren immer hilfsbereit, witzig und entspannt. Bessere Guides hätte ich mir nicht wünschen können! Sie haben meine Zeit im Dinokeng gemeinsam mit den anderen Freiwilligen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Mein Projekt:

Es war großartig gemeinsam mit unseren Guides und den anderen Freiwilligen Zeit in dem Wildschutzgebiet zu verbringen und die afrikanischen Tiere hautnah zu erleben. Das war etwas sehr besonderes und ich bin dankbar für die tollen Erfahrungen, insbesondere die atemberaubenden Erlebnisse mit den Elefanten, Breitmaulnashörnern, Wasserbüffeln und Löwen. Es ist großartig gewesen, so viele, sehr besondere Begegnungen mit den verschiedensten Tieren gemacht zu haben. Es hat sich gut angefühlt, Teil einer Organisation zu sein, die sich durch Forschungsarbeit und Aktionen wie Road Clean Ups für Wildtier- und Umweltschutz in Südafrika einsetzt. Eine bessere Zeit hätte ich mir nicht vorstellen können. Und dank der guten Netzabdeckung, konnte ich während meines Aufenthaltes mit meiner afrikanische Sim Card in Kontakt mit meiner Familie und Freunden bleiben. Ich werde das gemeinsame Grillen, die Restaurantbesuche, das Kartenspielen und die Freiwilligenarbeit in sehr guter Erinnerung behalten. Die Guides und die anderen Freiwilligen haben wesentlich dazu beigetragen, dass meine Zeit im Dinokeng Reserve zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde!

Mein Tagesablauf:

Im Dinokeng Reserve gab es verschiedene Arbeiten, die wir gemeinsam durchgeführt haben.

-Game Transect:

Hierbei sind wir verschiedene festgelegte Routen im Reserve abgefahren und haben dabei nach Säugetieren und Straußen Ausschau gehalten, um zu diesen Tieren Daten zu erheben (zum Beispiel Anzahl, Alter, Geschlecht, GPS-Koordinaten, Entfernung usw.).

-Fake Snake Experiment:

Wir haben eine unechte Schlange an bestimmten, befahrenen Stellen im Wildschutzgebiet abgelegt und dokumentiert, wie Autofahrer auf die Schlange auf der Straße reagieren, um Rückschlüsse auf ihr Bewusstsein zu Tieren zu ziehen. Dafür versteckten wir uns am Straßenrand und erhoben für etwa eine Stunde Daten zu den vorbeifahrenden Autos. Diese Daten sollten unter anderem das Verhalten der Fahrer bzgl. der Schlange, ihr Geschlecht, Hautfarbe, Geschwindigkeit und einiges mehr abdecken.

-Bird Point Counts:

Bird Point Counts finden an verschiedenen Stellen im Reserve statt. Hierbei werden für jeweils 10 Minuten alle Vogelarten durch Sehen und Hören aufgeschrieben und zusätzliche Daten wie Entfernung, Wetter, Himmelsrichtung usw. aufgeschrieben. Wenn wir Bird Point Counts gemacht haben, haben wir meistens welche an drei Orten für jeweils 10 Minuten durchgeführt.

-Habitat Assessment:

Es wird ein Bereich von 100 Quadratmetern abgesteckt, in dem der Bestand von Pflanzen und Bäumen durch Bestimmung gemessen werden soll.

-Insect Assessment:

Wir sammelten mit Keschern bewaffnet Insekten, Krebse und andere Tierchen in Flüssen und bestimmten die Tierarten. Diese können Rückschlüsse über die Wasserqualität geben, die enorm wichtig für die Tiere im Wildschutzgebiet ist.

-Clean Up:

Wir fuhren an den größeren Straßen im Wildschutzgebiet entlang und sammelten den Müll an, der teilweise recht zahlreich am Straßenrand lag. Den Müll steckten wir in Mülltüten, die später entsorgt wurden.

-Game Reserve Work:

Instandshaltungsarbeiten im Reserve, die zum Beispiel das Stutzen von Ästen oder Gräsern beinhalten, die die Wege zuwuchern lassen.

-Kameras:

Es gibt etwa 30 Kameras im Dinokeng Reserve, die regelmäßig gewartet werden. Dafür sind wir vom Pick Up gestiegen, zu den Kameras an der Straße oder tiefer im afrikanischen Busch gegangen und haben die Batterien und SD Karten ausgetauscht.

Meistens haben wir morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr mit dem Arbeiten begonnen, zur Mittagszeit eine Pause gemacht, um der Hitze zu entkommen und dann ging es nochmal um frühstens 15 Uhr los, bis es meistens dunkel wurde. Wir haben auch viel Zeit mit dem Suchen von zum Beispiel Löwen oder Elefanten verbracht und hatten besonders bei Lozanne genug Zeit, um die Tiere zu beobachten. Insgesamt waren wir täglich etwa 5-7 Stunden unterwegs.

Meine Freizeit:

Das Projekt ist so gestaltet, dass man neben der Arbeit wirklich massig Zeit für sich selbst hat. In der Freizeit habe ich mich oft Draußen gesonnt, Reisetagebuch geschrieben, in den Tierbüchern vor Ort gestöbert, mit den anderen Freiwilligen Karten gespielt, Wäsche gewaschen, gekocht, mit meinen Freunden aus Deutschland telefoniert und öfters auch mal ein Nickerchen gemacht. Man sollte nicht unterschätzen, dass man täglich relativ viel freie Zeit hat und währenddessen nichts das Camp verlassen kann. An unseren freien Tagen haben uns unsere Guides auf unseren Wunsch zur Kwalata Lodge (Pool, WLAN, Bar) gefahren, bei der es sich sehr gut entspannen lässt. Einmal ergab sich auch die Möglichkeit nach Pretoria zu fahren, allerdings sind die Möglichkeiten dort etwas Besonderes zu unternehmen oder zu sehen recht begrenzt. Pretoria ist abgesehen von ein paar wenigen Gebäuden nicht grade eine schöne Stadt.

