Sozialarbeit mit Kindern in Ghana

"Man lernt das Alltägliche sehr zu schätzen und gewinnt neue Freunde"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 10 Wochen

Erfahrungsbericht von

05.04.2013

Melissa schrieb:

"Man stellt sich das Land bzw. die Leute sehr arm vor. Dennoch dachte ich mir, dass die Menschen sehr herzlich und offen sind. Die Tierwelt ist beispielsweise in Südafrika eher ausgeprägter als in Ghana. Ansonsten stellt man sich meiner Meinung nach das Land sehr überfüllt und auch dreckig vor.

Ehrlich gesagt habe ich mir mein Projekt etwas anders vorgestellt, ich dachte ich betreue die kleinen Kinder (bis 5 Jahre) spiele mit ihnen, wasche sie, singe mit ihnen. Allerdings habe ich im Endeffekt Kinder zwischen 10-12 Jahre alleine unterrichtet, was mir aber auch Freude bereitet hat.

Morgens unterrichtete ich die Kinder meiner Schule, allerdings war das meistens nicht so einfach, da sie selbst weder Stifte noch Hefte etc. besaßen. Auf jeden Fall versuchte ich ihnen von allem ein bisschen was beizubringen, Mathe, Englisch, Biologie etc.

Nach der Schule lief ich wieder nach Hause, und nach dem Mittagessen machten wir uns meistens schon wieder auf dem Weg zum Strand, nach Kaneshie, nach Accra oder zum Shopping. Eigentlich hatte man immer etwas zu tun und war auch so ziemlich nie alleine unterwegs :-). Dann war es auch schon abends und man kochte gemeinsam und danach ging man noch mit einigen Freunden raus.

Und die Wochenendtrips waren auch immer sehr abwechslungsreich, abenteuerlustig und schön! Man lernt einfach für uns Europäer alltägliche Dinge sehr zu schätzen, aber dass man auch ohne viel Hab und Gut sehr glücklich sein kann.

Am Anfang hatte ich schon einen ziemlichen Kulturschock, da man nichts Vergleichbares kennt. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich an alles und dann ist das kein Problem mehr :-). Auch dass man relativ oft keinen Strom hat, oder auch mal kein Wasser zur Verfügung hatte, wird sehr schnell zur Normalität und man lernt damit umzugehen.

Die Leute dort sind einfach super freundlich, herzlich und hilfsbereit. Allerdings möchte auch jeder mit dir reden, das einfach nur weil man "weiß" ist. Aus dieser Begründung denken sie auch, dass man alles könne und richtig viel Geld hätte. Bei uns in der Nähe wohnten noch einheimische Jungs in ähnlichem Alter, mit denen wir uns eigentlich jeden Abend trafen und richtig gut verstanden.

Entweder ging man mittags an den Strand oder in die Stadt, man war eigentlich nie alleine unterwegs. Wenn man aber mal darauf keine Lust hatte, konnte man sich auch einfach auf den Balkon legen und sonnen. Am Wochenende starteten wir immer unsere Trips, die sehr empfehlenswert sind. Man hat eine Menge Spaß und lernt das Land außerdem sehr gut kennen und wenn wir nicht auf Reisen waren, gingen wir in den Pub feiern. Sonntags gingen wir meistens zusammen Essen um uns auf den kommenden Tag (Montag = Abreisetag) "vorzubereiten".

Die "Nordentour" die würde ich auch wirklich jedem empfehlen. Man reist eine Woche durch das Land und lernt so viel Neues kennen und hat nie Langeweile. Man sieht Elefanten in freier Natur, fährt mit dem Kanu zu Nilpferden, sitzt auf einem Krokodil, das man leider vorher mit einem Huhn füttern muss und schläft mal unter freiem Sternenhimmel. Man reist einfach durch das komplette Land bis zu Burkina Faso und es ist einfach richtig abenteuerlich und schön!

Ich kann mich wirklich nicht beschweren, man wurde immer gut per E-Mail informiert und bei Fragen oder Problemen bekam man immer direkt eine Antwort. Unsere Koordinatorin vor Ort hat sich immer sehr viel Mühe gegeben und wir hatten einmal in der Woche eine Sprechstunde, in der wir über alle Problemen etc. geredet haben.

Mein Fazit: Es war definitiv eine gute Entscheidung, einen solchen Auslandaufenthalt zu machen. Die Zeit in Ghana bleibt eine super schöne Erinnerung, sowie auch Erfahrung. Man lernt das Alltägliche sehr zu schätzen und gewinnt neue Freunde, da man wie eine kleine Familie zusammen wächst. Man soll auf jeden Fall versuchen viel vom Land zu sehen und man muss sich auf die Kultur einlassen und auch gegenüber den Einheimischen stets offen zu sein."

Erfahre mehr über das Projekt, das Melissa K. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ghana