Unterrichten in Ghana

"der Aufenthalt hat meinen Studienwunsch der Sozialen Arbeit bestärkt"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von

22.06.2013

Chantal schrieb:

"Ich habe mich schon sehr früh dazu entschieden nach meinem Abitur nach Ghana zu gehen und mich etwa ein Jahr lang darauf gefreut.

Durch den Reiseführer und die Unterlagen von Praktikawelten habe ich versucht mich auf Ghana, die dortige Kultur und die Menschen, die in Ghana leben so gut wie möglich vorzubereiten.

Da Ghana ein Entwicklungsland ist, war mir klar, dass das Schulsystem nicht so ist, wie in Deutschland und ich habe auch mit wenigen Unterrichtsmaterialien gerechnet und deswegen Stifte und Blöcke von zu Hause mitgebracht.

Ich habe versucht mir so wenige Vorstellungen wie möglich zu machen und bin mit wenigen Erwartungen nach Ghana geflogen.

Die Kinder und Lehrer waren sehr freundlich, leider konnte ich nicht alle meine Vorschläge in die Tat umsetzen, aber den größten Teil schon. :-)  Es war toll zu sehen, dass man die Kinder durch kleine Gesten zum Lachen bringen kann und sie sich freuen, wenn man am nächsten Tag zum Projekt kommt.

Ich kam um kurz vor 8:00 Uhr in der Schule an, da ich noch mit dem Trotro fahren musste, bin ich um 7:00 Uhr zu Hause los gegangen. In meiner Klasse wurden den Kindern, die im Alter von 2 bis 4 Jahren waren, die Schuluniform aus- und normale Kleidung angezogen, damit die Uniform nicht schmutzig wird. Ich habe mit den Kindern gespielt und ihnen beim Schreiben von Zahlen und Buchstaben geholfen, auch wenn sie noch so klein sind, fangen sie schon an zu schreiben. Um 10:00 Uhr gab es für die Kinder Essen, das sie sich selbst mitgebracht haben und danach haben sich die Kleineren von ihnen zum Schlafen auf Strohmatten in den Klassenraum gelegt. So gegen 12:00 Uhr bin ich wieder nach Hause gefahren und dann haben wir immer noch was zusammen gemacht.  Montags bin ich in einer älteren Klasse gewesen, in der ich Deutsch unterrichtet habe.

 

Ich habe gelernt, wie man auch ohne Sprache kommunizieren kann, da die Kinder in meiner Klasse nicht gut Englisch sprechen konnten, da sie teilweise noch sehr klein waren. Mir macht die Arbeit mit kleinen Kindern viel Spaß und der Aufenthalt hat meinen Studienwunsch der Sozialen Arbeit bestärkt.

In Ghana ist alles lauter, bunter und alles riecht viel intensiver. Die Ghanaer sind gastfreundlich und kommen auch gerne auf einen zu. Wenn man Probleme hat, dann helfen sie gerne weiter, wenn man z.B. den Weg zum TroTro auf einer Reise sucht oder man bekommt im vollgeladenem Bus einen Sitzplatz angeboten, auch wenn man nur auf einem Sack Reis sitzen kann. :-) Auf den Straßen hört man immer Musik und hier und da tanzen die Leute, was die absolute Lebensfreude zeigt. 

Nachmittags hatten wir frei und sind an den Strand, ins Art Centre oder nach Osu (das europäisch angehauchte Viertel) gegangen. Am Wochenende bin ich häufig gereist oder wir sind abends an den Strand zur Reggae-Night gefahren. Das Reisen empfehle ich jedem, weil man erst da richtig Land und Leute kennen lernt und besonders der Norden ganz anders ist.

Was der schönste Moment war, kann ich nicht wirklich sagen, es gab so viele schöne Augenblicke. Wenn morgens die Kinder auf dich zu gelaufen kommen und dich umarmen und einfach nur glücklich sind oder man sie einfach mal auf den Schoß nimmt und sie sich darüber freuen. Das Reisen war einfach klasse, weil man so viel von Land und Leuten sehen konnte. Aber auch einfach mit den Mädels aus dem Haus mal auf der Terrasse oder am Strand zu sitzen und zu quatschen, lachen und chillen. :-)

Bei Praktikawelten fand spitze, dass man immer so schnell Antwort bekommen hat, wenn man noch Fragen per  E-Mail hatte kam meistens schon am selben Tag eine Antwort.

Auch die Betreuung vor Ort war super, wir konnten unsere Koordinatorin immer erreichen und sie hat uns dann immer weitergeholfen. Wir haben sie alle super lieb gewonnen und wir waren alle "ihre" Mädchen.

 

Mein Fazit:

Ich würde auf jeden Fall noch einmal einen Auslandsaufenthalt machen und ich habe niemals daran gedacht früher nach Hause zu fahren, im Gegenteil, ich hätte sogar verlängert, wenn ich noch mehr Zeit gehabt hätte. Die ganzen Erfahrungen und auch die Freundschaften, die ich dort geschlossen habe, kann mir niemand mehr nehmen.

Hier ein paar Tipps:

Nimm eine Stirnlampe mit, weil der Strom recht häufig ausfällt und du so besser z.B. Kochen kannst und einen großen Rucksack, wenn du gerne reisen möchtest. Habe nicht zu viele Vorstellungen, sondern lasse alles auf dich zukommen und sei offen für die Kultur, weil so einiges an der Mentalität und dem Bildungssystem anders ist. Reise viel durch das Land und habe Kontakt zu vielen Einheimischen, damit du die ghanaischen Traditionen kennen lernst. Hab auch keine Angst vor der fremden Küche, probiere vieles. Ich würde auf jeden Fall noch einmal nach Ghana reisen, denn das Fernweh hat mich hier zu Hause sehr gepackt. :-)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Chantal S. so begeistert hat: Unterrichten in Ghana