Sozialarbeit mit Kindern in Ghana

"ein großes Highlight für mich war, als fast direkt vor uns zwei Elefanten vorbei gelaufen sind"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 13 Wochen

Erfahrungsbericht von

09.01.2013

Marlene schrieb:

"Ich habe versucht, mir so wenig wie möglich vorzustellen und alles auf mich zukommen zu lassen. Es war sehr schön mit den Kindern zu spielen und einen Einblick in komplett andere Schulen/Kindergärten zu bekommen, nicht so wie man es sonst von Deutschland gewohnt ist.

Ich bin morgens mit dem Trotro zu meinem Projekt gefahren und als ich ankam, sind meistens schon die Kinder raus gerannt und haben mich umarmt und mich in ihre Klasse geführt, wenn sie nicht grade schon Unterricht hatten. Dann habe ich die Lehrerin und den Rest der Klasse begrüßt und habe der Lehrerin, je nachdem was anstand, geholfen Aufgaben für die Kinder vorzubereiten. Ich habe die Hefte ausgeteilt und den Kindern geholfen, ihre Aufgaben zu erledigen. In der großen Pause bin ich meistens in den Kindergarten und habe da mit den Kindern gespielt und sie auf den Arm/Schoss genommen.

Mir wurde durch mein Projekt "Sozialarbeit mit Kindern" klar, dass die Arbeit mit den Kindern als Lehrerin, Kindergärtnerin oder Betreuerin im Waisenhaus zwar nicht mit der Arbeit hier in Deutschland vergleichen kann, aber trotzdem großen Spaß macht und dass es mich auch glücklich macht, wenn man die Kinder fröhlich sieht, das ist mir vor allem im Waisenhaus aufgefallen. Da war z.B. ein Junge der erst seine Eltern verloren hat. Er war anfangs immer noch ruhig und traurig, aber so nach und nach ist er immer mehr aufgetaut und hat gelacht und das war wirklich sehr schön mit anzusehen.

Am Anfang war ich schon etwas erschreckt, weil alles anders war. Aber dann lernt man mit den anderen Lebensumständen umzugehen und mir wurde bewusst, dass die Ghanaer so leben und es nicht anders gewohnt sind. Das alles ist normal für sie und dann lernt man damit umzugehen. Mir wurde vor allem als ich wieder zuhause war bewusst, dass man wirklich glücklich darüber sein sollte was man hat und sich manchmal Leute wegen Kleinigkeiten, wirklich unnütze Probleme machen. Die meisten Menschen in Ghana haben so viel weniger als wir in Deutschland, aber sie sind immer gut gelaunt und haben die Ruhe weg und es scheint so, als hätten sie keine Probleme. Dies finde ich sehr beeindruckend!

Natürlich gibt es auch Dinge, die man nicht nachvollziehen kann, wenn man eine komplett andere Kultur erlebt. Zum Beispiel, dass viele Einheimische Narben im Gesicht als Stammes Angehörigkeit haben, oder dass Beerdigungen wie hier Geburtstage gefeiert werden. Trotzdem war es sehr interessant, das alles kennen zu lernen.

In den ersten zwei Monaten bin ich sehr viel gereist und habe mir das Land angeschaut. Meistens am Wochenende aber auch mal unter der Woche, wenn wir mehr Zeit für längere Strecken hatten. Das war interessant, faszinierend und einfach ein Wahnsinns-Erlebnis! Außerdem sind die anderen Teilnehmer und ich auch viel zum Strand gefahren, waren auf Märkten oder sind am Wochenende zusammen weggegangen. Wir haben auch gemeinsam gekocht oder einfach nur zusammen gesessen und gequatscht.

Es ist schwierig bzw. unmöglich nur ein oder zwei der schönsten Momenten zu nennen, weil es einfach so viele gab. Aber was wirklich ein großes Highlight für mich war, als wir im Mole Nationalpark waren und die Fußsafari gemacht haben und wirklich fast direkt vor uns zwei Elefanten vorbei gelaufen sind! Das war einfach schon der Wahnsinn. Oder auch die Fahrradtour in Paga, da hat man so richtig das Leben in den einheimischen Dörfern mitbekommen und wie glücklich und gut gelaunt die Menschen dort sind. Einen Tag war ich mit einer Freundin aus meinem Haus in der Accra Mall und das hat mir auch sehr gut gefallen. Man kommt dort rein und denkt man sei ganz wo anders als in Ghana. Es war dort richtig europäisch und ganz anders als alles andere, was ich gesehen habe. Und ansonsten zählen eigentlich so gut wie meine kompletten letzten vier Wochen zu meinen lustigsten und schönsten Momenten. Weil wir haben uns alle im Haus so gut verstanden und so viel zusammen gemacht. Wir sind oft an den Strand gefahren, haben zusammen gekocht, sind einheimisch Essen gegangen und immer am Wochenende in den Pub gegangen. Einfach eine geniale Zeit :)

Wenn ich Hilfe gebraucht habe und eine Mail geschrieben habe, kam sofort eine hilfreiche Antwort zurück, das war wirklich gut. Reichliche Informationen bekommt man auch bevor die Reise losgeht und man wird nochmal an alles erinnert. Das ist wirklich sehr hilfreich und gut organisiert.Wir haben uns alle echt gut mit unserer Betreuerin vor Ort verstanden. Sie war super nett und lustig.

Es hat mich sehr weitergebracht. Mir wurde bewusst, wie schön, sauber und hygienisch man es in Deutschland hat. Ich habe mich mehr geöffnet und bin mehr auf Leute zugegangen.

Mein Tipp:
Auch wenn am Anfang alles anders ist, gebt allem eine Chance. Es ist klar, dass man sich erstmals an alles gewöhnen muss, aber man lernt mit vielen Dingen umzugehen und dann kann man alles noch mehr genießen und hat eine wunderschöne Zeit. Die Menschen in Ghana sind sehr offen und man kommt sehr weit, wenn man einfach auf sie zugeht, freundlich ist. Ghanaer sind sehr hilfsbereit und fröhlich. Vielleicht kann man ja sogar das Gleiche zurückgeben :-)"

 

Erfahre mehr über das Projekt, das Marlene O. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ghana