Wildlife in Namibia

"Ich habe viel über mich selbst gelernt"

  • Freiwilligenarbeit
  • Namibia
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von (20 Jahre)

26.11.2009

Stefanie schrieb:

„Vor meinem Abflug nach Namibia hatte ich an das Land keine großen Erwartungen. Ich wusste dass ich die Standards, die mich in Namibia erwarteten nicht mit europäischen vergleichen durfte. Ich wollte einfach alles auf mich zukommen lassen.

Die Zeit in meinem Projekt war sehr schön, jedoch anders als ich dachte. Meine Zeit in Namibia war eine der besten Erfahrungen in meinem Leben. Dinge, die mir anfangs schwer gefallen sind, liefen irgendwann von ganz alleine.

Ich habe viel über mich selbst gelernt, was mir in meinem weiteren Leben bestimmt helfen wird.
Natürlich war auch die Zeit, die ich mit den Tieren verbracht habe, der absolute Wahnsinn. Geparden, Löwen und anderen Wildkatzen so nahe kommen zu können ist überhaupt nicht in Worte zu fassen. Ich vermisse alle ganz schrecklich und möchte, wenn möglich, auch wieder zurück gehen...

Mein typischer Tagesablauf sah so aus:
Von Montag bis Samstag gab es zwischen 6:30 und 7:30 Frühstück. Da ich gerne etwas länger schlafe bin ich gegen 7 Uhr aufgestanden.
Um 8 Uhr begann dann unser morgendliches Meeting, wo die verschiedenen Tagesaufgaben verteilt wurden. Wir Volunteers waren in verschiedene Gruppen unterteilt, die unterschiedliche Tiere zu betreuen hatten. In der Gruppe wurde nun vereinbart, wer Food Prep (Vorbereitung des Tierfutters) oder wer Farm Work macht.
Gegen 9 Uhr starteten wir für gewöhnlich mit unserer Arbeit. Wenn ich für Food Prep eingeteilt war, hatte ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun als die Tiere zu füttern.
Von 12:30 bis 15:30 war dann Pause. Wir konnten tun was wir wollen. Meistens lag ich am Pool oder in der Hängematte, da mich der Vormittag ganz schön geschafft hatte.

Um 15:30 war dann wieder Meeting. Vom Prinzip war es das Gleiche wie beim Morning-Meeting.
Meistens waren nachmittags so gegen 16 Uhr alle Tiere satt. Dann fing ich an die Gehege zu säubern. Montags war besonders viel zu tun, da an Sonntagen lediglich gefüttert und nicht geputzt wurde. Man kann sich also vorstellen wie manche Gehege aussahen.
An den anderen Tagen war meistens nicht viel zu tun, sodass ich relativ früh Feierabend hatte. Ich konnte so meine Zeit nutzen und zu den Tieren gehen. Dies war mit Abstand die schönste Zeit des Tages!
Gegen 19 Uhr gab es Abendessen und der Tag war somit fast rum. Mein Tag endete meistens nach einer heißen Dusche gegen 21 Uhr. Oft saßen wir dann noch gemeinsam am Lagerfeuer und haben geredet.

Sonntags war es TOLL...Frühstück gabs eine Stunde später als die restlichen Tage. Wir fütterten lediglich die Tiere und hatten dann Freizeit. Wir konnten in die Kirche gehen oder wir spielten Paintball und Rugby, super lustig… Wir konnten den Tag eben genau so gestalten wie wir es wollten.
Meine besten Erfahrungen, die ich sammelte, waren die, dass ich Dinge tat von denen ich niemals dachte, dass ich sie tun konnte. Ich bin Vegetarierin und hatte vor meinem Aufenthalt furchtbare Probleme mit Fleisch jeglicher Art. Ich konnte keine Metzgerei betreten, geschweige denn Fleisch anfassen ohne dass mir schlecht wurde. Auf der Farm wurde ich dann eines Besseren belehrt. Genauso unvergesslich waren die Erfahrungen mit den Tieren.

Praktikawelten konnte ich bei Fragen und Problemen immer sehr gut erreichen und auch die Reiseunterlagen waren gut.
Alle Mitarbeiter waren sehr freundlich und bemüht, mir bei Fragen schnellstmöglich weiterzuhelfen. Das Reise 1x1, das ich vor meinem Reiseantritt bekommen  habe war, sehr ausführlich.
Auch die Betreuung durch das Team vor Ort war gut, da der Transfer vom Flughafen zum Hostel einwandfrei war und auch der Transport zur Farm problemlos lief.
Auf der Farm hatte ich keine Schwierigkeiten, sodass ich auch keine Hilfe benötigte bzw. in Anspruch nahm.

Dieser Auslandsaufenthalt war auf jeden Fall eine gute Entscheidung und ich würde es sofort wieder tun!!!
Er hat mich insofern weitergebracht, dass ich eine ganze Menge neuer Stärken an mir entdeckt habe, von denen ich zuvor nichts wusste.

Hier noch ein paar Tipps, die ich an zukünftige Freiwillige weitergeben möchte:
- keine großen Erwartungen stellen
- sich nicht von Erfahrungen anderer Volunteers beeinflussen oder leiten lassen
- starke Nerven
- offen für alles Neue sein und sich mit den ländlichen Gepflogenheiten abfinden z.B. deutsche Zeit und afrikanische Zeit
- und natürlich: "expect the unexpected"

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Stefanie K. so begeistert hat: Wildlife in Namibia