Umweltschutz in Neuseeland

"Auf einer Nachtwanderung haben wir probiert, den seltenen nachtaktiven Kiwi-Vogel zu hören"

  • Freiwilligenarbeit
  • Neuseeland
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

29.07.2013

Julia schrieb:

"Neuseeland hat für mich immer einzigartige Tierwelt und weite und wunderschöne Landschaften bedeutet. Über meine Arbeit wusste ich im Vorfeld nicht so viel (außer dass sie draußen ist), da sie von Projekt zu Projekt variieren kann. :-)

Deshalb habe ich mich mal auf alles von Unkraut jäten bis Tiere versorgen eingestellt.

Für mich war es vor allem wichtig, etwas zu machen, dass der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt dort eine Zukunft verschafft. Natürlich habe ich schon erwartet, draußen zu arbeiten und viel über die Naturschutzmaßnahmen und vor allem die Tiere zu erfahren. Dies ist auch tatsächlich so eingetroffen. Während der Arbeit bekommt man eine Menge Wissen und Erfahrungen mit, da die Ranger und die Gruppenleiter gerne Dinge erklären und Aktivitäten organisieren, die den Aufenthalt -trotz Arbeit - wirklich einzigartig machen. Wann hat man zum Beispiel mal die Gelegenheit mit einem fachkundigen Ranger eine Nachtwanderung durch den Regenwald zu machen und nach Kiwis und Wetas (einzigartige grillenartige Insekten) Ausschau zu halten? Und was den Aufenthalt wirklich zu etwas Besonderem macht, ist die internationale Gruppe der Menschen, die mit einem zusammenarbeitet. In meinem Fall hatte ich echt Glück, da ich mit allen, die zu meiner Zeit dort waren, wirklich super zurechtkam. Wir kamen aus den verschiedensten Ländern, arbeiteten zusammen und haben viel voneinander gelernt. Auch an den freien Wochenenden haben wir viel gemeinsam unternommen, z.B. sind wir ins Auenland gefahren, zu den Filmstudios. :-) Für mich war es eine wunderbare Zeit und für jeden, der sich gerne unter körperlichem Einsatz der neuseeländischen Natur widmen möchte, wird es auch so ergehen. :-)

Mein täglicher Tagesablauf sah so aus: Um 8:00 Uhr war Abfahrt zum Arbeitsort. Dann haben wir zwei Stunden gearbeitet, z.B. Sträucher pflanzen, Müll am Strand sammeln, Wanderwege kontrollieren, Wege präparieren usw. Um 12:00 Uhr hatten wir dann eine Stunde Pause. Danach haben wir wieder zwei Stunden gearbeitet.

Danach war Freizeit angesagt! Was man in seiner Freizeit tut, hängt von dem Naturpark oder Ort ab, an dem man gerade ist. Wir waren zum Beispiel oft an einem Strand und sind schwimmen und schnorcheln gegangen :-)

Der Kontakt zu den Einheimischen bestand natürlich hauptsächlich durch den Kontakt zu den Gruppenleitern des jeweiligen Projekts. Ein Projekt dauert von Montag bis Freitag und für das Wochenende kommt man immer zurück in das Haus in Auckland, von dort man dann seine eigenen Ausflüge organisieren kann. Auch Einheimische haben oft an den Projekten teilgenommen. In einem Projekt z.B. war ein neuseeländischer Mann mit dem wir uns angefreundet haben, der uns am Wochenende auch nach Hobbiton gefahren hat. Die Kultur der Ureinwohner (Maori) haben wir erlebt, da wir einen Tag auf Land, dass ihnen gehört, pflanzen mussten. So mussten wir erst durch ein gewisses traditionelles Ritual in ihren Stamm aufgenommen werden, bevor wir mit der Arbeit beginnen konnten. :-)

In meiner Freizeit war ich oft schwimmen. Ich habe viel mit den anderen Teilnehmern geredet, haben uns über unsere verschiedenen Kulturen ausgetauscht, zusammen gekocht, die Sterne der südllichen Hemisphäre geguckt (viele Sternschnuppen!), Sonnenuntergänge genossen, Filme geschaut, Ausflüge unternommen, wie z.B. Besuch eines Rugby Spiels, Rotorua (Spa, vulkanisches Gebiet), Hobbiton, Lord of the Rings Tour und Schwimmen mit Delphinen.

Mein lustigster Moment war, als wir drei Tage im neuseeländischen Regenwald “Bushy Park“ verbracht haben.

Auf einer Nachtwanderung hat uns der Ranger große Spinnen, Wetas und Glühwürmchen gezeigt und wir haben probiert, den seltenen nachtaktiven Kiwi-Vogel zu hören. Ein Belgier aus unserer Gruppe fing auf einmal an, irgendwelche Vogelgeräusche zu machen. Irgendjemand hielt sie für echt und fragte: „What kind of bird was that???“

The ranger replied: „The spotted dickhead!!"

Die Betreuung durch das Team vor Ort war super und genau nach meinen Vorstellungen.

Das Team vor Ort hat uns pro Woche in ein Projekt eingeteilt, welche jeweils von einem Teamleader begleitet wurden. Unsere Teamleader haben sich immer super um uns gekümmert, uns im Van zu den Projekten gefahren und den Tag mit uns geplant. Bei Fragen waren sie immer nett und hilfsbereit und uns z.B. beim Bustransfers für die Weiter- oder Rückreise organisieren geholfen. Dasselbe gilt für die Mitarbeiter von Praktikawelten in Auckland

Mein Fazit:

Der Aufenthalt in Neuseeland hat mich auf viele Arten weitergebracht. Ich war vier Wochen dort im Projekt. Mein Englisch hat sich sehr verbessert, ich habe Kontakt zu Menschen aus den verschiedensten Ländern geknüpft und viel über die Zusammenhänge im Naturschutz gelernt.

Meine Tipps:

Wenn ihr das Projekt auf der Nordinsel Neuseelands macht, werdet ihr die Woche im Projekt, das überall auf der Nordinsel sein kann, verbringen und das Wochenende in Auckland sein. Wenn ihr also eure Wochenendaktivitäten schon in Deutschland planen wollt, passt also auf, dass sie nicht zu weit von Auckland weg sind. :-)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Julia S. so begeistert hat: Umweltschutz in Neuseeland