Umweltschutz in Neuseeland

"Das Team vor Ort hat einen super tollen Job gemacht!"

  • Freiwilligenarbeit
  • Neuseeland
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

20.06.2015

Janna schrieb:

"Von Neuseeland habe ich um ehrlich zu sein tatsächlich ziemlich viel erwartet, für mich als „Herr-der-Ringe“-Fan ist Neuseeland nun mal Mittelerde zum Anfassen, also einfach nur ein Traum!

Ich hatte auch im Vorfeld schon gehört, dass die Kiwis sehr freundliche, hilfsbereite und unkomplizierte Menschen sind und sie haben es mir einmal mehr bewiesen. Was meine Arbeit vor Ort betrifft, konnte ich mir bis kurz vorher eigentlich nichts genaues vorstellen, da das Feld der Möglichkeiten schon recht weit gefächert sein könnte, wie mir mitgeteilt wurde, aber als Naturmensch wäre mir eigentlich jede der vorgeschlagenen Arbeits-Einsätze recht gewesen! Ich hatte eine wirklich wahnsinnig tolle Zeit, was ich in erster Linie wohl den wunderbaren Menschen zu verdanken habe, die ich dort kennenlernen durfte. Sowohl die anderen Freiwilligen aus aller Herren Länder als auch die Leute von der Organisation haben mich super aufgenommen und mir innerhalb einer Stunde das Gefühl gegeben, 100 % dazuzugehören, wofür ich unendlich dankbar war! Ich habe mich wirklich zu jeder Zeit rundum wohl gefühlt und bin nur widerwillig in mein Flugzeug nach Hause gestiegen.

In den zwei Wochen in Auckland, genauer gesagt im Atiu Creek Regional Park, begann mein Arbeitstag um 8:00 Uhr mit der Fahrt zum jeweiligen Einsatzort im Park. Dort angekommen, wurde bis etwa 10:00 Uhr gearbeitet, dann gab es erst einmal eine Pause. Der „Morning Tea" ist natürlich wichtig, auch wenn man gerade mitten im Wald steht. Anschließend ging es zurück an die Arbeit - bis zur Lunchtime. Danach blieben uns noch etwa zwei Stunden, um die Arbeit zu beenden oder für den nächsten Tag vorzubereiten. Gegen 16:00 Uhr bis 16:30 Uhr war meistens Schluss, sodass wir gegen 17:00 Uhr zurück im Haus waren. An manchen Tagen bestand die Möglichkeit, mit dem Teamleader in die Stadt zu fahren, um beispielsweise Familie und Freunde kontaktieren, damit zu Hause alle wissen, dass alles in bester Ordnung ist. Abends wurde außerdem zusammen gekocht und einfach ein bisschen Zeit mit der ganzen Gruppe verbracht.

die hauptsächlichen Aufgaben, die wir zu erledigen hatten, lassen sich kurz und knapp unter "planting good trees and killing bad trees" zusammenfassen, sprich wir haben Raum geschaffen, damit dort beheimatete Pflanzen fröhlich weiter wachsen können, ohne von "invasive species" bedrängt zu werden. Der gemeine Neuseeländer hat nun mal eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welche Pflanzen in das Land gehören und welche nicht! Abgesehen davon haben wir auch Zäune abgebaut, Bereiche in dem Park kontrolliert und auch Würmer gezählt, man tut ja, was man kann. Mir haben meine Aufgaben sehr gut gefallen, es konnte zwar körperlich ein wenig anstrengend sein, aber nichts, was mich oder sonst jemanden zum Rande der Erschöpfung getrieben hätte. Alles in allem sehr schöne Arbeiten, für jeden, der sich gerne in der Natur und besonders mitten im Wald aufhält. Strand und Meer In Wellington haben wir meistens etwas später angefangen, frühestens um 8:30 Uhr.

Die Arbeiten waren relativ identisch, auch die Pausenzeiten waren ähnlich, allerdings haben wir fast jeden Tag gegen 15:00 Uhr aufgehört, weil unser Teamleader sich in den Kopf gesetzt hatte, uns alles in und um Wellington zu zeigen, was man eben mal gesehen haben muss, wofür wir alle unendlich dankbar waren, die Stadt an sich und die Landschaft drumherum ist das Schönste, was ich in meinem Leben bisher gesehen habe! Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie genau unser Teamleader darauf bedacht war, nur bestimmte Pflanzen in bestimmten Bereichen des Parks zu wissen und habe gelernt, dass nicht alles naturbelassene und grüne auch gleich gut für die Umwelt ist, dieser Vorstellung gibt man sich leider viel zu oft und viel zu schnell hin.

