Sozialarbeit mit Kindern in Indien

" Es war Liebe auf den ersten Blick!"

  • Freiwilligenarbeit
  • Indien
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von (28 Jahre)

25.08.2008

Vanessa schrieb:

"Meine Zeit im Projekt in Goa war eine tolle Erfahrung! Man musste sich nicht nur auf ein Projekt festlegen, sondern hatte die Möglichkeit zwischen verschiedenen Workareas zu wählen. Einige fanden nur vormittags statt, andere in den Abendstunden.

Ich entschied mich morgens das Daycare-Centre Bagdem zu besuchen und an einigen Nachmittagen ins Old-People-Home zu gehen. Die Arbeit mit den Kindern machte viel Spaß, war aber auch meist sehr anstrengend. Durch viele kleine Erfolgserlebnisse wurde man jedoch entschädigt. Bei den alten Leuten war die Arbeit anders. Sie waren sich oftmals ihrer miserablen Lage sehr wohl bewusst und oft sehr einsam. Vorteil hier allerdings, dass einige gut Englisch sprechen konnten, was die Kommunikation sehr erleichterte. Auch hier war die Arbeit sehr schön.

Ein normaler Arbeitstag lief ungefähr so ab: Nach dem Frühstück wurden wir um kurz vor 9 Uhr abgeholt und zu den verschiedenen Projekten gefahren. Im Daycare-Centre (eine Art Kindergarten/Vorschule)haben dann zunächst Lehrerin und Helferin mit den Kindern und uns gebetet und die indische Hymne gesungen. Anschließend übernahmen wir das Ruder und übten verschiedene Sachen (je nachdem, was uns die Lehrerin und ihre Helferin am Vortag auftrugen). Das konnten Zahlen sein von 1-10, das ABC, Farben oder Formen. Es wurde auch viel gesungen und (Fang-)Spiele veranstaltet. Die Materialien zum Lernen brachten entweder wir mit, oder wir nutzten die kleinen Tafeln der Kinder. Im Laufe des Vormittags gab es dann eine Pause für die Kinder, danach wurde Essen gereicht. Die Zeit danach war für Spiele ausgelegt, bis wir schließlich gegen 12 Uhr abgeholt wurden. Zurück im Camp hatten wir Freizeit und aßen zu Mittag, bevor es für einige dann um etwa 14 Uhr zu den Nachmittags-Projekten ging. Im Altenheim hab ich mich dann mit einigen alten Leuten auf Englisch unterhalten oder Spiele gemacht. Wer mochte konnte auch den Pflegerinnen dort helfen und kleinere Pflegearbeiten durchführen. Um 16:30 Uhr wurden wir alle eingesammelt und zum Camp zurückgebracht. Der Rest war Freizeit und wir gingen oft zum Strand, ins Internetcafe, Bummeln oder machten es uns im Aufenthaltsraum gemütlich.

Während meines Freiwilligendienstes habe ich tolle Erfahrungen gesammelt, die ich während eines normalen Urlaubes niemals hätte sammeln können. Die Zusammenarbeit mit den Kindern, alten Leuten und den anderen Freiwilligen war super! Auch die Crew vor Ort war wirklich nett und sehr bemüht, dass es uns immer gut ging.

Indien hat mir sehr gut gefallen, ich bin gut mit der fremden Kultur und den Einheimischen zurecht gekommen. Die meisten Menschen in Colva (Goa) kannten das Freiwilligencamp und begegneten uns mir Respekt und Freundlichkeit. Auch während der Einführungswoche und den Ausflügen behandelte man uns höflich und mit Neugier.

Sehr guten Kontakt hatte ich zu den anderen Freiwilligen: Wir waren viel am wunderschönen Strand oder in der nähergelegenen Stadt Margao zum Shoppen. Mit dem Team vor Ort haben wir eine Tour durch Goa unternommen und uns verschiedene Sehenswürdigkeiten und Strände angeschaut. Einen längeren Ausflug machten wir beispielsweise in die Tempelstadt Hampi. Das war ein fantastisches Erlebnis!!! Einmal organisierte das Team einen Abend mit einer traditionellen indischen Tanzgruppe, das war sehr schön. Außerdem haben wir auf der Dachterasse abends immer Yoga gemacht.

Ich habe jeden Moment sehr genossen und würde am liebsten möglichst bald wieder dieses tolle Land bereisen. Die Tempel, die Menschen, das Essen, die Eindrücke, die Sprache, die Kinder, die Strände... alles war einmalig und wunderschön! Es war Liebe auf den ersten Blick!

Die Betreuung durch Praktikawelten vor meiner Abreise fand ich sehr gut. Alle Anfragen, egal ob per E-mail oder telefonisch, wurden sehr schnell und sehr freundlich bearbeitet. Auch vor Ort in Goa war die Betreuung super! Auf Probleme und Wünsche wurde eingegangen. Man hatte auch immer ein offenes Ohr für mich. Auch Fahrten wurden für uns geplant und organisiert. Selbst Yoga wurde für uns angeboten, das war super! Die Einführung im Camp war spitze! Es wurden uns Sachen beigebracht übers Feilschen, wo es sicher ist, was man essen sollte, übers indische Geld, welche Taxis sicher sind, was in der näheren Umgebung alles ist, das indische Schulsystem und noch viel mehr! Für Fragen und Anregungen waren die immer offen! Wirklich gut!

Mein Auslandsaufenthalt war eine sehr gute Entscheidung und ich konnte das Land auf eine Weise kennenlernen, wie es nur wenige tun. Es war eine sehr intensive und wundervolle Erfahrung. Ich würde es gerne und jederzeit nochmal tun. Ich bin selbstbewusster geworden und sehe besonders die Dinge in Deutschland nun mit ganz anderen Augen.

Mein Tipp: Seid offen und verständnisvoll. In Indien ist nicht alles so, wie man es in Deutschland gewohnt ist. Nicht schlechter, sondern eben nur anders!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Vanessa so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Indien