Sozialarbeit mit Kindern in Indien

"Ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können."

  • Freiwilligenarbeit
  • Indien
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

11.07.2008

Ramona schrieb:

"Ich hatte große Erwartungen an das Land, da ich im Voraus schon viel über Indien gelesen und gehört hatte. Ich hatte eine genaue Vorstellung vor Augen und war mir sicher, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Von dem Projekt erwartete ich mir viel Spaß und erhoffte, dort etwas bewegen zu können.

Meine Zeit im Projekt war super, genau wie ich es mir vorgestellt hatte!
Ich arbeitete mit sehr netten anderen Freiwilligen zusammen in einer kleinen Schule direkt am Strand. Die Kinder waren von Anfang an sehr offen und freundlich. Nach und nach lernten wir die Kinder immer besser kennen und auch verstehen. Ich habe mich auf jeden Tag mit den Kindern gefreut, da sie sehr gerne von uns lernten und wir viel Spaß mit ihnen hatten.

Sobald wir morgens an der Schule angekommen waren, rannten uns die Kinder schon strahlend entgegen. Vor dem Unterricht sangen die Kinder einige englische Kinderlieder, zum Beispiel über die Wochentage oder das ABC. Danach setzte sich jeder von uns Freiwilligen mit seiner kleinen Klasse (4 bis 6 Schüler) zusammen und wir verteilten ihnen Blätter und Hefte. Je nach Alter der zu unterrichtenden Kinder brachten wir ihnen das ABC oder die Zahlen von 1 bis 10 bei, oder auch das Ein-mal-Eins und halfen ihnen beim Lesen. Da auch sehr kleine Kinder dabei waren, die noch nicht richtig sprechen konnten, spielte oder malte einer von uns mit ihnen.

Nach ca. einer dreiviertel Stunde machten wir eine Pause, in der wir den Kindern etwas zu Essen verteilten. Wir brachten jeden Tag einen Behälter mit Reis und ein paar kleine Schälchen mit. Danach lernten oder malten wir wieder. Da die Schule direkt am Strand liegt, spielten wir nach dem Unterricht mit den Kindern dort, was allen immer sehr viel Spaß machte. Danach wurden wir wieder abgeholt (die Kinder wollten uns gar nicht mehr gehen lassen...).
Nach dem Essen setzten wir uns oft zusammen und besprachen den nächsten Schultag. Wir bereiteten oft Bilder für die Kinder vor, die sie ausmalen konnten.
Wenn das Wetter schön war, gingen wir jeden Nachmittag an den wunderschönen Strand und schlenderten durch die kleinen Geschäfte, die auf dem Weg dorthin liegen.
Ab und zu fuhren wir auch mit dem Bus in die nahe gelegene Stadt Margao, wo es einen großen Markt und viele nette, kleine Restaurants gibt. Abends gingen wir manchmal in eine kleine Bar oder blieben einfach zu Hause, schauten DVDs oder unterhielten uns stundenlang. Jeder Tag in Goa war etwas Besonderes und ich habe jede Sekunde genossen.

Während meines Aufenthaltes in Goa habe ich sehr viel und schöne Erfahrungen sammeln können. Die schönsten Momente waren natürlich die mit den Kindern. Es machte sehr viel Spaß sie zu unterrichten und zu wissen, dass man ihnen helfen konnte. Es war immer wieder schön, zu sehen, dass sie Fortschritte machten. Es war auch immer wieder sehr interessant, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen, denn wir konnten dadurch viel mehr über Land und Leute erfahren.

Dadurch, dass wir so nah bei den Menschen waren, sahen wir auch deren Armut und Leid viel deutlicher und häufiger. Man versucht natürlich zu helfen, wo man kann und es war hart zu realisieren, dass man nicht jedem Menschen weiterhelfen konnte. Doch gerade durch solche Erfahrungen verändert man sich und erkennt, wie gut wir es eigentlich haben. All diese Erfahrungen haben mich stärker und selbstbewusster gemacht und ich möchte sie nicht missen.

Wir saßen z.B. oft lange am Strand und unterhielten uns mit einheimischen Frauen. Es war sehr interessant ihre Geschichten zu hören und sie beantworteten uns alle Fragen, die wir ihnen stellten. Außerdem gaben sie uns nützliche Tipps in Hinsicht auf den Alltag in Indien, das Essen und den Umgang mit anderen Einheimischen.

Ich hatte so viele schöne Momente in Goa, dass ich gar nicht sagen könnte, welcher der schönste war. Am meisten Spaß machte die Arbeit mit den Kindern. Die Stunden, an denen wir mit ihnen am Strand spielten, werde ich nie vergessen. Es war so schön zu sehen, wie die Kinder, die zuvor noch so ernst und erwachsen wirkten, ihre ganzen Sorgen vergaßen und so lebendig und fröhlich mit uns zusammen spielten und lachten. Ich haben diese Kinder wirklich sehr ins Herz geschlossen und hätte sie am liebsten alle mit nach Hause genommen... :-)!

Die Organisation von Praktikawelten lief reibungslos ab. Die mir zugesandten Reiseunterlagen haben mir sehr weitergeholfen. Ich habe mich sehr gut vorbereitet und aufgehoben gefühlt und konnte mit einem guten Gefühl nach Indien starten. Auch die Betreuung in Indien war super! Die Mitarbeiter im Freiwilligenhaus waren sehr hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn wir sie brauchten. Das Essen war immer pünktlich und sehr gut. Ich habe mich beim Team vor Ort gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Die Einführung war sehr gut und machte einen professionellen Eindruck. Ich fühlte mich danach sehr gut informiert.

Es war eine sehr gute Entscheidung, diesen Auslandsaufenthalt zu machen und ich würde es jedem weiterempfehlen. Der Aufenthalt in Indien hat mich in vielen Hinsichten weitergebracht. Zum einen weiß ich jetzt Dinge, die für mich vorher selbstverständlich waren, viel mehr zu schätzen. Außerdem bin ich selbstbewusster und kontaktfreudiger geworden und gehe offener auf Menschen zu. Dadurch, dass ich einen Monat fast ausschließlich Englisch gesprochen habe, hat sich mein Englisch sehr verbessert. Ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können und denke gerne an die Zeit in Indien zurück.

Meine Tipps für euch: Die Kinder freuen sich immer über kleine Geschenke. Wenn man zum Beispiel alte Spielsachen zu Hause hat und noch genug Platz im Koffer ist, dann ruhig mitnehmen. Sonst sollte man einfach immer offen für Neues sein und jeden Augenblick in Indien genießen!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Ramona H. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Indien