Unterrichten in Guatemala

"Meine erste Fahrt in einem der "Chicken-Busse" war auch sehr lustig."

  • Freiwilligenarbeit
  • Guatemala
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

23.06.2011

Rahel schrieb:

"Ich habe mir Guatemala als ein totales 3. Welt Land vorgestellt, in dem die Menschen viel Armut erleben und jede Hilfe gebraucht wird. Die Flora und Fauna habe ich mir sehr vielfältig vorgestellt mit jeder Menge Urwald, Vulkanen, Strand und wilden Tieren.

 

Meine Unterkunft hat mir gut gefallen und ich bin morgens um 7.30uhr mit dem zur Schule gefahren. Um 8 Uhr ging die Schule los. Entweder wurde Schreiben, Rechnen oder Englisch unterrichtet. von 10.00-10.30 Uhr gab es eine Pause und was zu essen für die Kinder. um 12 Uhr war die Schule aus. Meine Aufgaben waren, den Kindern grundlegende Englischkenntnisse beizubringen, mir Aufgaben in Mathe auszudenken, den Kindern beim Rechnen zu helfen und zu erklären und Aufgaben zu kontrollieren. Im Schreiben das gleiche.

 

Manche Kinder waren schon sehr fortgeschritten andere hatten große Schwierigkeiten. Hier lag die Schwierigkeit auf jedes Kind einzeln einzugehen und keines zu übergehen.

Freitags war immer Spieltag, den haben wir auf dem Spielplatz verbracht.

Am meisten Spaß hat mir gemacht, die Kinder in ihren Aufgaben zu unterstützen und zu sehen, wenn sie Fortschritte machen.

Ich habe erfahren, wie es ist vor einer Klasse zu stehen und zu unterrichten. Andere schöne Erfahrungen waren, dass sich die Kinder über mich gefreut haben und glücklich waren, dass ich da war, wenn auch manchmal nur zum Spielen.

Mir fällt es leicht mich in fremde Kulturen einzuleben, ich bin da ganz unkompliziert und offen. Die Menschen waren fast alle sehr freundlich. Die Kultur unterscheidet sich von der deutschen in vielen Dingen. Die Menschen reagieren offen auf einen, sind freundlich, kommen auf einen zu und sind meist hilfsbereit.

Und alles scheint so farbenfroh zu sein. Auch das Essen in Guatemala ist anders, aber ich probiere gerne neue Sachen aus und mittlerweile liebe ich das guatemaltekische Essen, die Tortillas und die Frijoles.;) Überrascht war ich, wie komfortabel die Menschen in Antigua leben. Gar nicht wie ich mir das vorgestellt habe. Allerdings habe ich auch die erschreckende Armut gesehen.

 

In Antigua bin ich nachmittags oft einfach durch die Stadt gelaufen und habe die Atmosphäre genossen, oder ich habe mich im Park gesetzt und Spanisch gelernt oder gelesen oder bin zum Markt gegangen. Oder ich habe mich mit anderen Teilnehmern zum Kaffeetrinken getroffen oder wir ins Kino gegangen. Oder ich habe an Aktivitäten der Schule teilgenommen (Salsa-Unterricht, Besuch einer Macadamia-Farm, Museen,...)

Abends habe ich mich oft mit anderen Teilnehmern getroffen und wir sind Tanzen gegangen, oder ich bin früh schlafen gegangen, weil ich erschöpft vom Tag war. Am Wochenende habe ich Ausflüge in Guatemala gemacht (Lake Atitlan, Monterico, Chichicastenango, Honduras, Coban, Besteigung eines Vulkans...)

Es gab viele schöne Momente. Das Wochenende in Semuc Champey war eins meiner tollsten Wochenenden. Wir haben viele verrückte Sachen gemacht (von einer Brücke in den Fluss gesprungen, in den stockdunklen Höhlen schwimmen gegangen, das türkise Wasser genossen und Spaziergänge im Wald gemacht.

Die Ladys-Nights im Monoloco (Clubs in Antigua)und anschließendes Salsa tanzen waren auch immer sehr lustig und man hat viele Einheimische (vor allem Männer) kennen gelernt. Die Männer sind sehr viel offener als in Deutschland.

Das Handeln auf den Märkten hat mir am Ende auch viel Spaß gemacht und ich habe die vielen Farben und Eindrücke sehr genossen.

Meine erste Fahrt in einem der "Chicken-Busse" war auch sehr lustig. Wir wurden durchgeschüttelt und die Einheimischen hatten ihren Spaß mit uns. Das war sehr amüsant für alle Beteiligten.:)

In meiner Vorbereitungszeit in Deutschland habe ich mich aber sehr gut aufgehoben gefühlt. Meine Fragen wurden alle schnell beantwortet und die Mitarbeiter waren sehr freundlich. Die Betreuung in Guatemala war auch gut. Ich hatte keine Probleme, daher habe ich die Betreuung vor Ort nicht so sehr in Anspruch nehmen müssen.

Für mich war es eine sehr gute Entscheidung, den Auslandsaufenthalt zu machen. Die Erfahrungen, die ich machen konnte (neue Menschen, Kulturen, Lebensweisen kennenlernen, an eigene Grenzen stoßen und damit umgehen, mit Schwierigkeiten fertig werden, manchmal über den eigenen Schatten springen zu müssen, eine neue Sprache lernen...), waren für mich total bereichernd. Wahrscheinlich weniger für meinen Beruf oder andere spezielle Umstände hier in Deutschland, aber für die weitere Bildung meiner Persönlichkeit und Entwicklung von Sichtweisen und Erweiterung des eigenen Horizonts.

Meine Tipps an zukünftige Teilnehmer: offen sein für neue Erfahrungen und flexibel sein, auch wenn es manchmal nicht genau nach den eigenen Vorstellungen oder Erwartungen verläuft! Versuchen auch Kontakte zu Einheimischen zu machen. So kann man die Kultur und das Land 3mal so gut kennenlernen!;)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Rahel G. so begeistert hat: Unterrichten in Guatemala