Sozialarbeit mit Kindern in Ghana

"Man kann so schon Material zum Basteln oder Ähnliches von zu Hause mitbringen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 5 Wochen

Erfahrungsbericht von

11.05.2006

Kathrin schrieb:

"Vor meinem Abflug erwartete ich eine intensive Begegnung mit einer fremden Kultur. Ich erhoffte mir, dass meine Hilfe wirklich benötigt wird. Die Zeit im Projekt war sehr schön, aber anders als ich dachte.

Nach meiner Ankunft im Waisenhaus begrüßte ich alle um mich herum. Dann lief ich umher und suchte mir einen Platz, an dem ich gerade etwas tun konnte. Meistens sah ich zuerst nach den beiden Babys. Wenn sie wach waren ging ich mit ihnen aus dem dunklen Raum um mit ihnen zu spielen und versorgte sie.
In der restlichen Zeit half ich manchmal beim Unterrichten oder machte Ballspiele oder ließ ein paar der Kinder malen. Oftmals saß ich nur da und ließ mich begutachten.

Für mich war es wichtig zu sehen, wie es anderen Menschen ergeht und wie sie leben. Ich habe sowohl negative als auch positive Erfahrungen mit der direkten Art der Ghanaer gemacht. Ich habe mir über die Wichtigkeit/ Unwichtigkeit von Geld Gedanken gemacht. Die Freundlichkeit der Ghanaer und die Leichtigkeit des Seins waren ebenfalls schöne Erfahrungen.

Meine Unterkunft hat mir sehr gut gefallen. Auch der Kontakt zu anderen Freiwilligen und den Einheimischen war sehr gut. In die fremde Kultur musste ich mich erst einleben. Ich bin aber trotzdem gut zurecht gekommen.

Die Ghanaer sehen alles etwas anders als wir. Wodurch sie fast ein bisschen in den Tag hinein leben. Dies ist für uns Europäer ungewohnt und es dauert eine Zeit lang bis man sich diesem Lebensrhythmus angepasst hat. Die Freundlichkeit und Offenheit hat mich fasziniert. Dafür fand ich es weniger angenehm, dass man auf der Straße manchmal auch respektlos angesprochen wird.

Meistens saßen wir in den Praktikawelten Haus in einer Runde und haben geredet oder Spiele gespielt. Manchmal haben wir alle zusammen gekocht. Ich bin in der Zeit nur 3x ausgegangen und das war auch völlig ausreichend. Abends war ich meistens müde vom Praktikum und man hat nicht mehr das Bedürfnis, Menschen zu treffen, da man jeden Tag so viele in der Stadt sieht!

Der schönste Moment war während einer Reise auf dem Volta. Wir überquerten den Volta mit einem kleinen Boot. An diesem Tag, den 29. März, war die Sonnenfinsternis in Ghana zu sehen.
Auf dem Boot gaben wir eine Brille herum, die eine Freiwillige dabei hatte. Viele auf dem Boot, auch die Ghanaer, wollten durch die Brille sehen. Es war eine wunderbare Gemeinschaft.

Die Organisation von Deutschland aus hat mir sehr gut gefallen und alles hat sehr gut funktioniert. Die Reiseunterlagen waren sehr gut und auch die Erreichbarkeit bei Fragen und Problemen war immer garantiert. Wenn man das Projekt Sozialarbeit, z.B. wie ich im Waisenhaus machen möchte, ist es gut, wenn man sich schon vor dem Abflug um das Land und was man mit den Kindern machen kann, Gedanken gemacht hat. Man kann so schon Material zum Basteln oder Ähnliches von zu Hause mitbringen und hat dann eher das Gefühl dort richtig aktiv zu werden.

Es war eine sehr gute Entscheidung und ich sehe manches mal wieder mit anderen Augen, weil man mal seinen Alltag ganz vergessen kann und aus seinem Trott herauskommt. Dadurch, dass man so viel sieht und erfährt, kommt man auch irgendwie wieder an seinen eigenen Wurzeln.

Ich finde es wichtig, auch den armen Menschen in der Welt Beachtung zu schenken. Auch wenn ich nicht so viel helfen konnte, war es ein Schritt in die richtige Richtung."

Erfahre mehr über das Projekt, das Kathrin G. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ghana