Ein Hügel spiegelt sich im See Zur neuseeländischen Kultur/Bevölkerung muss ich sagen, dass sie, (wenn nicht gerade von Maori-Stämmen die Rede ist), obwohl am anderen Ende der Welt gelegen, gar nicht mal so anders ist. Auch wenn ich persönlich nicht viele Einblicke in die Kultur der Maori erhalten konnte, hat mich das, was ich mitbekommen habe, sehr fasziniert. So ein Leben im Einklang und Austausch mit der Natur und anderen Menschen führt man sich hier im Alltag einfach nicht so vor Augen.

In unserer Freizeit haben wir entweder in einer schönen Gruppe zusammengesessen und uns unterhalten, über alles Mögliche ausgetauscht oder Filme geguckt. Am Wochenende standen auch mal kurze Ausflüge auf dem Programm, auch die obligatorische Lord-of-the-Rings-MovieSetTour durfte natürlich nicht fehlen. Generell kann man sich in Neuseeland zwischen recht vielen Extremsport-Aktivitäten wie wild water rafting, skydiving und vielem mehr entscheiden. Selbstverständlich haben wir uns auch gemeinsam ein Rugby-Spiel der All Blacks angesehen, leider "nur" auf einer großen Leinwand, aber das war schon etwas sehr besonderes und wir konnten den Haka und das anschließende (siegreiche) Match in einer tollen Atmosphäre genießen. Ein Fluss schlängelt sich durch ein Tal.

Der für mich schönste Moment war tatsächlich das erste Wochenende direkt nach meiner Ankunft, welches ich relativ spontan mit vier anderen Freiwilligen in Rotorua verbrachte. Die anderen kannten mich für etwa zwei Stunden und haben mich einfach gefragt, ob ich mitkommen möchte, haben mir geholfen, noch einen Platz in dem Bus und im Hostel zu ergattern und ehe ich mich versah oder lange über irgendetwas nachdenken konnte, war ich Teil der Gruppe. Auch dass diese Leute mich dann zum wild water rafting überreden konnten, obwohl ich quasi wasserscheu bin und eine Todesangst vor dem Ertrinken habe, sagt denke ich einiges über das Vertrauen zu meinen Mit-Freiwilligen aus - und das nach gerade mal 24 gemeinsam verbrachten Stunden. 

Besonders gut gefallen hat mir, dass ich auf alle meine mehr oder weniger blöden Fragen, die man sich nun mal so stellt, wenn das Reisefieber inklusive leichter Panik ausbricht, sehr hilfreiche und schnelle Antworten erhalten habe, die mir immer wieder ein Stück Sicherheit zurück gaben, bis ich mich letzten Endes vor Abflug tatsächlich sehr gut informiert und vorbereitet fühlen konnte. (Wenn das vorher nicht der Fall war, lag das allerdings keineswegs an Praktikawelten, sondern eher daran, dass ich mir über Kleinigkeiten total den Kopf zerbrochen habe; man kennt das ja, wie schnell bei so größeren Vorhaben die Mücke zum Elefanten wird...)

Das Team vor Ort hat einen super tollen Job gemacht! Von der Einführung in Auckland bis hin zu den Teamleadern in Atiu Creek und Wellington, hat man sich sehr gut um uns alle gekümmert. Besonders beeindruckt war ich von dem Angebot, das ich am ersten Tag erhielt: Zwei Wochen Wellington, statt vier Wochen durchgehend in/um Auckland.Ich hatte mit dieser Möglichkeit überhaupt nicht gerechnet und habe mich umso mehr gefreut, mehr von dem Land zu sehen, als ursprünglich gedacht!

Eine dampfende, heiße Quelle Fazit: Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, diese Reise zu machen! Ich bin der Meinung, dass derartige Reisen dich im Leben weiterbringen, den Charakter eines Menschen formen und dich dir selbst näher bringen. Die Lektion, die mich am meisten weitergebracht hat, war eigentlich die, dass es kaum Sinn macht, alles und jedes bis ins kleinste Detail zu planen, manche Dinge muss man einfach auf sich zukommen lassen und entsprechend reagieren und lernen, mit der Situation umzugehen - es wird meistens im Endeffekt das Beste draus"

Erfahre mehr über das Projekt, das Janna K. so begeistert hat: Umweltschutz in Neuseeland