Wildlife in Guatemala

"Ich bin selbstständiger und um einiges selbstbewusster geworden"

  • Freiwilligenarbeit
  • Guatemala
  • 5 Wochen

Erfahrungsbericht von

13.11.2012

Vanessa schrieb:

"Vor meiner Abreise hatte ich doch ein wenig Angst. Jedoch war meine Neugierde weitaus größer und ich habe die Reise gewagt. Das Land an sich stellte ich mir einfacher aber nicht unbedingt primitiver vor als Deutschland. Von der Tierwelt und der Natur war ich bereits hier absolut fasziniert!

Die Zeit während meines Aufenthalts war super, genau nach meinen Vorstellungen! Ich wurde dort von Tag zu Tag mehr überrascht. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich so eng mit den Tieren zusammenarbeiten darf und nach wenigen Tagen des Einarbeitens bereits allein verantwortlich für eine Vielzahl von Käfigen inklusive Baby-Brüllaffe sein könnte. Zudem war die Arbeit in Kooperation mit den einheimischen Mitarbeitern eine komplett neue Erfahrung in Sachen Kommunikation.

Meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen. Jeden Morgen um 06:15 Uhr wurde ich mit speziell ausgewählter Musik vom Voluntärkoordinator geweckt. Um halb 7 ging dann die erste Schicht los in der die Käfige gesäubert und alle Tiere gefüttert wurden. Um 8 Uhr war dann das „Menschen-Frühstück“ an der Reihe. Um 9 war dann das Morgenmeeting in dem der Zustand der betreuten Tiere besprochen wurde. Ab 09.15 Uhr wurden dann die Schafe und Reptilien gereinigt, Käfige geschrubbt usw.). Um 11 Uhr hat dann die zweite Schicht begonnen (Säubern der Käfige, füttern (einiger) Tiere, reinigen des Arbeitsbereiches). Von 12 bis 13 Uhr hatten wir dann Freizeit und anschließend haben wir zu Mittag gegessen. Ab 14 Uhr hat die dritte Schicht (Säubern der Käfige, füttern aller Tiere, reinigen des Arbeitsbereiches)angefangen. Danach hatten wir ab 15 Uhr Freizeit. Hier waren die beiden hauseigenen Hängematten mehr als willkommen. Ab 18 Uhr wurden die Tierbabys gepflegt, das war total schön! Ab 19 Uhr sind wir dann entweder gemütlich zusammengesessen, haben Ausflüge nach Flores gemacht oder die “Beerlady“, ein einheimischer Laden, besucht. Die Beerlady hat man erreicht indem man etwa 15 Minuten durch den Dschungel gewandert ist und schon war man mitten in einem einheimischen Dorf und konnte dort in einem guatemaltekischen Tante-Emma-Laden alles kaufen, was das Herz begehrt.

In erster Linie lernt man besonders eine Menge über Teamwork. Man lernt sich anzupassen und vor allem seine Arbeit zufriedenstellend zu erledigen, um die anderen nicht zu behindern. So wird man in vielerlei Hinsicht selbstbewusster und zuverlässiger. Ich habe zudem eine Menge über die Arbeit mit Tieren gelernt, wie ich mich zu verhalten habe und besonders wie die Tiere auf mich als Pfleger reagieren. Auch im zoologischen Bereich kann man in der Einrichtung mehr als genug lernen, da der zuständige Tierarzt für jede Frage mit Rede und Antwort zur Seite steht.

Der Kontakt zu den anderen Teilnehmern war sehr gut und zu den Einheimischen hatte ich auch einen guten Kontakt. Das Land hat mir zusammenfassend sehr gut gefallen und ich bin auch sehr gut mit der Kultur zu Recht gekommen. Ich habe eine ganze Menge Erfahrungen sammeln können. Besonders die Zeit in der Gastfamilie hat mir geholfen die Lebensumstände besser zu verstehen. Beim Duschen nicht immer warmes Wasser zu haben oder jeden Tag "Frijoles" zu essen, war zu Beginn meiner Reise doch sehr ungewöhnlich für mich. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und ich muss sagen, trotz des komplett verschiedenen Lebensstils fühlte ich mich dort zufriedener als in Deutschland. Man lernt bescheidener zu werden und die kleinen Dinge zu schätzen!

Die Guatemalteken sind zudem sehr freundliche und hilfsbereite Menschen. Offenheit und Unvoreingenommenheit sind hier wohl die wichtigsten Stichworte!

Mein Highlight war jedoch, als plötzlich mein Duschkopf anfing zu brennen :-D Ich hab selten so gelacht, wie in diesem Augenblick und nicht nur ich, sondern auch meine Gastfamilie, das war ein toller wenn auch erschreckender Moment! Besonders schön war für mich das erste Mal, als ich mich um meinen Babybrüllaffen kümmern durfte. Da wusste ich, dass ich die Zeit in Guatemala mit nichts in der Welt tauschen würde!

Gerade mit den Anfragen per Email bin ich sehr zufrieden. Auch die Informationen, die ich von Praktikawelten erhielt, waren sehr gut und ich kann mich nicht beklagen, auf irgendetwas nicht vorbereitet gewesen zu sein.

Die Entscheidung den Auslandsaufenthalt zu machen war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich kann nur jedem Jugendlichen einen solchen Aufenthalt weiterempfehlen - es bringt einen selbst unglaublich viel weiter. Ich bin selbstständiger und um einiges selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt für mich selbst zu sorgen, denn plötzlich war man auf sich allein gestellt und Mama und Papa auf der anderen Seite der Welt. Am Anfang ist es manchmal hart, doch hat man es erst einmal geschafft, dann scheint einem danach wirklich alles möglich! Mich hat diese Reise von Grund auf verändert..."

Erfahre mehr über das Projekt, das Vanessa S. so begeistert hat: Wildlife in Guatemala