Humanmedizin in Peru

"den Schritt ganz allein in ein fremdes Land zu gehen habe ich nicht bereut"

  • Freiwilligenarbeit
  • Peru
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von

03.02.2012

Hendrikje schrieb:

"Vor meinem Abflug hatte ich keine genaue Vorstellung, denn obwohl ich viele Bücher und Reiseberichte über Peru gelesen habe, war dieses Land für mich vor allem ziemlich weit weg. Auf die Arbeit war ich sehr gespannt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich fast ohne Spanischkenntnisse in einem Krankenhaus arbeiten sollte.

Die Zeit in Peru war auch super und genau nach meinen Vorstellungen und nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten klappte die Verständigung immer besser!

Besonders gut hat mir gefallen, dass ich so viele Dinge im Krankenhaus anschauen und auch selbst ausprobieren durfte. Weiterhin war es interessant in einer Klinik zu arbeiten, die nicht den europäischen Standards entsprach. Somit lernte ich auch andere Methoden kennen, die bei uns nicht angewendet werden.

So sah ein typischer Tagesablauf in Peru aus:

  1. zur Arbeit laufen oder mit dem immer überfüllten und immer etwas abenteuerlichen Bus fahren
  2. Visite oder den Schwestern bei der Arbeit zuschauen
  3. Kompressen falten
  4. eine OP miterleben

Ich habe auf jeden Fall einen Einblick in die Medizin erhalten, den ich hier in Europa so niemals hätte machen können. Außerdem habe ich mich nach den Projekten endgültig dazu entschieden Medizin zu studieren. Das wollte ich mit meinem Aufenthalt in Peru unter anderem erreichen. 

Mir hat das Land sehr gut gefallen und auch mit der Kultur bin ich gut zurechtgekommen. Ich hatte einen guten Kontakt zu den Peruanern. Zunächst kam man sich ein bisschen komisch vor, weil man die meisten Peruaner nicht verstanden hat und gleich als Tourist abgestempelt wurde, aber mit der Zeit hat es richtig Spaß gemacht mit den Einheimischen auf dem Markt zu handeln.

Da ich mit anderen Freiwilligen zusammen gewohnt habe, konnte ich schnell Kontakte knüpfen. An den Wochenenden haben wir z.B. die Inkaruinen in der näheren Umgebung besichtigt - auch Machu Picchu durfte natürlich nicht fehlen. Ansonsten haben wir auch das Nachtleben in Cusco ausgiebig genutzt.

Es gab viele lustige Momente, aber sie jetzt nachzuerzählen fällt schwer, weil es immer mit der jeweiligen Situation liegt, in der sie stattgefunden haben.

In unserer WG konnte man schon eigentlich darauf gefasst sein, dass jeden Tag etwas Lustiges passiert.

Eine Sache bei der ich wirklich schmunzeln musste war, als die Uni in Cusco einen wunderschönen Weihnachtsbaum aufgestellt hat und ich mitbekommen habe, dass sie die Tannenzweige einfach an einem Drahtgeflecht befestigt haben.

Ich fand ich Betreuung durch Praktikawelten in Deutschland sehr gut. Die schnelle Beantwortung von Fragen hat mir gut gefallen. Auch die Betreuung in Peru war gut.

Ich habe es auf keinen Fall bereut ins Ausland zu gehen, weil ich nicht nur einen neue Sprache und Kultur kennen gelernt habe, sondern auch durch den Schritt ganz allein in ein fremdes Land zu gehen, viel über mich selbst gelernt habe.

Meine Tipps an zukünftige Teilnehmer: Ohne Spanisch kommt man auf keinen Fall zurecht, deshalb ist es sinnvoll schon vor dem Aufenthalt einen Kurs zu machen und auch den Sprachkurs vor Ort ernst zu nehmen."

Erfahre mehr über das Projekt, das Hendrikje K. so begeistert hat: Humanmedizin in Peru