Meine Erfahrungen mit der neuen Kultur:

Die Menschen, die direkt mit unserem Projekt zu tun hatten, waren alle sehr entspannt und herzlich. Wir haben uns gut miteinander verstanden. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass sich die Einheimischen außerhalb des Wildschutzgebietes einem oft gegenüber eher distanziert verhalten haben.

Meine schönsten und ungewöhnlichsten Momente:

Es gab viele großartige Momente. Besonders mit Nashörnern, Elefanten und Löwen hatten wir sehr nahe Begegnungen. Sie sind direkt an unserem Pick Up vorbeigelaufen! Aber der mit Abstand atemberaubendste Moment war, als wir an einem Kanal vorbeifuhren und darauf warteten, dass ein Jungtier der Gnus unserem Auto Platz machte. Währenddessen bogen die Elefantenbullen Peter Pan, Jay Junior und Tiny Tim (der älteste und mit ca. 3m Schulterhöhe größte Elefant im Dinokeng) auf unseren Weg und näherten sich. Sie kamen direkt auf uns zu und unser Guide Lozanne gab uns zu verstehen, dass wir uns ruhig verhalten sollen. Wir parkten das Auto an der Seite, damit wir den Elefanten nicht im Weg standen. Als Tiny Tim unseren Pick Up erreicht hatte, stellte ich das Photographieren ein, um die Elefanten nicht zu verärgern. Tiny Tim begann das an diesem Tag blitzblank geputzte Auto mit seinem Rüssel zu befühlen und Lozanne sprach mit ruhiger Stimme auf den Elefanten ein. Während Tiny Tim sich mit dem Rüssel voran tastete, fiel mir auf, wie unglaublich riesig er war. Obwohl wir bereits erhöht auf der Ladefläche des Pick Ups saßen, war er immer noch etwa einen Meter größer und gab mir das Gefühl winzig zu sein. Und plötzlich stand er direkt vor mir und erhob seinen Rüssel. Das Ende seines Rüssels verweilte direkt vor meinem Gesicht und war so groß, dass mein ganzer Kopf hinein gepasst hätte. In dem Moment war ich vollkommen auf dieses gigantische und zweifelsohne mächtig starke Tier konzentriert, sodass ich vergaß, weiter zu atmen. Mir war bewusst, dass Tiny Tim nur einmal kräftig mit seinem Rüssel nach mir schlagen müsste, um mich wie eine lästige Fliege davon zu schnipsen. Doch ich blieb ganz ruhig und vetraute darauf, dass der Elefant es auch tun würde. Tiny Tim verharrte noch einige Sekunden bei uns, während die anderen zwei Elefanten vorbeizogen. Dann war der intensive Moment vorbei und Tiny Tim folgte genügsam den anderen Bullen. Als sie sich ein wenig von uns entfernt hatten, stieg Lozanne aus und schaute uns ungläubig an. Sie gestand uns, dass ihr die Elefanten noch nie so nahe gekommen sind. Uns Freiwilligen fehlten die Worte genauso sehr wie ihr. Ich spürte wie mein Herz nun schneller schlug und ich von einem verspäteten Adrenalinschub heimgesucht wurde. Es war ein unglaubliches Gefühl einem wilden Elefanten von Angesicht zu Angesicht zu begegnen und zu spüren, welche Kraft und Ruhe diese Giganten ausstrahlen. Sie haben meinen tiefsten Respekt. Dieses Erlebnis bleibt für immer :)

Mein Fazit:

Ich bin total glücklich, dass ich mich dazu entschieden habe, im Dinokeng Game Reserve Freiwilligenarbeit zu machen. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und ganz besondere Erfahrungen gemacht, die zu den besten meines bisherigen Lebens gehören.

Tipps für zukünftige Weltenbummler:

Der wichtigste Tipp, den ich allen zukünftigen Weltenbummlern geben kann, ist, während des Projekts Englisch zu reden. Es ist von Vorteil, wenn man gut Englisch reden kann, um sich mit den internationalen Teilnehmern und den Guides unterhalten zu können. Meiner Ansicht nach sollte sich jeder bemühen Englisch zu reden, sodass die anderen einen verstehen können. Für die anderen Teilnehmer ist es einfach netter, wenn die Deutschen sich nicht in ihrer Sprache unterhalten und dadurch die anderen ausgrenzen, die nichts verstehen können. Außerdem verbessert sich das Englisch um einiges, wenn man (auch mit den Deutschen) Englisch redet. Zumindest wenn nicht Deutsch sprechende Teilnehmer und Guides dabei sind ;) Wegen der Netzabdeckung müsst ihr euch keine Sorgen machen. Die ist super in dem Projekt. Nehmt euch auf jeden Fall genügend Beschäftigungsmaterial wie Bücher oder Ähnliches mit, damit ihr euch in der Freizeit nicht langweilt. Sobald die Sonne untergeht, ist es im Mai ziemlich kalt gewesen. Es empfiehlt sich warme Kleidung mitzunehmen. Und eine gute Kamera!

Elefant
Kapstadt

Erfahre mehr über das Projekt, das Franziska B. so begeistert hat: Wildlife Dinokeng in Südafrika