Wildlife in Namibia

"Die Arbeit mit den Tieren war unbeschreiblich"

  • Freiwilligenarbeit
  • Namibia
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von (26 Jahre)

01.06.2012

Sonja schrieb:

„Die Arbeit mit den Tieren war unbeschreiblich. Ich finde es sehr vernünftig, dass man anfangs nicht gleich in die Gehege darf und die Tiere erst einmal von außen kennenlernt. Da freut man sich noch auf sie und ich wurde nicht enttäuscht. Ich war bald sehr selbstständig und hatte viele Freiheiten.

Als ich eine Idee für ein Projekt hatte, habe ich Unterstützung bekommen und das hat mich sehr gefreut. Ich habe es geliebt, meine Tiere zu füttern und mich um sie zu kümmern. Es war einfach unbeschreiblich. Ich war manchmal so gerührt vom Verhalten der Tiere, von der Zuneigung, dass ich fast geweint habe. Sie sind mir alle so sehr ans Herz gewachsen - ich hatte natürlich auch meine Lieblinge - und ich vermisse sie so sehr.

Ein typischer Tag sah ungefähr so aus, dass es um 7:00 Uhr Frühstück gab. Danach fand das Meeting statt, wo die Aufgaben für die verschiedenen Gruppen verteilt wurden. Ich war im "Owls-Team". Meine Gruppenleiterin teilte mich dann einer Arbeit zu (meistens durfte ich auch wählen).  Um 9:00 Uhr mussten wir bei der Farm sein und mit unserer Arbeit beginnen. Ich habe das Futter für meine Tiere geschnitten, sie gefüttert und die Gehege sauber gemacht. Das dauerte nicht allzu lange, so dass ich danach noch viel Zeit hatte, um zu meinen Lieblingen, den Vervet-Monkeys, zu gehen oder mit anderen Tieren zu spielen. Um 13:00 Uhr gab es Mittagessen im Village und ich traf alle meine Freunde wieder (auf der Farm verläuft sich alles, so dass man sich manchmal gar nicht sieht). Wir erzählten uns alle lustigen Erlebnisse des Vormittags. Um 14.30 Uhr fand das Tree-Meeting statt. Dort wurden wieder Aufgaben verteilt und wir haben Muffins und kalte Getränke bekommen. Nachmittags bekamen die Tiere natürlich auch ihr Futter, aber wenn man das morgens schon gemacht hat, darf man nachmittags auch einfach mal Interaction machen. Das heißt, man spielt mit den Tieren im Gehege, geht reiten, hilft bei FarmWork oder geht auf einen Walk, was sehr viel Spaß macht. Wenn ich Zeit hatte, habe ich auch mal Namensschilder gemalt oder in einem Gehege Tagebuch geschrieben.  Zwischen 17.30 und 18 Uhr bin ich meistens ins Village, habe geduscht und habe noch ein bisschen in meiner Cabine gesessen, bis es um 19 Uhr Dinner gab. Manchmals saß ich noch etwas am Feuer mit den anderen und wir erzählten von unserem Tag, aber meistens bin ich auch ganz müde in mein Bett gefallen und hab schon spätestens um 20 Uhr geschlummert - und mich auf den nächsten Tag gefreut.

In Afrika habe ich gelernt zu warten! Hier nimmt man es nicht so genau mit der Pünktlichkeit. Aber was wirklich gestimmt hat ist, dass es nicht umsonst  SMILE OF AFRICA heißt. Und das ist wirklich so, die Menschen sind unglaublich freundlich und herzlich. Sie sind hilfsbereit und lachen einfach immer - auch wenn sie nichts haben. Sie jammern und beschweren sich nicht, daran sollten wir uns mal ein Beispiel nehmen. Wir, die einfach alles haben und im Luxus leben!

Meine Freizeit habe ich meistens bei den Tieren verbracht.
Mein allerschönster Moment war als ich zwei Stunden bei meinen Lieblingsaffen Izzypoo und Loli war und wir uns gegenseitig gelaust haben. Izzypoo hat mit seinen kleinen Fingerchen meine Augen saubergemacht, meinen Mund und meine Haare... das war sowas von niedlich. Auch  meinem Tandemsprung werde ich nie vergessen! Wir sind aus 1000 Fuß aus einem Flieger gesprungen! Absolutes Adrenalin und ein unglaubliches Gefühl! Meinen breiten Smile hab ich gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen!

Ich fand es wunderbar, dass ich immer sehr schnell eine Antwort von Praktikawelten bekommen habe, wenn ich eine Frage per Mail gestellt habe. Ich habe immer eine hilfreiche Person am Telefon gehabt, wenn ich angerufen habe und mir wurde immer sehr schnell geholfen.  Auch als ich einmal von Capetown aus geschrieben habe, hatte ich am nächsten Morgen eine Antwort.  Ich fand die Reise 1x1-Hefte sehr klasse, die haben mir besonders gut gefallen. Auch die Sache mit dem Weltenbummler T-Shirt, das man vor Abreise bekommt, ist sehr nett.

Ich bereue es überhaupt nicht, dass ich mich für diese Auslandsreise entschieden habe. Es war einfach wundervoll und ich würde es immer wieder tun.  Mein Aufenthalt hat mich in vielen Dingen weitergebracht. Ich denke, dass ich nun schneller Entscheidungen fällen kann, weil ich das dort machen musste. Ich habe mir über viele persönliche Dinge, die mich bedrückt haben, Gedanken gemacht und bin zu Entschlüssen gekommen. Ich habe viel über meinen Charakter gelernt und über andere Menschen. Ich habe gemerkt, dass ich so vieles alleine schaffen kann und wozu ich alles fähig bin. Und wenn ich etwas erreichen möchte, dann muss ich dafür hart arbeiten und kämpfen.

Mein Tipp an alle Namibia-Fans:
Man muss offen sein für alles, darf nicht zu viel erwarten und wenn man Ideen hat, soll man sie durchsetzen und etwas dafür tun.
Im Winter ist es wirklich kalt: Warme Sachen mitnehmen ;-)"

 

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Sonja S. so begeistert hat: Wildlife in Namibia