Psychologie in Peru

"All die unterschiedlichen Orte, die wir sehen durften werde ich nie vergessen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Peru
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

20.01.2011

Juliane schrieb:

"Vor meinem Abflug hatte ich wenige genaue Vorstellungen von Peru. Mir war bewusst, dass es sich um ein armes Land, mit vollkommen anderer Lebenseinstellung handelt - mehr wusste ich allerdings nicht. Mein Projekt habe ich mir als eine Mischung aus unterstützender Arbeit meinerseits, aber auch für mich lehrreiche Tätigkeit vorgestellt. Vor allem habe ich erwartet, dadurch engen Kontakt zu Psychologen und Patienten zu erlangen und die peruanische Mentalität zu verstehen.

Vor Beginn meines Praktikums musste ich leider um einen Praktikumsplatzwechsel bitten, welcher mir dann auch ermöglicht wurde. Ich hatte bei meinem ersten Projekt bedenken, dass ich mich unwohl fühlen würde, da einerseits der Arbeitsweg (mit dem Bus pro Fahrt 1 Stunde) sehr weit war und ich dort in einer sehr großen Institution untergebracht worden wäre, was mir sehr unübersichtlich erschien. In meinem 2. Projekt, welches ich dann von Anfang bis Ende meiner Praktikumszeit besucht habe, habe ich mich jedoch sehr wohl gefühlt. Dadurch, dass es sich um eine kleinere sehr familiäre Institution handelt wurde ich direkt gut aufgenommen und integriert.

Meinen Tagesablauf konnte ich nach einer gewissen Einführungs- und Eingewöhnungszeit in meinem Projekt sehr frei und nach meinen eigenen Interessen gestalten. Ich konnte den Englischunterricht leiten, direkte Gespräche mit Patienten führen oder an größeren Aktivitäten wie Ausflügen teilnehmen. Ein direkter Wochen oder Tagesrythmus war allerdings hier nicht nötig und möglich, da der Arbeitstag immer nach Bedarf geregelt wurde.

Ich hatte das Glück sowohl mit einer peruanischen als auch österreichischen Psychologin zusammen zu arbeiten wodurch ich deren verschiedenen Methoden und Arbeitsweisen kennenlernen durfte. Ich habe gelernt mit den Patienten, trotz ihrer teilweise belastenden Vergangenheit umzugehen, eigenständig Tests und Unterricht mit ihnen durchzuführen und vor allem mich in einem Arbeitsteam zu integrieren.

Im Nachhinein bin ich begeistert von der peruanischen Kultur und Bevölkerung. Die Peruaner, besonders in Cusco sind sehr offen freundlich und hilfsbereit. Der Alltag ist entspannter und relaxter als in Europa und Familie, Religion und Mitmenschen spielen eine wichtige Rolle.

Allerdings dauerte es bei mir eine gewisse Zeit bis ich Kontakt zu einheimischen Peruanern gefunden habe, da man immer direkt als Tourist und Ausländer erkannt wird und es so zwar leicht ist in flüchtige Gespräche zu kommen, aber längerfristiger Kontakt eher schwierig ist.

Meine Freizeit in Peru bestand hauptsächlich aus Ausflügen innerhalb Cuscos, Unternehmungen mit meinen dort gefundenen Freunden und am Wochenende längeren Reisen. Innerhalb des Praktikawelten-Hauses habe ich viele unterschiedliche wundervolle Menschen getroffen mit denen ich die unterschiedlichsten Sachen unternommen haben. Wir unternahmen Pferdereittouren, Ausflüge zur Küste oder auch gewöhnliche Kochabende. Abends unter der Woche haben wir meistens alle zusammen gesessen und unsere Erfahrungen ausgetauscht oder sind in Cuscos Innenstadt feiern gegangen, wo wir auch am Wochenende immer unterwegs waren.

Die schönsten Momente während meiner Zeit in Peru waren die zahlreichen Reisen, die wir Freiwilligen gemeinsam unternommen haben. All die unterschiedlichen Orte, die wir sehen durften werde ich nie vergessen. Ob im Dschungel mit Affen, in der Wüste mit Sandboards die Dünen zu rauschen oder im strömenden Regen den Machu Picchu bestiegen haben um dann von dort oben das Durchdringen der Sonne zu sehen. Wunderschöne Momente!

Während der Vorbereitung hat mir die Unterstützung der Praktikawelten Mitarbeiter wirklich geholfen. Ich konnte mich jeder Zeit telefonisch an sie wenden und habe dann auch direkt eine Antwort auf meine Fragen bekommen.

Für mich persönlich war die Zeit in Peru eine absolut einzigartige und unvergessliche Erfahrung. Cusco und mein Projekt waren eindeutig die richtigen Entscheidungen und ich bereue keinen einzigen Tag meines Aufenthalts. Selbst - oder vielleicht auch besonders die Momente, in denen ich vor Schwierigkeiten stand, haben mir sehr viel beigebracht. Ich gehe aus der Reise gestärkt heraus, mit einem genaueren Blick auf die tatsächlich wichtigen Dinge im Leben.

Ich bin überzeugt, dass alle zukünftigen Freiwilligen die Möglichkeit haben in Peru, Cusco eine wundervolle Zeit zu erleben. Wichtig ist nur dass sie sich bewusst sind, dass Peru kein Cluburlaub ist und man aus Allem was kommt, das Beste machen muss. Dann erlebt man auch die beste Zeit."

Erfahre mehr über das Projekt, das Juliane O. so begeistert hat: Psychologie in Peru