Unterrichten in Indien

"Es war auf jeden Fall eine wundervolle Entscheidung nach Indien zu reisen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Indien
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

07.09.2012

Frauke schrieb:

"Indien habe ich mir vor meinem Abflug mit Bunten, schillernden Farben und Stoffen vorgestellt, die sich überall in den Straßen widerspiegeln. Ein Land voller Traditionen und Feste, die von allen Menschen, egal ob reich oder arm, so gut es geht gefeiert werden.

Indien war für mich ein Land voller Kontraste! Meine Zeit vor Ort war super schön aber anderes als ich mir es vorgestellt hatte. Die ersten 2/3 Wochen braucht man, um sich an alles zu gewöhnen. Denn ist einfach gar nichts wie in Deutschland: Das Essen ist anders, der "Dresscode“, der Tagesablauf, die Traditionen und Feste...einfach alles. Wenn man nicht einmal selbst in Indien gewesen ist, kann man sich anhand von Fotos und Videos zwar ein Bild machen, aber wirklich erleben tut man es erst, wenn man dort ist!

Mein typischer Tag in Indien sah ca. so aus:
Nachdem ich aufgestanden war und das wunderbare Frühstück meiner Gastmutter eingenommen hatte, ging es mit dem Jeep (7 Sitzplätze; 20 Leute) 40 Minuten durch die teilweise unbewohnte "Wildnis" zu meinem Sozialarbeitsprojekt. Dort wurde jeden Morgen die Nationalhymne und Nationalsong gesungen, bevor der Unterricht begann. Zu Beginn meiner Arbeit, habe ich einen Stundenplan bekommen. Diesen habe ich von 10 bis 16 Uhr befolgt und den Kindern der verschiedenen Klassen Englisch beigebracht, mit ihnen gesungen, getanzt oder gemalt. Als ich zurück in Hunsur war, habe ich mich entweder mit anderen Freiwilligen getroffen, den Unterricht vorbereitet oder etwas mit meiner Gastfamilie unternommen. Um 20 Uhr musste ich zu Hause sein. Dann habe ich häufig mit meinen Gastschwestern Uno gespielt, bevor es gegen 21 Uhr Abendbrot gab.

Am Wochenende habe ich immer etwas unternommen, meistens mit den anderen Freiwilligen zusammen. Ich hatte das Glück, dass ich die gesamte Zeit mit anderen Deutschen zusammen gewohnt habe, sodass wir auf jeden Fall immer zu zweit waren.
Meine Erfahrung, die ich während meiner Zeit im Projekt sammeln konnte ist: Egal was kommt, gebe niemals auf! Manchmal kann die Arbeit echt deprimierend sein, wenn mal gar nichts so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Aber wenn man einfach weiter macht, dann klappt es irgendwann und man hat ein richtiges Erfolgserlebnis und ist sehr stolz auf sich und die Kinder.

Dadurch, dass ich bei einer Gastfamilie gelebt habe, war der Kontakt zu den Einheimischen super. Inder sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Viele kommen auf einen zu und wollen wissen, wie man heißt, wo man herkommt und was man in Indien macht. Allein aus dem Grund, dass man eine helle Hautfarbe hat. Man wird also offen und höflich empfangen. Zudem sind Inder sehr zuvorkommend und setzen alles in Bewegung, damit es ihrem Gast gut geht.

In meiner Freizeit unter der Woche habe ich mich meist mit anderen Freiwilligen getroffen, mit ihnen über den vergangen Tag geredet-denn jeder Tag birgt neue Abenteuer und Erfahrungen- oder das Wochenende geplant. Zudem habe ich in einem Danceclub Hip-Hop unterrichtet oder mit meinen Gastschwester Uno oder Federball gespielt.
Am Wochenende habe ich viele Tempel besucht oder andere Freiwillige in anderen Städten.

In Indien habe ich ein neues Motto kennen gelernt:  "Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Elefanten". Auf einem Elefanten zu reiten ist einfach unglaublich spannend und aufregend!

Die ersten Lernerfolge mit den Schülern waren auch ganz besonderer Momente für mich. Nach einigen Wochen konnten sie die beigebrachten Worte lesen und schreiben.
Lustig waren außerdem die Fernseh- und Zeitungsinterviews.

Mit Praktikawelten war ich auf jeden Fall zufrieden. Der Informationsaustausch mit Praktikawelten hier in Deutschland lief sehr gut, auch als einige Probleme in Indien auftraten, wurde sich um eine schnelle Lösung bemüht. Danke dafür!

Fazit:
Es war auf jeden Fall eine wundervolle Entscheidung nach Indien zu reisen! Ich würde es immer wieder tun. Die vielen Erfahrungen die ich mit der Kultur, den Einheimischen, den Traditionen und verschiedensten Verhaltensweisen gemacht habe sind einfach unbeschreiblich!

Meine Tipps an zukünftige Teilnehmer: Nachdem man nach einigen Wochen den Kulturschock überwunden hat, geht es nur noch bergauf! Zuerst fühlt man sich unheimlich verloren und weiß oft nicht, wie man sich verhalten soll. Doch irgendwann gewöhnt man sich so sehr an alles, sodass man zurück in Deutschland einen weiteren Kulturschock erlebt :)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Frauke O. so begeistert hat: Unterrichten in Indien