Sozialarbeit mit Kindern in Sansibar

"Es war die beste Entscheidung."

  • Freiwilligenarbeit
  • Sansibar
  • 10 Wochen

Erfahrungsbericht von

2018-03-23

Jasmin schrieb:

"Mit meinem Projekt in Sansibar war ich super zufrieden.
Das Baby Day Care Centre kann ich nur weiterempfehlen, weil ich dort sehr herzlich behandelt wurde. Die meiste Zeit habe ich in der Baby Class verbracht (nach meinem Wunsch), dennoch konnte ich die anderen Kinder draußen beim Spielen kennenlernen. Auch, wenn ich vor dem Projekt noch nie etwas mit Kindern/Babys zu tun hatte, war es überhaupt kein Problem mit ihnen zu "arbeiten". Dadurch, dass ich die Babys in meinen Armen halten durfte, sie gefüttert und getröstet habe, habe ich eine ganz neue Seite von mir kennengelernt und das ist genau das, was ich erreichen wollte. Die Lehrer und ich haben nach einer Zeit auch Späße unter uns gemacht, sodass die Arbeitszeit einfach nur noch angenehm und gar nicht angespannt war.

Unter der Woche bin ich gegen 7 Uhr aufgestanden, habe gefrühstückt, welches die Köchinnen immer vorbereitet haben und bin dann um 8 Uhr zur Dala Dala Station nach Chuckwani gelaufen (ca. 5 min.). Nach 10 Minuten Fahrt bin ich bei meiner Haltestelle ausgestiegen und ca. eine Minute zum Baby Day Care Centre gelaufen. Montag bis Mittwoch habe ich bis 14 Uhr und Donnerstag und Freitag bis 13 Uhr gearbeitet. Nach der Arbeit bin ich dann meistens wieder zurück zum Praktikawelten-Haus gefahren. Von dort aus haben die Mädels, mit denen ich zusammengewohnt habe, und ich unseren Tag geplant. Abends kamen wir dann meist pünktlich zum
Abendessen und haben uns danach gemütlich draußen zusammengesetzt.

In der Freizeit haben wir sehr viel unternommen, da Stone Town und die Umgebung wirklich sehr viel zu bieten hat. Zum einen waren wir oft in Stone Town, waren in den Gassen um günstig zu shoppen, waren beim Gewürzmarkt oder bei unserem Favoriten dem Zenji Café direkt am Meer. Dort in der Nähe konnte man sich auch auf, von einem Hotel bereitgestellte, Liegen für nur 5000 TSH direkt an den Strand legen, was wir wirklich genossen haben. Stone Town bietet auch sehr gute Restaurants und Bars an, die wir auch ein paar Mal angesteuert haben. Außerdem haben wir abgesehen von der Schnorchel- und Gewürztour, was wirklich sehr schön war (obwohl ich mir dort den Sonnenbrand meines Lebens geholt habe), auch den Jozani Forest relativ am Anfang der Reise besucht. Dort die Affen zu sehen und durch diesen wunderschönen Wald zu laufen, war auch eine tolle Erfahrung. Vor allem gibt es dort schöne Fotomotive für Hobbyfotografen!
Da uns Moussa, einer unserer Securitys, von Höhlen erzählt hat und meinte, dass wir die unbedingt Mal besuchen sollten, haben wir uns entschieden auch diese zu besuchen. Die eine Höhle nennt sich Kuza Cave. Wunderschön war es dort, da waren wir uns alle einig. Empfangen wurden wir mit Gesang und Gitarre, sogar einheimisches Essen haben sie angeboten. Als wir dann herzlich empfangen wurden, sind wir mit unserer Taucherbrille ca. 5 Minuten in die Höhle gegangen und dort könnte man in glasklarem, blauem Wasser schwimmen gehen. Nachdem wir die Höhle besucht haben, sind wir mit dem Taxi weiter zum „The Rock“ gefahren und haben dort für deutsche Preise einen Eiskaffee getrunken. Eine Sehenswürdigkeit schlecht hin, was ich aber auch gut verstehen kann. Die andere/n Höhle/n nannte/n sich Kiwengwa Caves. Dort konnte man zwar nicht schwimmen, aber durch die zwei Höhlen konnte man relativ weit durchlaufen, interessante Spinnen entdecken und sogar ganz viele Fledermäuse genauer betrachten. Da wir Mädels in Nungwi den Strand auch sehr schön fanden, dachten wir uns, dass wir auf eigene Faust nochmal eine Nacht in Nungwi bleiben. Dort lagen wir meist nur am Strand und konnten nicht so viel unternehmen, weil es doch Recht teuer dort ist. Wie ich schonmal erwähnt habe, haben drei Mädels und ich eine Fahrrad-Tour gemacht. Die Planung lief total problemlos, da uns Christine einen sehr guten Guide (Omar, aus Nungwi) mitgebracht hat. Er hat mit uns dann die Tour geplant und hat sie sogar mit uns durchgeführt. Wir haben die Fahrräder zusammen in Stone Town geholt und sind dann nach Uzi Island gefahren. Auf dem Weg hat er immer darauf geachtet, dass alles okay ist. Ohne ihn, hätten wir das niemals hinbekommen. In der Nähe von Uzi Island gibt es nur eine Übernachtungsmöglichkeit und zwar die Menai Bay Beach Bungalows. Das war relativ teuer, aber dadurch, dass wir nicht in der Saison dort waren, war es wirklich ruhig. Die Gegend dort ist unglaublich schön! Da man Uzi Island nur bei Ebbe besuchen kann und wir nur in der Nacht Ebbe hatten, konnten wir Uzi Island nicht besuchen.

