Addo Nationalpark in Südafrika

"Heimweh? Hatte ich nicht eine Sekunde! "

  • Freiwilligenarbeit
  • Südafrika
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

19.08.2014

Teresa schrieb:

"Als ich im Addo Nationalpark ankam, war ich total positiv überrascht und überglücklich, da ich mich sofort pudel wohl fühlte. Heimweh? Hatte ich nicht eine Sekunde! Leider waren die drei Monate rasend schnell vorbei…

Wenn ich ehrlich bin, war wohl die einzige kleine Vorstellung, die ich vor der Abreise hatte, "Irgendwo im Nirgendwo" zu landen. Jetzt nach der Rückkehr kann ich sagen, dass meine Zeit in Südafrika besser war, als ich je erwartet hätte und ich um so viele Erfahrungen reicher und selbstständiger geworden bin: Ich habe dort so viele tolle Menschen kennen gelernt, viele neue Freunde gefunden, die wunderschöne Tierwelt Südafrikas hautnah erlebt, einen Einblick in eine völlig andere Kultur gewinnen können, wahnsinnig viel erlebt und gesehen und mit all dem, die bisher beste Zeit meines Lebens gehabt!

Ich kann gar nicht sagen, welches der schönste oder der lustigste Moment war, denn es gab so viele! Ein sehr schöner Moment war beispielsweise, als ich das aller erste Mal durch den Park fuhr und die vielen verschiedenen Tiere Südafrikas hautnah erleben durfte. Lustige Momente erlebte ich auf jeden Fall immer, wenn ich abends mit meinen Freunden außerhalb des Parks unterwegs war  :-)
Gänsehaut bekam ich, als ich das erste Mal durch ein Township fuhr und sah wie die Menschen dort leben. Das ist einfach eine andere Welt.

Ich hatte auch absolut nicht mit so viel Luxus gerechnet, der mich "unterkunftstechnisch" dort erwartete. In unserem gemütlichen Heim hat es uns an Nichts gefehlt und dazu kam auch noch 2x in der Woche Elisabeth, die die Hausarbeit machte - so einen Luxus gibt es nicht einmal daheim! ;-)

Ein typischer Tag im Addo Park begann meist damit, dass ich durch Sonnenschein und Vogelgezwitscher geweckt wurde und ich mich für die Arbeit fertig machte. Um kurz vor 7 Uhr ging ich dann mit den anderen Voluntären hoch zum "Meetingpoint". Dort versammelten wir uns jeden Morgen gemeinsam mit all den Rangern vom Park. Wir bildeten einen großen Kreis und beteten gemeinsam in "Xhosa", ihrer Sprache. Danach erklärten uns die Ranger die verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten, die täglich anstanden und teilten diese auf verschiedene Teams auf. Unsere Koordinatorin, ließ uns meist selbst entscheiden, welches Team wir begleiten möchten. Die Ranger sammelten dann ihr Werkzeug zusammen und wir machten uns Lunchpakete. Wenn alles fertig gerichtet war, ging es in den verschiedenen Teams hinten auf den Pickups los zur Arbeit.

Zu unseren Tätigkeiten gehörten beispielsweise Fence Patrol, Fence Clearing, Waterhole Cleaning, Pump Fixing, Kudu Capture und vieles mehr. Außerdem durften wir die beiden Horseguides begleiten und so den Tag bei den Pferden verbringen. Dazu gehörte das Füttern der Pferde, putzen und satteln, misten und wenn genügend Pferde da waren, durften wir auch die Touristenritte begleiten.

Jeder Arbeitstag war somit anders. Mal mehr, mal weniger anstrengend. Gelacht wurde auf jeden Fall immer! :-) Um 12:30 Uhr hatten wir meist Lunchtime. Egal wo wir gerade waren, jeder packte sein Vesper (Lunchpaket) aus und danach war Zeit für ein kleines gemeinsames Nickerchen, auch gerne mal mitten im Park zwischen den Büschen ;-) Ausgeschlafen arbeiteten wir dann meist noch bis 16:00 Uhr. Danach war dann Feierabend. Oft haben wir dann gemeinsam gekocht und saßen noch gemütlich zusammen, erzählten und schauten Fotos an. Hin und wieder machten wir auch ein kleines BBQ oder probierten uns durch die Karte des Park-Restaurants. Wenn wir Glück hatten, waren auch noch Plätze bei den "Nightdrives" frei und die Guides nahmen uns dort mit.

Am Wochenende war es uns überlassen, ob wir arbeiten wollten oder nicht. Wir konnten unsere Zeit frei gestalten, wofür es auch ein super Angebot verschiedener Organisationen gibt, die viele coole Aktivitäten und Ausflüge anbieten. Ansonsten ist es auch mal lässig, einfach faul am Pool zu liegen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen - oder man wird von den Einheimischen ganz spontan zum Braai (Grillen) eingeladen :-) Abends gingen wir auch öfter mal feiern und besuchten die Partys im Township, die echt gut sind!

Während meiner Arbeit und generell meinem Aufenthalt in Südafrika sammelte ich eine Menge an Erfahrungen und lernte viel Neues. Beispielsweise, dass man einfach nicht so schnell aufgeben sollte. Die Menschen dort sagen immer: "We have to make a plan!", wenn sie vor einem Problem stehen oder etwas nicht klappt.
Ebenso habe ich dort gelernt mit viel weniger auszukommen, als ich es eigentlich gewöhnt bin und das war eine sehr tolle Erfahrung!
Und von der Gelassenheit der Einheimischen, habe ich mir auch ein bisschen was in meinen Koffer gepackt. Durch all diese Erfahrungen erlebte ich die mir sonst so vertraute Umgebung daheim in Deutschland wieder komplett neu und bemerkte, dass mich mein Auslandsaufenthalt doch ein bisschen verändert hat. Natürlich nur zum Guten! ;-)

Die Menschen in Südafrika und deren Mentalität, die ich kennen lernen durfte, sind der Wahnsinn! Soviel Freundlichkeit, Offenheit und Herzlichkeit habe ich zum ersten Mal erlebt. Einfach toll! Unfreundlichkeit kennt man dort gar nicht. Jeder, dem du begegnest, grüßt dich, ob man sich kennt oder nicht spielt gar keine Rolle. Das war anfangs ganz ungewohnt, aber total schön.Ich war und bin total beeindruckt, wie glücklich und lebensfroh die Menschen dort sind, obwohl sie nicht viel haben und besitzen. Ich hätte den Kids dort stundenlang zuschauen können, wie sie nur mit einer Schubkarre spielen und dabei trotzdem so viel Spaß haben.

 

Die Organisation von Praktikawelten finde ich im Großen und Ganzen sehr gut, da man sich eigentlich um fast nichts kümmern muss. Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung der Informationen über Land und Leute und die Packliste find ich auch super.

Fazit:

Es war definitiv eine gute Entscheidung solch einen Auslandsaufenthalt zu machen!  Am liebsten wäre ich dort geblieben, da ich mich so in dieses Land verliebt habe. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall wieder kommen werde und kann jedem so einen Auslandsaufenthalt nur ans Herz legen!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Teresa F. so begeistert hat: Addo Nationalpark in Südafrika