Sozialarbeit mit Kindern in Ghana

"es waren immer Kleinigkeiten, die den Aufenthalt unvergesslich machen"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 12 Wochen

Erfahrungsbericht von

18.06.2012

Anna schrieb:

"Eigentlich hatte ich keine Erwartungen an Ghana. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und ein anderes Land mit seiner Kultur kennenlernen. Außerdem wollte ich Kindern in Not helfen. Meine Zeit im Projekt war sehr schön, aber anders als ich zuvor dachte.

Ich hatte erwartet, dass es mehr zu tun gibt & ich mehr gebraucht werde. Trotzdem habe ich es genossen am Leben der Kinder teilzunehmen.
In der Früh fuhr ich eine Stunde mit dem Trotro zum Waisenhaus. Die Kinder, die Lust hatten, kamen dann zu mir und ich lernte mit ihnen Englisch und Mathe. Danach gingen wir meistens raus und ich spielte mit den Kleinen während die Großen das Essen vorbereiteten. Häufig kam eines der Kinder zu mir und wollte ein Buch mit mir lesen, was ich natürlich gerne tat.
Während meines Freiwilligendienstes habe ich erfahren dürfen, was es bedeutet, arm zu sein. Die Kinder im Waisenhaus haben keine Eltern mehr und finden sich trotzdem zurecht. Die Menschen sind hart im Nehmen und können es sich nicht leisten, krank zu werden. Die Kinder haben trotz allem eine solche Freude am Leben und sind glücklich mit dem was sie haben. Ich habe gelernt, Dinge zu schätzen die mir erst dort bewusst geworden sind.
Schlimm ist es zu akzeptieren, dass Schläge dort immer noch zum Alltag gehören.

Die Einheimischen sind sehr freundlich & empfangen dich mit offenen Armen. Wenn man mal nicht weiß, wo´s langgeht, kann man sich sicher sein, dass einem die Menschen helfen. Sie sind sehr hilfsbereit und gerne dazu bereit, ihre Zeit für dich zu opfern. Auch wenn sie noch so arm sind geben sie gerne etwas von dem ab, was sie haben. Die Menschen dort sind trotz allem (Armut, Krankheit) glücklich und das spürt man.

An den Wochenenden haben wir fast immer Ausflüge gemacht und zwar nach Aburi, Cape Coast, Kofondua, Kokrobitey, Gomoa Fetteh, Senya, Kakum, Kumasi, ... Unter der Woche waren wir abends meist zu müde, um etwas zu unternehmen, also blieben wir im Haus. Ein paar Mal sind wir auch zusammen Essen gegangen.

Es gab viele schöne Momente; es waren immer Kleinigkeiten, die den Aufenthalt unvergesslich machen. Die Fahrten in den überfüllten Trotros, die Freude der Marktfrauen, wenn man ihnen etwas abkauft und die fröhlichen Gesichter, wenn man auf Twi antwortet- das alles sind Momente, an die ich immer denken werde.

Die Einführung in Accra war gut: Am ersten und zweiten Tag wurde mir die Stadt und wichtige Plätze gezeigt, damit ich mich besser zurechtfinden konnte. Am dritten Tag erhielten wir Informationen über die Kultur, das Land und die Geschichte. Man hat sich viel Zeit für uns genommen und uns wurde alles genau erklärt.

Kleiner Tipp:
Ich würde auf jeden Fall eine Woche zusätzlich einplanen, um durchs Land zu reisen, denn auch im Norden gibt es viel zu sehen. Ich würde jedem empfehlen, so eine Reise zu machen, denn es ist eine unvergessliche Erfahrung, bei der man unglaublich viel lernt."

Erfahre mehr über das Projekt, das Anna E. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ghana