Unterrichten in Indien

"Rückblickend war die Zeit in Indien die aufregendste meines Lebens."

  • Freiwilligenarbeit
  • Indien
  • 6 Wochen

Erfahrungsbericht von

13.06.2016

Kathrin schrieb:

"Ich bin mit wenigen Erwartungen in das Land gereist um hinterher nicht enttäuscht zu sein. Insgesamt habe ich mir eine spannende, aufregende und erlebnisreiche Zeit gewünscht. Neue Menschen kennenzulernen und Menschen helfen zu können, denen es lange nicht so gut geht wie uns in Deutschland, war meine Motivation, um mich für ein solches Projekt anzumelden.

Ansonsten wusste ich nur, dass Indien eben eines der ärmsten Länder der Welt ist, gleichzeitig aber unheimlich viele tolle und interessante Städte und Sehenswürdigkeiten für uns zu bieten hatte. Rückblickend war die Zeit in Indien die aufregendste meines Lebens. Die Arbeit mit den Kids in der Schule konnte sehr anstrengend sein, hat aber trotzdem richtig Spaß gemacht. Man musste sie einfach ins Herz schließen.

So sah mein typischer Tagesablauf aus:

8:00 Uhr Aufstehen

9:00 Uhr Frühstück

Anschließend Vorbereitung des Unterrichtes mit den anderen

10:30 Abfahrt zur Schule

11:00 - 13:00 Uhr Unterricht der 1. Klasse (Good morning Song, ABC, Tiere, Früchte, Mathe, Goodbye Song, manchmal malen oder spielen, z.B. Memory)

13:15 Uhr Mittagessen

Anschließend Vorbereitung des Unterrichtes für den nächsten Tag

19:00 Abendessen

Anschließend gemütliches Beisammensein auf der Terrasse. Einmal wöchentlich gab es ein Treffen aller Volontärs zur Berichterstattung über den Unterricht, Fortschritte der Kids oder aufgetretene Probleme.

Ich habe im Camp gelernt, dass es gar nicht so schwer ist, mit wenig auszukommen (d.h. ohne warmes Wasser oder ohne Fernseher) auch ohne den Luxus kann man durchaus eine glückliche Zeit erleben. Wie gesagt, die Zeit mit den Kids war wirklich super. Den Kids was beibringen zu wollen, fand ich teilweise sehr schwierig. Durch die fehlende Konzentration und fehlende Disziplin endete der Unterricht des Öfteren im Chaos. Aber die Hauptsache war, dass die Kids mit uns ihren Spaß hatten und einige für ihre Zukunft doch was mitnehmen konnten. Es war ein superschönes Gefühl, wenn wir morgens das Schulgelände betraten und die Kids uns entgegenliefen und unsere Namen riefen und uns genauso wieder verabschiedeten! :-)

Zu den Einheimischen hatten wir während der Einführungsveranstaltung in Form einer Gastfamilie richtigen Kontakt. Wir waren in einer sehr herzlichen Familie untergebracht und wurden stets gut umsorgt. Der Gastvater hat uns immer wieder über sein Land und die Menschen erzählt, was wirklich interessant war. Falls wir wieder einmal nach Indien reisen würden, sind wir bei ihm stets willkommen.

Abends sind wir überwiegend auf der Terrasse gesessen und haben uns über die verschiedenen Projekte, unsere Sorgen, aber auch schöne Erlebnisse ausgetauscht. Ein Wochenende waren wir auf der Kamelsafari, die wirklich zu empfehlen ist. Wir haben auf dem Dach unter freiem Himmel geschlafen und dabei einen superschönen Sternenhimmel gesehen. Ein anderes Wochenende waren wir in der goldenen Stadt in Jaisalmer, ein Einkaufsparadies für uns und auch reich bestückt mit Sehenswürdigkeiten. Die meisten Mitbringsel haben wir in Jaisalmer erstanden.

Die schönsten Momente waren, wenn ich die Kinder zum Lachen gebracht haben. Dafür hat es sich absolut gelohnt nach Indien zu reisen. Die Kids konnten sich einfach über jede Kleinigkeit herzlich freuen. Aber auch die abendlichen Gespräche mit den anderen haben mich über das Heimweh hinwegtrösten können, zumal der Kontakt zu einigen Volontärs immer noch besteht und wir uns im Laufe des Jahres wieder treffen wollen.

Die Betreuung vor Ort war wirklich gut. Ich hatte stets einen Ansprechpartner, egal welches Problem ich hatte. Da es mir gesundheitlich nicht wirklich gut ging, habe ich das Projekt zwei Wochen früher verlassen. Die Betreuer haben sich super darum gekümmert, dass ich mit der anderen Gruppe zwei Wochen früher abreisen konnte und auch die Zeit, als ich krank war, hat sich das Team super um mich gekümmert.

Definitiv war es die richtige Entscheidung nach Indien zu gehen. Ich habe sehr viele Höhen und Tiefen erlebt aber ich bereue es keinen Falls. Indien ist ein super interessantes und vielseitiges Land und ich werde Indien sicher noch einmal bereisen. Ich hatte auch den Eindruck, dass viele mit ihrem "einfachen" Leben sehr zufrieden und glücklich sind."

Erfahre mehr über das Projekt, das Kathrin B. so begeistert hat: Unterrichten in Indien