Big Five Reserve in Südafrika

"Der Auslandsaufenthalt war bisher die beste Zeit in meinem Leben"

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 3 Monate

Erfahrungsbericht von

06.09.2013

Alexandra schrieb:

"Durch den Erfahrungsbericht meiner Eltern, die auch schon öfters Urlaub in Kenia gemacht haben, und ich ebenfalls Berichte und Dokumentationen aus den Medien kenne, war ich relativ gut über die Situation und die Lebensweisen der Südafrikaner aufgeklärt und informiert. 

Die Landschaft, die Tiere und selbstverständlich die Kultur hat mich schon immer begeistert. Dies hat sich auch bei meiner Anreise bestätigt. Die Arbeit dort im Reservat habe ich mir ebenfalls vielseitig, aber auch aufregend mit vielen neuen Erfahrungswerten vorgestellt.
Man hat viele neue Leute kennengelernt. Unser Ranger war immer gut drauf. Durch ihn konnte ich neue Erfahrungen über mich, das Land, den Busch, die Tiere usw. sammeln. 

Er hat es geschafft, die Voluntäre für Dinge (z.B. verschiedene Vogelarten) zu begeistern. Wenn es Probleme gab (Gruppenkonflikte,Zickenkrieg etc.),war er unser Ansprechpartner und hat immer nach Lösungen gesucht bzw. Vorschläge mitgeteilt, wie oder was man besser machen könnte.

Die Rund-Um-Betreuung war TOP!

Wir sind oft schon sehr früh rausgefahren, haben uns ein Plätzchen zum Frühstücken gesucht und traten dann die verschiedenen Aufgaben an. Mal mussten Tiere schriftlich festgehalten werden (hier fuhren wir einen bestimmten Streckenabschnitt ab), mal haben wir die Nashörner in ein GPS/Navi eingetragen. Da diese ja leider immer noch aufgrund ihres Horns gejagt werden, stehen sie besonders unter Beobachtung. Hier haben wir uns gegenseitig mit dem Kompass, dem Distanzmessgerät etc. abgewechselt. 

Zweimal sind wir an einen bestimmten Ort gefahren und haben innerhalb von 10 min. alle Vögel aufgelistet, die in der Umgebung zu hören waren. Wir haben Bäume gefällt, die giftig waren etc. Zwei Projekte fand ich persönlich am besten. Aufgrund eines zu engen Halsbandes bei einem Elefanten, wurde dieser vom Helicopter aus narkotisiert und ihm dieses abgenommen. Hierbei durften wir mitwirken. Der Moment einem so gigantischem Geschöpf so nahe zu sein, war atemberaubend. Das andere Projekt betraf den internationalen Tag der Nashörner. Hier fuhren wir in die Stadt, klärten die Leute über das Anti-Poaching auf und verteilten Flyer/Sticker.

Berufserfahrungen habe ich nicht unbedingt sammeln können. Ich würde eher sagen, Erfahrungen für die Lebenseinstellung. Man hat jetzt eine andere Sichtweise und macht sich mehr Gedanken über die wirklich wichtigeren Dinge. Allerdings überlege ich gerade doch noch ein Studium in Biologie zu absolvieren. Mal schauen. Aber es steht fest, dass ich definitiv nach Süadfrika zurückkehre.

Meine Erfahrung mit dieser Kultur war super. Die Toleranz und Aufgeschlossenheit der Südafrikaner mir gegenüber fand ich beeindruckend.
Alle Menschen, ob schwarz oder weiß, sind mir sehr freundlich, herzlich, aufgeschlossen und hilfsbereit entgegen getreten. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl unerwünscht zu sein. Im Gegenteil war es so, dass sie sich über Voluntäre gefreut haben. Das galt für das Reservat und auch in der kleinen Stadt, wenn man dort einkaufen war. Mir hat in dieser ganzen Zeit nichts gefehlt. Weder ein Fernseher, anständige Kleidung, noch sonst irgend etwas. Ich war zufrieden mit der Freiheit und Ruhe, die ich dort hatte. Ich habe mich in die Landschaft, die Tiere und besonders in die Leute hier verliebt. 

An den Abenden unter der Woche spielten wir oft Gemeinschaftsspiele oder saßen nach dem Abendessen einfach noch zusammen und unterhielten uns. Es kam vor, dass einige sich danach (hierzu zählte ich auch) den Sternenhimmel anschauten. Ab Samstag Nachmittag hatten wir ja frei inkl. den Sonntag. Die einen gestalteten ihren Tag mit Waschen, lesen, Tagebuch schreiben, Filme schauen, einfach nur in der Sonne liegen um zu entspannen und sich zwischendurch im Pool abzukühlen. Das teilte sich jeder selbst ein. Ach ja und natürlich auch mal ein kurzes Feedback zu Hause abgeben per Anruf oder SMS ;-)

Meine schönsten Momente waren, dass ich alle Tiere zu Gesicht bekommen habe. Hierzu zähle ich wirklich jeden kleinsten Augenblick, weil Tiere für mich einfach alles sind. Sie stehen da und man spührt diese Ruhe. Du könntest ihnen stundenlang zuschauen. Es macht glücklich, zu sehen, wie zufrieden sie sind.
In meinem letzten Monat durfte ich jemanden kennenlernen, der mich nochmal sehr glücklich gemacht hat. Wir haben uns nach unserer Rückkehr wiedergesehen und stehen weiterhin im Kontakt. Diese Aussage sollte reichen ;-)

Die Beratung für die entsprechenden Projekte sind sehr gut beschrieben und ausführlich erklärt. Der Kontakt zwischen mir und Praktikawelten verlief einwandfrei. Welche Frage ich auch hatte, sie wurde mir immer beantwortet.

Es gab mal kurz einen Fall, da haben wir eine Mail erhalten, mit der Bitte um Ausfüllung eines Formulares. Hierfür sollten wir uns 10 min. Zeit nehmen. Das kam uns etwas komisch vor, denn wir sind davon ausgegangen, man wüsste, dass der Internet-Zugang dort schwierig ist. Das ist der einzige Kritikpunkt. Obwohl ich mir nicht sicher bin, dass das als Kritik zählen soll.

Der Auslandsaufenthalt war bisher die beste Zeit in meinem Leben. Umgeben von Tieren zu sein, finde ich persönlich, ist miteins das Schönste was es gibt. Er hat mich in meiner Lebenseinstellung weitergebracht. Jetzt sehe ich viele Sachen mit anderen Augen und versuche meinem Umfeld etwas davon abgeben zu können.

Das aller Wichtigste ist – das habe ich gelernt -, dass man einer anderen Kultur genauso viel Respekt und Toleranz entgegen bringt, wie einem selbst geschenkt wird. Man sollte immer aufgeschlossen sein, Lernbereitschaft zeigen und auch bei Problemen Hilfe zulassen. Jeder der die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen oder bei Projekten mitwirken möchte, sollte das unbedingt nutzen. Es gibt so viel zu erkunden. Die Möglichkeiten neue Leute kennenzulernen sind enorm zahlreich und kann einem für den weiteren Berufsweg neue Türen öffnen. Für mich war es die beste Entscheidung und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich daran wachsen durfte. Denn so eine Erfahrung kann dir niemand mehr nehmen!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Alexandra K. so begeistert hat: Big Five Reserve in Südafrika