Wildlife in Namibia

"Ich habe mir einen "Tapetenwechsel" erwartet"

  • Freiwilligenarbeit
  • Namibia
  • 2 Wochen

Erfahrungsbericht von (18 Jahre)

01.09.2009

Theresa schrieb:

„Ich habe mir einen "Tapetenwechsel" erwartet, das heißt weg von Europa und hinein in das afrikanische Abenteuer und genau das habe ich bekommen. Ich war sehr offen, habe alles einfach auf mich zukommen lassen und dadurch wurde es die schönste Zeit meines Lebens!

Ein sehr positiver Punkt, der mich überrascht hat, war der Kontakt zu den Tieren. Ich war wirklich überrascht wie oft ich die Möglichkeit hatte, Zeit mit allen Tieren zu verbringen.

Mein Tag begann um 6:30 Uhr. Hört sich schlimm an, ist aber nicht schwer, wenn man daran gewöhnt ist. Frühstück war von 7 bis 8 und danach gleich die Morgenbesprechung, in der wir für spezielle Aufgaben eingeteilt wurden. Im Angebot waren z.B. Futtervorbereitung und im Laufe des Tages auch das Füttern der Tiere oder auch Affen babysitten. Natürlich bekam man nicht immer die Wunschaufgabe, doch dadurch war jeder Tag anders und man lernte alles kennen, von klassischer Farmarbeit bis Tiere pflegen und sogar Buschbrand legen und wieder löschen. Pünktlich um 12 Uhr gab es Mittagessen, dann war bis 14 Uhr Mittagspause. In dieser Zeit war die Hitze fast unerträglich und so konnte man z.B. duschen gehen oder sich in den Schatten zu einem Lieblingstier setzen und ein Buch lesen. Bei der Nachmittagsbesprechung wurde, bei Fruchtsaft und Keksen, wieder die Arbeit eingeteilt, die bis ca. 17 Uhr dauerte. Abendessen war um 18 Uhr und da die Sonne um diese Zeit bereits untergegangen war, war es winterlich kalt. Schon während dem Abendessen hörte man das weiche Bett rufen und spätestens um 20:30 Uhr schlief auch der Letzte. Das scheint vielleicht etwas früh, doch jeder Tag war sehr anstrengend, alleine die Hitze raubt die Kraft. Ein schöner Abendausklang war aber immer das Lagerfeuer, das wärmte und um das man herum sitzen und Tageserlebnisse austauschen konnte.

Eine Erfahrung war die fantastische Gelassenheit, mit der die Menschen dort leben. Es war einfach faszinierend, wie ruhig und "langsam" alle arbeiten und doch bis zum Ende des Tages alles erledigt haben. Europäer müssen sich erst daran gewöhnen, dass ein "jetzt sofort" nicht genau das heißt, sondern eher ein "bald". Vielleicht klingt es unglaublich, aber diese Einstellung ist sehr ansteckend. An heißen Tagen ist es heilsam, die Arbeit ruhig angehen zu lassen. Vor allem für die Tiere ist es angenehm, da sich Ruhelosigkeit oder Stress sofort auf sie übertragen. Afrika ist Gelassenheit und Ruhe und genau das macht (zumindest mich) glücklich.

Der lustigste Moment war, als ich auf der Wiese spazieren gegangen bin und plötzlich von einer Schar hungriger Mungos umringt war. Es hat mich immer wieder fasziniert, wie sie plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Ich konnte keinen Schritt mehr gehen, ohne auf einen Mungo zu steigen und wirklich lustig war es dann, als ein paar Mungos angefangen haben an meinen Schuhen zu knabbern. Da ich nichts Essbares dabei hatte, musste ich warten, bis sie das Interesse verloren oder verstanden, dass ich die falsche Person war. Nach einer Weile hat das dann auch geklappt

Die Informationen und Organisation waren sehr gut. Ich hatte nie Probleme mit den Flügen, dem Visum etc. Besonders toll fand ich das Flugangebot, da ich 1 Monat vor Abflug noch Direktflüge am Wunschtag bekommen habe.

Die Betreuung in Namibia war auch super, genau nach meinen Vorstellungen! Frikkie, unser Koordinator, war sehr nett und vom Charakter her genau wie ich ihn mir vorgestellt habe. Er war da für Probleme, hatte immer eine schnelle Lösung und teilte uns soweit es möglich war unsere bevorzugte Arbeit zu. Ich habe mich während meiner Zeit in dem Projekt immer sicher gefühlt, weil ich sicher war, dass Frikkie alles im Griff hatte.

Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, dass ich mich für diesen Auslandsaufenthalt entschieden habe. Ich habe nicht nur gelernt, wie man mit Tieren, vor allem auch wilden Tieren, umgeht, sondern bin auch sehr viel selbstständiger geworden. So ein Projekt bildet die Menschen auch für das Leben aus, in dem Extremsituationen dann besser verstanden und bewältigt werden können, da auch Afrika ein Land der Extreme ist und man Situationen kennenlernt, die in Europa wahrscheinlich nie passieren würden.

Meine Tipps an euch:

Stirnlampe ist auf jeden Fall von Vorteil, da man die Hände wirklich immer braucht.
Ein sehr gutes Shampoo plus Haarconditioner. Das Frisieren wird mit jedem Tag schwieriger, wenn die Pflege nicht passt.
Wenn man Spiele mitbringen möchte, dann würde ich einfache empfehlen, die vielleicht auch in anderen Ländern bekannt sind (wie z.B. diverse Kartenspiele)."

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Theresa W. so begeistert hat: Wildlife in Namibia