Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala

"Dieser Auslandsaufenthalt hat mich menschlich gesehen enorm weitergebracht"

  • Freiwilligenarbeit
  • Guatemala
  • 11 Wochen

Erfahrungsbericht von

27.09.2008

Judith schrieb:

"Vor meiner Abreise hielt ich es bloß für ein Gerücht, dass die Kinder dort sehr anhänglich seien und einen sofort in ihr kleines Herz schließen würden. Ich wurde aber dann schnell des Besseren belehrt und musste feststellen, dass es tatsächlich so ist!

An einem typischen Arbeitstag sind wir meist gegen 8:00 oder 9:00 Uhr in unserem Projekt angekommen. Ich war während der Ferienzeit dort, sodass ich beim Ferienprogramm in der "Bastelwerkstatt" mithalf. Dabei wechselten die Lehrerin und ich etwa stündlich die Klasse, sodass die eine Klasse z.B. gerade vom Fußballfeld zu uns in die "Bastelwerkstatt" kam und die andere von uns zum Flötenspiel ging. Den Nachmittag verbrachte ich meist mit anderen Freiwilligen in der Stadt. Nach dem Abendessen sind wir oft in DIE Disco schlechthin gegangen: "La sinventura".

Gegen 12 / 1 ging es zwar meist schon wieder nach Hause wegen der Sperrstunde. Aber pssst- auch nach der Sperrstunde gab es noch sogenannte After-Show-Parties, für die, die noch Lust zum Feiern hatten. Sonst waren wir oft über die Sprachschule auf Ausflügen, z.B. zur Kaffeeplantage oder auch auf einer Macadamiafarm. An den Wochenenden haben wir viele größere Ausflüge mitgemacht, so waren wir in Tikal, sind auf dem Rio dulce entlang gepaddelt, haben nach Affen Ausschau gehalten und haben im wunderschönen Semuc Champey mit Wasserschlangen gebadet. Ein paar Wochenenden waren wir auch am Strand in Monterrico, wo wir braun gebrannt Kokosnüsse ausgeschlürft haben! Am "día de los muertos" waren wir in der naheliegenden Stadt "Santiago", wo dieser Tag groß gefeiert wurde.

Ich habe im Projekt vor allem die Erfahrung gemacht, dass die Kinder sehr viel Aufmerksamkeit suchen. Wenn man sich um sie bemühte, bekam man immer viel von ihnen zurück, was einem hin und wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte, z.B. durch Malereien und Basteleien oder stürmische Umarmungen. Auch mit den Erwachsenen im Projekt - so waren die zwar anfangs noch etwas zurückhaltender, doch innerhalb weniger Tage wurde man auch mit ihnen recht schnell warm.

Das Reise 1x1 fand ich super. Im Großen und Ganzen war ich mit meiner Betreuung zufrieden. Die Betreuung vor Ort war wirklich super! Sie sind alle ganz liebe, hilfsbereite Personen. Man konnte wirklich immer zu ihnen kommen, sei es wegen Problemen in dem Projekt oder auch mal in der Gastfamilie. Sie haben sich wirklich sofort darum gekümmert, einem zu helfen.

Dieser Auslandsaufenthalt war wohl bisher eine der besten Entscheidungen meines Lebens und hat mich menschlich gesehen enorm weitergebracht! Auf der einen Seite lernt man, dass die Welt nicht rosarot ist und leider auch viel Ungerechtigkeit und Armut herrscht und gerade deshalb erkennt man andererseits auch schnell wie gut man es eigentlich in Deutschland hat und wie klein unsere Probleme hier sind. Ich würde sagen, ich bin seit dieser Reise sehr viel offener und sicherlich auch selbstbewusster geworden, gehe eigentlich fast schon wieder gerne auf fremde Leute zu und interessiere mich insgesamt vielmehr fürs Weltgeschehen."

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