Sozialarbeit mit Kindern in Indien

"einen Freiwilligeneinsatz in einer fremden Umgebung zu leisten, war für mich eine gute Erfahrung"

  • Freiwilligenarbeit
  • Indien
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

20.06.2016

Fabrizio schrieb:

"Ich hatte keine großen Erwartungen. Ich freute mich, nach zehn Jahren wieder einmal Indien zu bereisen. Der Wunsch, einen Freiwilligeneinsatz zu leisten, schlummerte schon seit längerer Zeit in mir. Ich wollte - wenn auch für eine kurze Zeit - meine Kenntnisse anderen weitergeben.

Ich wollte mit Kindern/Jugendlichen arbeiten und das Gefühl haben, nützlich zu sein. Nicht zuletzt wollte ich raus aus dem Büroalltag. Meine Zeit im Projekt war super! Ich war der erste an diesem Einsatzort. Ich hatte einen großen Handlungsspielraum, was die Gestaltung des Programms betraf. Ich konnte selbst entscheiden, was ich wann unterrichten wollte. Die Kombination von IT-Unterricht an Jugendliche und Erwachsenen am Vormittag und Nachhilfestunde für Schulkinder (Mathematik) am Nachmittag gab mir eine große Zufriedenheit.

Ein typischer Tagesablauf in Goa sah ungefähr so aus:

Da ich einen längeren Arbeitsweg hatte, verließ ich das Camp bereits um kurz nach 8 Uhr. Nach rund einer halben Stunde traf ich am Einsatzort ein, wo ich um 9 Uhr mit der Schulung begann. Gegen 12 Uhr ging ich dann mit den Schwestern Mittagessen (was auch eine Abwechslung des Menüplans war) und um 14 Uhr teilte ich mich zwischen Computerunterricht und Nachhilfestunden mit den Kindern auf. Zum Teil gab ich Aufgaben in beiden Bereichen und sprang dann zwischen beiden hin und her. Um 16 Uhr wurde ich abgeholt und zum Camp zurückgebracht, wo ich anschließend noch zum Stand ging. Abends gingen wir manchmal auswärts essen und am Wochenende lernten wir die nähere Umgebung kennen. 

Erfahrungen habe ich hauptsächlich auf zwei Ebenen gesammelt: Einerseits muss man sich anpassen; wieder einmal mit Fremden ein Zimmer teilen, eine neue Umgebung... anderseits muss man sich den Job selbst zuschneiden, d.h. Eigeninitiative zeigen. 

Die Erfahrungen im Zusammenleben mit den Einheimischen waren durchwegs positiv. Die einzige Barriere war bedingt durch ungenügende Englisch- oder Hindi- (Konkani-) Kenntnisse.

Leider erlitt ich einen Motorradunfall während meinem Aufenthalt im Camp. Ein Wagen touchierte das Motorrad, auf dem ich unterwegs vom Einsatzort zum Camp war. Wir mussten notfallmäßig ins Krankenhaus gebracht werden und anschließend lag ich eine Woche im Bett. Der schönste Moment war, als ich am letzten Freitag vor meiner Rückreise noch "meine" Kinder verabschieden und einige Fotos machen konnte.

Die Mitarbeiter von Praktikawelten waren stets freundlich und hilfsbereit. Die e-Mail Anfragen wurden innerhalb kurzer Zeit beantwortet. Die Betreuung während meinem Aufenthalt in Indien war auch gut!

Die Entscheidung, einen Freiwilligeneinsatz in einer fremden Umgebung zu leisten, war für mich eine gute Erfahrung. Man wird konfrontiert mit anderen Problemstellungen und Lösungsansätze. Man sollte offen für Neues sein und keine Vorurteile haben, sich respektvoll gegenüber anderen verhalten und Eigeninitiative zeigen."

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