Ich und auch die anderen Mädels haben den Kulturschock ein Glück nicht so erlebt. Natürlich war es am Anfang total ungewohnt. Dadurch, dass 99% Muslime sind, ist es zwar ganz normal, dass man ständig angestarrt wird, aber nach ca. einem Monat, habe auch ich mich daran gewöhnt. Man wurde auf der Straße eigentlich immer angelabert, aber trotzdem waren sie nie aufdringlich. Aber man hat sich wir eine Attraktion gefühlt. Ich bin mir sicher in Deutschland werden dunkelhäutige nicht so sehr als anders wahrgenommen als Weiße in Afrika. Dennoch waren die Meisten sehr sehr freundlich und herzlich. Da wir Tag für Tag immer an den gleichen Häusern vorbeigelaufen sind, um zur Dala Dala Station zu kommen, haben sich die Einwohner sogar
irgendwann richtig gefreut, wenn sie uns gesehen haben. Auch die Kinder haben uns quasi geliebt. Sie haben schon von weitem ganz laut "hi" geschrien und sind auf uns zu gerannt.

Im Baby Day Care Centre haben wir, ziemlich in der Mitte meiner Reise, drei Waisenkinder aufgenommen. Zwei davon waren noch richtige Babys und konnten nicht laufen geschweige denn stehen. Das Mädchen heißt Wahida, der Junge Youssuf. Was allein schon total schön war, dass ich schon in der kurzen Zeit Veränderungen bei den beiden sehen konnte. Aber als Happiness (die Leiterin) und ich auf einmal gesehen haben, dass Wahida aufsteht und alleine zwei Schritte läuft, kamen uns die Tränen. Das war so ein herzerwärmender Moment. Das werde ich nie vergessen!

Es war die beste Entscheidung. Ich habe so viel Neues an mir entdeckt und so tolle Bekanntschaften/Freundschaften geschlossen. Und das war auch das, was ich mir gewünscht habe.
Mein persönlicher Tipp ist, dass man auch mit weniger zufrieden sein sollte. In Sansibar, generell in Afrika, ist es so, dass man einfach nicht den Luxus hat, wie in Europa. Außer man lebt in einer Hotelanlage. Ich habe ein paar getroffen, die damit nicht klarkamen und die sich damit ihre Reise leider etwas vermiest haben.
Am besten mit keinen Erwartungen eine Reise starten, sonst wird man wahrscheinlich sehr schnell enttäuscht.
Und offen sein für Neues. Außerhalb des Projektes auch Mal was unternehmen und nicht nur am Strand hängen, sonst sieht man doch nicht mehr als ein typischer Tourist ;)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Jasmin W. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Sansibar