Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala

"Es war total schön, dass die Kleinen einen früh am Morgen gleich umarmt haben"

  • Freiwilligenarbeit
  • Guatemala
  • 8 Wochen

Erfahrungsbericht von

28.06.2010

Karina schrieb:

"Vor meinem Abflug hatte ich nicht wirklich viele Vorstellungen, ich bin eher der Typ Mensch, der sich Gedanken um alles macht, wenn es soweit ist und direkt vor einem ist... Mir war jedoch bewusst, dass es komplett anders sein wird und es eine Umstellung im Gegensatz zu Deutschland sein wird.

Auf die Kinder mit ihrer braunen Hautfarbe und ihren schwarzen Strubbelhaaren habe ich mich total gefreut. Über die Arbeit habe ich mir schon etwas mehr Gedanken gemacht, da ich in Deutschland der Zeit eine Ausbildung zur Erzieherin mache und ich schon gespannt war, ob in Guatemala auch nach bestimmten Konzepten gearbeitet wird oder wie es gehandhabt ist.

Ich fand das Programm echt super. Ich fand es schön, erst einmal die Kultur und Sprache des Landes kennen zu lernen und die Sprache auch praktisch anwenden zu können. Ich habe es wirklich als schön empfunden eine neue Sprache zu erlernen, auch wenn der Einzelunterricht ab und zu anstrengend war, aber dafür sehr, sehr effektiv!! :-) Die Zeit verging im Endeffekt leider viel zu schnell und ich wäre gerne noch ein paar Wochen länger geblieben... ;-)

Die ersten vier Wochen hatte ich Einzelunterricht in Spanisch. Ich bin um ca. 07:00 Uhr aufgestanden, um 07:30 Uhr gab es dann meistens Frühstück und um 08:00 Uhr ging die Schule los. Zur Schule musste ich nicht weit laufen, nur ca. 5 Minuten. Der Unterricht ging dann vier Stunden, von 08:00 - 12:00 Uhr. Von 10:00 - 10:30 Uhr hatten wir eine halbe Stunde Pause. Nach der Schule ging es wieder heim in die Gastfamilie und es gab Mittagessen. Je nach Absprache konnte man auch Bescheid sagen, wenn man etwas vor hatte und nicht heim kam.

Am Nachmittag fanden dann Aktivitäten, die die Sprachschule plante, statt. Man konnte Museen besuchen, Stadttouren machen, DVD´s auf Spanisch schauen, um Vulkane herum wandern und vieles mehr. An den meisten Aktivitäten nahm ich je nach momentanen Befinden und Interessen teil. Außerdem konnte man noch ins Kino gehen, auf den Markt einkaufen oder sich in den Park setzen.

Abends gab es dann in der Gastfamilie Abendessen und anschließend habe ich mich entweder mit anderen Freiwilligen dort getroffen oder war zu Hause. Wenn wir weggegangen sind, gab es viele Cafés oder Bars, die wir besuchen konnten.

Während der Arbeit im Projekt (letzten vier Wochen) hatte ich einen etwas Tagesablauf. Es gab um 07:00 Uhr Frühstück und anschließend lief ich zum Bus, der um ca. 07:30 Uhr, fuhr. Mit dem Bus fuhr ich dann etwa 20 Minuten zu meinem Projekt. Dort verbrachte ich die Zeit meistens von 08:00 - 12:00 Uhr. Meine Aufgaben dort waren pflegerische, hauswirtschaftliche als auch "pädagogische" Arbeiten. Ich habe für die Kinder den Tisch gedeckt, Essen ausgeteilt und war mit ihnen im Bad zum waschen. Weiterhin habe ich mit ihnen Diktate gemacht und diese korrigiert, mit ihnen zählen gelernt und mathematische Aufgaben gelöst, Spiele gespielt, gebastelt und vieles mehr! ;-) Ich habe meine Aufgaben für gut empfunden, mir hat es immer Spaß gemacht und ich habe mich gut in den Tagesablauf der Schule hineingefunden und konnte mich gut darauf einlassen. Der Nachmittag gestaltete sich dann gleich, mit der Zeit, als ich Schule hatte. Man konnte immer sehr viele lustige Stunden unterwegs mit den anderen Freiwilligen erleben und das Land erkunden. 

Ich habe ein anderes oder neues Arbeitskonzept kennen lernen können. Ich hatte dadurch die Möglichkeit, Deutschland und Guatemala zu vergleichen. Für mich als angehende Erzieherin war es ein guter Einblick in die Konzepte dort. Allerdings musste man auch feststellen, dass noch viel verbesserbar wäre. Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass es schon ein gutes Konzept in der Schule war, in der ich tätig war. Hiervon konnte ich mir auch Anregungen mitnehmen. Auch einige Spiele oder Lieder habe ich mitbekommen.

Ich konnte sehr viele Erfahrungen sammeln, einfach viele Werte zu erfahren, Anerkennung von den Kindern und Menschen dort zu bekommen. Man wird geschätzt, weil man in ein fremdes Land reist und helfen möchte.

