Unterrichten in Ghana

"Vor meinem Abflug war ich total aufgeregt"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von (21 Jahre)

18.08.2010

Sofie schrieb:

„Vor meinem Abflug war ich total aufgeregt und habe mich schon riesig gefreut! Ich habe mir überlegt was ich mit den Kindern in Ghana alles machen könnte und habe mich schon im Vorfeld etwas über Land und Leute informiert.

Ghana hat mich schon im Vorhinein fasziniert und beeindruckt, da dort alles so anders scheint wie hier in Deutschland.

Die Zeit während meinem Programm war super und genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Der erste Tag am Flughafen in Accra war noch etwas ungewohnt und ich konnte all die Eindrücke gar nicht alle auf einmal verarbeiten. Die Fahrt mit dem Taxi in unser Haus war schon total aufregend und ich konnte mir ein gutes erstes Bild von Ghana machen. Ziemlich genau so hatte ich es mir auch vorgestellt.

Die Zeit darauf habe ich mich immer mehr eingelebt und das Land und die Leute kennen und lieben gelernt! Ich wäre so gerne viel länger geblieben um noch mehr zu sehen und zu verstehen können.

Auch im Projekt hatte ich die Möglichkeit wirklich viel zu bewegen und eigenständig zu arbeiten. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und es hat mir die Möglichkeit gegeben auch die Kinder und ihre Familien kennenzulernen.

Meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen und morgens nach dem Aufstehen und nach dem Frühstück, ging es gleich los mit dem Trotro ins Projekt. In der Schule angekommen haben uns schon die meisten Kinder freudig erwartet und sind uns freudig entgegengekommen. Nach einer kurzen Wartezeit hat dann der Unterricht begonnen. Wir haben uns schon im Vorfeld immer überlegt, was wir am heutigen Tag behandeln wollen. Da wir komplett auf uns selbst gestellt waren, durften wir auch immer auswählen, welchen Stoff wir im Unterricht besprechen. Wir haben uns dann je nach Alter der Kinder für Zahlenkunde, das ABC, Vokabeln, erste Schreibversuche, bis hin zur gehobenen Mathematik und der englischen Grammatik entschieden.

Die Kinder haben all das Wissen immer dankend angenommen und haben uns in den Pausen ihre Spiele, Lieder und ein bisschen ihre Sprache beigebracht. Das war wirklich toll. Auch ich konnte viel von ihnen lernen.

Nach dem Projekt habe ich mir dann immer etwas zu Essen gemacht oder etwas an der Straße gekauft um gleich darauf wieder etwas zu unternehmen. Oft sind wir an den Strand oder in die Stadt auf den Markt oder ins ArtCentre gefahren.

Am Abend saßen wir die meiste Zeit gemütlich beisammen, gingen essen oder waren unterwegs auf irgendeiner Party.

Ich habe den Beruf einer Lehrerin näher gebracht bekommen und gleichzeitig den Beruf einer Erzieherin weiter ausüben können. Ich habe gelernt, dass Flexibilität extrem wichtig ist und dass eine soziale Arbeit wie diese nur mit Liebe zur Tätigkeit funktioniert. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

Jedes Wochenende war ich mit einigen Freunden auf Reisen und habe verschiedene besondere Orte in Ghana besucht.

Dabei haben wir immer lange Trotro oder Busreisen auf uns genommen und sind immer sehr früh aufgestanden um möglichst viel vom Land zu sehen.

Wir haben zum Beispiel mit einem Kanu den Dschungel durchfahren, Affen in freier Wildbahn auf unseren Armen mit Bananen gefüttert, Fischern bei ihrer Arbeit zugesehen, ein Sklavenkastell besichtigt, den Regenwald auf riesigen Hängebrücken überquert, uns am Strand fernab jeder Zivilisation erholt, eine Wandertour durch die Steppe unternommen, die berühmten Wli-Wasserfälle besucht und sind in Kontakt mit sämtlichen verschieden Tieren gekommen.

Die Ausflüge waren neben der sozialen Arbeit ein weiterer Höhepunkt an der Ghanareise. Unter der Woche waren wir oft am Strand, in der Stadtmitte und haben ordentlich eingekauft.

Mir ist es gar nicht möglich einen besonders schönen Moment zu nennen, weil einfach so viele unglaublich schön waren. Ich habe den Ausflug ins Stelzendorf als besonders schön empfunden, weil wir dort einmal wirklich mit den Einheimischen auf dem Land in Kontakt kamen. Auch besonders schön habe ich die tägliche Arbeit mit den Kindern empfunden und das Spielen in den Pausen. Das Tanzen und Singen mit den Ghanaern war ebenso ein besonders schöner Moment.

Auch der Besuch auf einem Festival in Cape Coast ist mir extrem schön in Erinnerung geblieben. Wir haben diesen Abend auf der Klippe am Meer ausklingen lassen und richtig bewusst genossen, dass wir hier in Ghana sind. Das war wunderschön.

Mich hat es sehr gefreut, dass ich schon im Vorhinein so gut informiert worden bin über Impfungen, Land und Leute, Kultur und das Projekt. Ich fand auch die Erreichbarkeit bei Fragen und Problemen sehr gut.

Die Betreuung während dem Aufenthalt durch das Team vor Ort war gut und die Betreuer waren sehr nett und sehr bemüht. Eigentlich kann ich nicht klagen, da sie uns ständig bei Fragen weitergeholfen haben. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und aufgrund der netten Mitarbeiter vor Ort auch keinerlei Sorgen gehabt.

Es war definitiv eine der besten Entscheidungen in meinem Leben diese Reise zu machen. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und keine Sekunde bereut diesen Auslandsaufenthalt mitgemacht zu haben.

Ich konnte dort sehr viel lernen. Nicht nur über Land, Leute und Kultur, sondern auch viel über mich selbst und über typisch deutsche Verhaltensweisen, die es einem eigentlich nur schwerer machen.

Ich kann jedem empfehlen so etwas mitzumachen, da dies eine extrem intensive Erfahrung ist.

Dies sind mein Tipps für zukünftige Teilnehmer:

Bei Ausflügen ist ein festes Schuhwerk, und eine Bauchtasche, welche für die Wertsachen ist, unbedingt erforderlich. Die Bauchtasche ist auch für das normale Einkaufen und das Projekt sehr praktisch.

Ansonsten empfehle ich euch nur, dass ihr ganz viel Interesse und Offenheit mitbringt. Dann kann gar nichts schiefgehen.“

Erfahre mehr über das Projekt, das Sofie H. so begeistert hat: Unterrichten in Ghana