Big Five Reserve in Südafrika
Elefanten an einem Wasserloch

"Es war eine super Entscheidung ins Ausland zu gehen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von (20 Jahre)

29.04.2016

 

Genaue Vorstellungen oder Erwartungen hatte ich nicht so wirklich. Ich habe mich viel mehr auf das Abenteuer eingelassen und "hineinfallen" lassen. Von der Arbeit hatte ich gedacht, dass es mehr für uns Freiwillige zu tun gibt über den ganzen Tag verteilt. Ich habe nicht damit gerechnet relativ viel Freizeit zu haben. 

Die vier Wochen die ich im Big 5 Camp verbracht habe, haben sehr viel Spaß gemacht und waren nie langweilig, was nicht zuletzt an den anderen freiwilligen Teilnehmern lag, mit denen ich mich sofort super verstanden habe. Dabei war es ganz egal ob jeder aus Deutschland kam oder aus einem anderen Land, wir waren alle zusammen ein Team. Außerdem passten die zwei Camp-Leiter wie die Faust auf’s Auge zu unserer Gruppe und machten uns den Aufenthalt sehr angenehm. Dazu hat auch das toll gelegene und gut gepflegte Camp mit Blick auf den Olifants River, mit Pool und Lounge zum entspannen beigetragen.

Der Tag begann meistens mit sehr frühem aufstehen. Um 6:00 Uhr (manchmal sogar früher) ging es mit dem Truck für zwei bis drei Stunden auf Tour durch unser Reservat im Krüger Nationalpark. Unsere Hauptaufgaben waren den Tierbestand zu zählen und detailliert zu notieren was wir gesehen haben. Ähnliches wurde mehrmals die Woche mit Vögeln gemacht. Alles wird später im Camp am Computer eingetragen und ausgewertet. Dabei kann man sich auch tolle Fotos von allen möglichen Tieren anschauen, die von selbst angebrachten Kameras im Busch aufgenommen werden. Die Wartung dieser Kameras ist ebenfalls eine Aufgabe, die alle drei Tage durchgeführt wird.
Wenn es nicht genau diese Arbeiten oder das sehr frühe Aufstehen sind, was einem Spaß macht, dann aber auf jeden Fall die gemeinsame Fahrt und das Hoffen eines der Big 5 Tiere zu sehen. Das war jeden Tag spannend. Zurück im Camp haben alle gemeinsam gefrühstückt und sich anschließend oft noch einmal schlafen gelegt.
Bis zum Nachmittag konnten wir die Zeit im Camp in der Sonne am Pool genießen, Dart spielen oder uns anderweitig selbst beschäftigen. Am Nachmittag ging es dann nochmal an die Arbeit, oft war dies Reserve-work, also Arbeiten außerhalb des Camps erledigen, wie z.B. Bäume und Büsche von den Wegen entfernen.

Mit gesammelten Berufserfahrungen hält es sich bei mir persönlich sehr in Grenzen. Die Erfahrungen die man im Großen und Ganzen allerdings sammelt, sind ungemein groß. Ob allein oder mit einem Freund/Freundin, in ein fremdes Land zu reisen bereichert immer
! Auf fremde Menschen treffen, eine andere Sprache, andere Kultur, das hat mir persönlich eine Menge Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein mitgegeben. Um trotzdem auf die Arbeit einzugehen, ist es sehr interessant zu sehen wie in anderen Ländern und vor allem in abgelegenen Gegenden mitten im Krüger Nationalpark gearbeitet und gelebt wird
.Mir brachte es ein Stück weit mehr Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und auch ein aufgeschlosseneres Denken über meinen eigenen bzw. den deutschen Lebensstil verglichen mit dem südafrikanischen, welchen ich kennengelernt habe. Anders als erwartet, kam mir die neue fremde Kultur gar nicht so sehr fremd vor. Natürlich differenzieren sich einige Dinge, im Grunde aber reicht ein bisschen Offenheit, um sich schnell gar nicht mehr so fremd zu fühlen und einzuleben. Die Menschen dort wirkten alle sehr freundlich und zufrieden mit dem was sie haben, anders als ich persönlich meine eigenen Mitmenschen und die Bevölkerung in Deutschland einschätze. Das hat mir gefallen.

Einmal in der Woche hatten wir einen freien Tag, an dem wir immer in die Stadt gefahren sind, um ein paar Dinge einzukaufen, essen zu gehen oder haben einige schöne sehenswerte Naturkulissen bestaunt, wie z.B. den Blyde River Canyon. Ein Wochenende wie man es typischerweise kennt, gab es für uns nicht. Das war aber kein Problem und auch überhaupt nicht notwendig, da wir jeden Tag ausreichend Freizeit hatten und die Arbeit über die Woche verteilt auch nicht so anstrengend war, dass man sich nach einem Wochenende sehnte.
Jeder Tag hatte genug Zeit übrig um im Pool zu baden, gemeinsam Karten oder eine Runde Dart zu spielen. Vor allem abends haben alle zusammen gesessen und darauf gewartet, dass die Kochgruppe das Essen serviert.
Jeden Tag war jemand anderes damit dran, natürlich nie allein. Egal was es also war, zusammen hat es Spaß gemacht. Andere Freiwillige wurden schnell sogar zu Freunden, sodass die Zeit am Ende viel zu schnell verging..
Der schönste Moment war, als ich festgestellt habe, dass einige der anderen Teilnehmer nicht nur andere Freiwillige für diese paar Wochen sind, sondern wir viel mehr zu Freunden wurden und wir uns in Deutschland auf jeden Fall wiedersehen werden.
Mit "meiner Gruppe" hatte ich echt Glück! Lustige Momente gab es eigentlich jeden Tag, meist war es simples rumalbern was einen zum lachen brachte, da viele von uns der gleiche Humor verbunden hat.
Ein lustiger, fast schon peinlicher Moment war, als eine Teilnehmerin des Projekts in die Gruppe sagte, dass sie endlich mal einen Tiger auf einer unserer Touren sehen möchte... die in Südafrika gar nicht in freier Wildbahn vorkommen... Wir haben sie aufgeklärt. Mir hat gefallen, dass mir meine Fragen in netten Telefonaten beantwortet werden konnten. Besonders gut haben mir das Wetter und die lockeren Betreuer gefallen. :)

Fazit:
Es war eine super Entscheidung ins Ausland zu gehen, da so etwas meiner Meinung nach immer fördernd für einen selbst ist. Es hat mein Selbstbewusstsein und Offenheit gegenüber Fremdem gestärkt.

Tipps:
An zukünftige Teilnehmer: Flip Flops einpacken ;) Hab ich vergessen... Und nicht zu viele Kleidungsstücke mitnehmen, da es eine Waschmaschine vor Ort gibt und man seine benutzten Sachen einfach waschen kann. Ansonsten auf die Regeln und Gegebenheiten vor Ort einlassen und sich dran gewöhnen (was eigentlich schnell geht), um Stress zu vermeiden.
 

Erfahre mehr über das Projekt, das Sebastia Roth so begeistert hat: Big Five Reserve in Südafrika