Mein Kontakt zu den anderen Freiwilligen, wie auch zu den Einheimischen war sehr gut und auch mit der Kultur bin ich sehr gut zurechtgekommen. Mit der Kultur habe ich sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gesammelt. Mein erster Eindruck von dem Land war überwältigend. Ich denke, ich hatte erst einmal einen Kulturschock, aber man hat sich sehr schnell an alles dort gewöhnt. :-) Die Bevölkerung dort ist sehr nett, wobei man auch vorsichtig sein muss, da sie manchmal zu nett sind...wobei das kein Problem darstellt, wenn man angemessen damit umgeht.

Während meines Aufenthaltes habe ich sehr viel unternommen. Wenn man eine Zeit lang dort ist, kennt man sich aus und weiß, wo man gut weggehen kann. Abends hat man so viele verschiedene Möglichkeiten, dass es fast schon zu viele sind. Als Frau hat man es sehr gut, denn in Antigua ist unter der Woche an jedem Tag woanders Ladies Night. Aber auch für die Männer unter uns ist etwas dabei, genauso oft wie die Ladies Night, gibt es in den verschiedensten Cafés und Bars ständig Happy Hours.

Wir haben uns immer in großen Gruppen getroffen und sind immer alle zusammen weggegangen. Eigentlich wusste immer schon jeder, wo es an welchem Tag hingeht und es war eigentlich alles möglich.

Auch am Nachmittag kann man gut etwas Kleines in der Gegend unternehmen. Es gibt ein Kino, Schwimmbad und viele tolle Cafés.

Am Wochenende bietet es sich an, so viel zu Reisen wie möglich. Ich habe im Nachhinein festgestellt, dass ich am liebsten noch viel mehr besichtigt hätte, aber leider keine Zeit mehr dafür da war. Es ist ganz leicht die Ausflüge für das Wochenende selbst zu planen. Man bildet einfach eine Gruppe, geht ins Reisebüro und bucht. Fertig ist das alles... :-) Alleine reisen kann man schon auch, aber in der Gruppe ist es immer witziger. Es gibt so viele schöne Orte und Strände in der Nähe, dass man immer etwas findet, was man sich anschauen kann.

Ich weiß gar nicht, was mein lustigster und schönster Moment war.. Allgemein war es eine tolle Erfahrung und total klasse! Ich habe sehr viel mit meinen Gasteltern gelacht, mein Gastvater hat manchmal Witze gerissen und es war sehr harmonisch.

Ein schöner Moment war, die Kinder zu sehen. Sie freuten sich darüber, dass ich da war. Es war total schön, dass die Kleinen einen früh am Morgen gleich umarmt haben und man ihnen ein Lachen in ihr Gesicht zaubern konnte.

Im Allgemeinen fand ich die Mitarbeiter von Praktikawelten sehr nett und zuvorkommend. Sie haben sich immer um alles gekümmert und waren für alle Fragen offen.

Die Unterlagen waren natürlich spitze aufgebaut, sehr übersichtlich und mit hilfreichen Informationen gefüllt. Außerdem war es sehr schön, ein Bild von der Gastfamilie zu erhalten. :-)

Die Betreuung in Guatemala war super und ich fand es wirklich schön und habe es sehr geschätzt, dass die Koordinatoren, aber auch die Lehrer der Sprachschule, eigentlich jeden Tag nachgefragt haben, wie es einem geht. Weiterhin konnte man immer zu ihnen gehen, wenn man ein Problem hatte oder etwas wissen wollte.

Außerdem wurden immer sehr viele Aktivitäten angeboten und von ihnen geplant. Das fand ich echt spitze, denn somit hatte man die Möglichkeit die Kultur und das Leben der Einheimischen besser kennen zu lernen.

Den Auslandsaufenthalt zu machen war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, keine Frage. Der Aufenthalt in einem fremden Land bringt einen sehr viel weiter und man ist um viele Lebenserfahrungen reicher. :-) Man erlebt und erfährt so viel, das ist einfach gigantisch. Ich denke, dass man persönlich sehr viel mitnehmen kann und auch daran wächst. Ich würde es jedem empfehlen, der den Mut hat in ein fremdes Land zu gehen. ;-)

Das Wichtigste ist, dass man sich nicht unterkriegen lässt und sehr offen ist für Neues. Man braucht keine Angst zu haben oder sich jeden Tag Sorgen zu machen. Am besten ist, wenn man sich einfach mit vollem Elan an die Sache hineinstürzt und die Zeit genießt, denn sie geht leider viel, viel zu schnell vorbei!!

...auch wenn mal Tage dabei sind, die nicht so gut laufen, darf man den Mut nicht verlieren. Solche Tage gehören immerhin auch dazu und von denen wird man auch nur stärker. :-) Also, keine Angst davor haben und selbst die Kinder im Projekt freuen sich, wenn sie der "Lehrer" für euch sein dürfen und euch viele neue Wörter auf Spanisch sagen dürfen."

Erfahre mehr über das Projekt, das Karina E. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala