Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala

"Ein Auslandaufenthalt macht einen auf jeden Fall selbstständiger und reifer."

  • Freiwilligenarbeit
  • Guatemala

Erfahrungsbericht von

14.06.2013

Marina schrieb:

"Ich stellte mir Guatemala als ein wunderschönes, naturbelassenes Land vor, in dem die Menschen freundlich, jedoch ziemlich arm sind. Vor meinem inneren Auge sah ich Maya-Frauen, Vulkane, Ruinen und leuchtende Farben. Aufgrund der herrschenden Armut im Land, erwartete ich auch eine hohe Kriminalitätsrate.

Auf meine Arbeit freute ich mich, da ich mir erhoffte, dass es zwar nicht einfach sein würde, jedoch viel bringen wird - den Kindern und auch mir selbst.

Guatemala ist ein wunderschönes Land, in dem es einiges zu sehen und zu entdecken gibt. Allein schon Antigua bietet ziemlich viel. Am Tag konnte ich mich frei bewegen und in der Nacht konnte man in der Gruppe auch weggehen. Dank den Bussen und Tuctucs ist es kein Problem sich auch außerhalb von Antigua umzuschauen (oder da zu arbeiten). Die anderen Sprachschüler und Freiwilligen sind freundlich und aufgeschlossen - jeder wird dort nette Menschen kennenlernen, bei denen er/sie sich wohlfühlt. Die Guatemalteken sind ebenfalls freundliche und offene Menschen.

Am Morgen wachte ich kurz vor 7 Uhr auf, da es dann Frühstück gab. Danach machte ich mich auf den Weg in die Sprachschule (zu Fuß) oder in einer meiner Projekte (im Chicken Bus). Nach 4 Stunden Einzelunterricht in der Sprachschule bzw. Arbeit im Projekt ging ich müde aber zufrieden nach Hause, um mit der Gastfamilie zu Mittag zu essen. Am Nachmittag unternahm ich immer was mit meinen Freunden, die ich in Antigua kennengelernt hatte: Sei es an einer Schulaktivität teilnehmen, die Schokoladenfabrik besuchen gehen oder sich bloß in eines der unzähligen stimmungsvollen Cafés zu setzen und zu plaudern. Um  halb sieben gab es Abendessen Zuhause und danach gingen wir meistens aus, also z.B. in eine Bar wo Musik gespielt wird.

Es war sehr schön, mit Menschen aus einer anderen Kultur in Kontakt zu kommen. Ich habe es genossen, mich mit ihnen über ihr Land zu unterhalten, Fragen zu stellen und von meinen Wurzeln zu erzählen. Wenn man Interesse zeigt und man sich auf ganz natürliche Weise so gibt, wie man ist, sind die Leute sehr freundlich und offen.

In Antigua ist fast jeden Abend etwas los, und alle wissen genau, wo und wann. Man kann es sich eigentlich aussuchen, ob man es eher etwas ruhiger unter Freunden mag oder lieber tanzen und trinken geht. An den Nachmittagen setzten wir uns oft in eines der vielen reizenden Cafés, gingen auf den farbenfrohen Markt oder schauten uns Orte in und um Antigua an, wie z.B. Kaffeplantage, Massage, Vulkan Pacaya, Macadamiafarm, Salsalektionen, Schokoladenfabrik, Pferdereiten, Aussichtspunkte usw. An den Wochenenden gingen wir fast immer reisen. Von der Sprachschule aus werden Touren angeboten, die nicht überteuert aber sicher und relativ angenehm sind. Ansonsten kann man in einem der unzähligen Reisebüros in den Straßen eine Reise bzw. einen Transport buchen und sich informieren. Ich habe Tikal, Livingston bzw. Rio Dulce, Semuc Champey, Lago de Atitlán, Monterrico und Flores gesehen, wobei jeder Ort eindrücklich, schön, spannend und wieder ganz anders ist.

Ich habe richtig gute Freunde in Guatemala gefunden und daher war jeder Tag auf eine andere Weise schön und lustig. Ein spezielles Erlebnis war das Abenteuerwochenende in Semuc Champey, besonders lustig die Ausfahrten, die wir auf eigene Faust unternahmen, entspannend waren die Abende im Rainbow Cafe, magisch war der Sonnenaufgang am Lago de Atitlán und spannend die Gespräche mit den Einheimischen.

Die Mitarbeiter von Praktikawelten waren stets freundlich und hilfsbereit, wie auch interessiert an unseren Anliegen bzw. Problemen. Wir wurden gut informiert und haben hilfreiche Unterlagen erhalten.

Mit der Betreuerin vor Ort hatte ich nicht groß Kontakt, aber sie war freundlich und korrekt.

Es war eine sehr gute Entscheidung, ganz allein für zwei Monate nach Guatemala zu fliegen! Man lernt coole Leute, ein faszinierendes Land und eine neue Kultur kennen. Außerdem kommt man in Situationen, in die man im wohl behüteten Zuhause niemals gekommen wäre und entdeckt so ganz neue Seiten an sich - ein Auslandaufenthalt macht einen auf jeden Fall selbstständiger und reifer. Man darf wertvolle Erfahrungen sammeln und wird durch all die Eindrücke und Bekanntschaften bereichert.

Mein Tipp: Nimm keine schönen Kleider mit, die nicht kaputt bzw. dreckig werden dürfen, kleide dich in der Nacht eher bescheiden und lass große Taschen sowie Wertsachen Zuhause bei der Gastfamilie."

Erfahre mehr über das Projekt, das Marina G. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala