Sozialarbeit mit Kindern in Ghana

" die Leute, die bunten Märkte und alles, war einfach wie ein wahrgewordener Traum"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

21.06.2016

Laura schrieb:

"Vor meinem Abflug nach Ghana habe ich mich viel Infomiert. Zum Beispiel habe ich das Reise 1x1, das ich von Praktikwelten bekommen habe, einen Reiseführer aber auch die Erfahrungsberichte von ehemaligen Teilnehmern gelesen.

Da manche Fragen immer noch offen waren, hab ich mich oft an das Praktikawelten-Team in München gewandt, die immer sehr freundlich weitergeholfen haben! Auch habe ich mich mit früheren Teilnehmern in Verbindung gesetzt und mir Informationen aus erster Hand geholt.
Aber eigentlich konnte ich die ganze Zeit über nicht fassen, dass ich wirklich schon mit 17 Jahren nach Ghana fahren durfte! Ich musste nicht noch ein Jahr warten, ich durfte echt dort hin!!! :-)

Als ich dann in Ghana angekommen bin, war auch alles richtig super! Ganz nach meinen Vorstellungen.

Ich habe zwar versucht mir nicht so viel vorzustellen, aber das geht einfach so gut wie gar nicht. Ich wusste ja, dass es in Ghana nicht so aussehen kann wie in irgendeinem europäischen Land. Vor allem auf die extremen  Straßen- und Verkehrsbedingungen war ich gespannt oder darauf ab und an mal ohne fließendes Wasser und Strom zukommen zu müssen.  Ich glaube es war sehr gut, dass ich mich auf diese Dinge eingestellt habe, denn hätte ich das nicht, dann wäre ich des Öfteren ziemlich geschockt gewesen.

Aber eines war anders als ich es mir vorgestellt habe: Die Kinder waren einfach noch süßer!! Ich habe mich jeden Tag aufs Neue gefreut ins Projekt zu kommen! :-)

Mit Praktikawelten war ich richtig zufrieden. Immer wenn ich vor meinem Reiseantritt dort angerufen habe und noch so dumme Fragen gestellt habe, wurde mir das keines Falls vorgehalten. Ganz im Gegenteil der Ansprechpartner war immer sehr freundlich. Was mir besonders gut gefallen hat war, dass man geduzt wurde, was das Ganze viel persönlicher gemacht hat. Außerdem hat mir der Schlusssatz: "wenn du noch Fragen hast, kannst du gerne wieder anrufen" nach jedem Gespräch immer gut gefallen, denn dann kam man sich nicht ganz so vor, als wenn man nerven würde, wenn man schon wieder eine Frage hatte.

Mein typischer Tagesablauf in Ghana:

In der Woche sind wir um halb 7 aufgestanden und nach dem Frühstück, sind wir los an die Straße um ein Trotro, das in unsere Richtung fährt anzuhalten. Nachdem wir dann einmal umgestiegen waren und noch einen kurzen Fußmarsch hinter uns hatten, sind wir in der Schule angekommen. Dort wurden wir schon von den Kindern erwarteten. Jedes Mal kamen richtig viele Kinder auf uns zu gestürmt und wollten uns begrüßen, sodass wir uns unseren Weg zum Lehrertisch erst mal durchbahnen mussten. ;-)
Als wir dann in den Klassen waren, haben wir uns auch mal als Mathe- und Englisch-Lehrer versucht, was nicht immer ganz einfach war, da kaum Lernmaterial vorhanden ist. Doch es war echt schön mit anzusehen wie gern die Kinder von uns unterrichtet werden wollten.
In der Pause, die von einem Schüler mit einer kaputten Glocke und einem Stock angekündigt wurde, haben wir dann mit den Kindern Klatschspiele oder auch Fußball gespielt. :-)Als es dann wieder mit dem Unterricht weiterging, war es sehr schwer die Kinder dazu zu bringen an ihren Aufgaben weiter zu arbeiten, da sie lieber noch mit uns gespielt hätten.
Nachmittags sind wir entweder zum Strand gegangen um in der Sonne zu relaxen oder wir sind auf einen Markt gefahren um uns Stoffe zu kaufen, mit denen wir uns dann bei der Schneiderin Kleider schneidern haben lassen. Manchmal sind wir aber einfach auch nur zuhause geblieben. Abends sind wir ab und zu mal an den Strand zur Reggae- oder Drum-Night gegangen :)

Ich wusste schon bevor ich nach Ghana gefahren bin, dass ich später etwas mit Kindern machen möchte. Durch mein Praktikum weiß ich, dass es  auch anstrengend sein kann mit  Kleinkindern zu arbeiten, besonders wenn diese einen nicht verstehen können.  Aber was ich vor allem an Erfahrung gesammelt habe ist, dass ich nicht das letzte Mal in Ghana war, denn die Leute und die bunten Märkte und alles, war einfach wie ein wahrgewordene Traum den ich immer und immer wieder träumen möchte!! J

Ich habe viele neue Erfahrungen auch gerade mit Einheimischen gesammelt. Das Leben in Ghana ist einfach komplett anders als in Europa. Es lässt sich nicht beschreiben, man muss es einfach gesehen haben um verstehen zu können, wie man mit nur sehr wenig im Leben zu Recht kommen kann. Trotz alledem sind die Menschen sehr freundlich, aufgeschlossen und vor allem hilfsbereit
In meiner Freizeit habe ich viel unternommen. Neben dem organisierten Ausflug von Praktikawelten haben wir uns als kleine Gruppe selber auf den Weg zu den Shi Hills und anschließend zu den Wli Wasserfällen gemacht.

Eines der schönsten Erlebnisse in Ghana war für mich die Hochzeit unserer Koordinatorin Penny, wo alle Teilnehmer eingeladen waren. Ich kam mir vor wie in einem Bilderbuch, denn die Hochzeit war genau so, wie man sich eine Hochzeit in Afrika vorstellen würde, mit Gesang, Tanz außergewöhnlichem Essen und vor allem vielen nette Menschen.

Auch an der Betreuung vor Ort gab es eigentlich nichts zu bemängeln, denn wir hatten immer die Gelegenheit jemanden um Rat zu fragen. Ob es nun bei dem Meeting einmal die Woche war oder per Handy, wurde einem immer so gut es ging geholfen. Auch wenn man sich mal nicht auf Englisch auszudrücken wusste war das kein Problem, da bei dem Team vor Ort auch deutschsprachige Mitarbeiter waren.

Mein Fazit:
Ich habe nichts an meiner Reise nach Ghana bereut, höchstens dass ich nicht länger geblieben bin.
In einem Land wie Ghana, wo wirklich kaum Touristen sind und man dadurch, denke ich, noch mehr das echte afrikanische Leben kennen lernen kann, habe ich gelernt wie glücklich wir sein können ein so behütetes Leben in Deutschland zu führen. Außerdem ist es sehr beeindruckend wie in einem Entwicklungsland sie Menschen so lebensfroh und überausfreundlich und hilfsbereit sein können.

Ich versuche auf jeden Fall diesen Lebensfrohsinn in mein Leben in Deutschland mit zunehmen, was jedoch nicht so einfach ist wie angenommen, wenn einen erst mal wieder der Alltag eingeholt hat."

Erfahre mehr über das Projekt, das Laura G. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ghana