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Medizin in Ghana

"Es hat mir auf jeden Fall einen anderen Blick auf die Welt gegeben und mich sehr viele Dinge gelehrt."

  • Freiwilligenarbeit
  • Ghana
  • 3 Wochen

Erfahrungsbericht von

Nina schrieb: 

"Mein Tagesablauf: 

Wir sind um etwa halb 8 aufgestanden, haben gefrühstückt und sind um halb 9 zum Projekt aufgebrochen. Die Klinik war nur eine 20-30 minütige TroTro-Fahrt entfernt. Dort haben wir meist bis 14 oder 15 Uhr gearbeitet. Auf dem Heimweg haben wir uns meistens frisches Obst von den Straßenständen für unser Mittagessen geholt. Am Nachmittag haben wir dann unsere Freizeit genossen und am Abend bekamen wir ein tolles Abendessen von Beatrice zubereitet. An den Wochenenden war Zeit für längere Ausflüge.

Meine Freizeit:

Unter der Woche sind wir öfters in die Stadt, zum Markt oder zur Mall gefahren, um herumzuschlendern, das Treiben zu erleben und selbst einzukaufen. Bei Schönwetter haben wir die wunderschönen Strände genossen und am Abend sind wir in unterschiedliche Bars und Clubs gegangen. Am Wochenende haben wir auch verschiedene Ausflüge mit Übernächtigungen geplant.

Meine Erfahrungen mit der neuen Kultur:

Für mich war es die erste Reise allein und auch das erste Mal Afrika und ich war absolut begeistert von der Kultur, der Bevölkerung und dem wunderschönen Land an sich. Die Menschen sind sehr offen, hilfsbereit und gastfreundlich. Wir haben so viele tolle Menschen kennengelernt und wurden so oft eingeladen. Die Bevölkerung bemüht sich wirklich, dass man sich als weißer Mensch wohl fühlt und gibt einem Tipps, um Ghana so richtig zu genießen. Die Straßen sind chaotisch, laut und bunt. Überall wuseln sich StraßenverkäuferInnen durch den Verkehr und von überall her tönt Musik und die Leute tanzen. Durch die offene Mentalität gelangt man immer wieder mit fremden Menschen in Gespräche über Gott und die Welt. Alles in allem hat mir Ghana extrem gut gefallen und ich werde auf jeden Fall eines Tages zurückkommen.

Meine schönsten, lustigsten und ungewöhnlichsten Momente:

Gleich in den ersten Minuten nach meiner Ankunft wurde ich Zeugin der unglaublichen Hilfsbereitschaft der Ghanaer. Ein Mann kam vor dem Flughafen auf mich zu und fragte, ob ich ein Taxi benötigen würde. Ich dachte es handle sich um einen Taxifahrer und verneinte, da ich ja von den Koordinatoren abgeholt werden würde. Da bot er mir an sein Handy zu benutzen, um meine Koordinatoren zu erreichen, da ich ja noch keine ghanaische Simkarte besaß. Er ging einige Schritte zurück, damit ich in Ruhe telefonieren konnte und erkundigte sich dann, ob ich alles geregelt hätte oder ob er mir noch weiter behilflich sein kann. Danach zeigte er mir wo ich am besten gemütlich auf die Koordinatoren warten konnte und wünschte mir eine sichere Reise und eine wunderschöne Zeit in Ghana. In Österreich / Deutschland hätte ich wahrscheinlich erstmal zehn verschiedene Menschen ansprechen müssen, bis jemand einer Fremden sein Handy geborgt hätte und dort wurde mir immer wieder ungefragt und ohne Gegenleistung Hifle angeboten. Gleich in der ersten Woche wurden wir zu einer traditionell ghanaischen Hochzeit eingeladen und tanzten dort inmitten der bunt gekleideten Hochzeitsgäste, die das Brautpaar mit Geld bewarfen. In der Klinik durfte ich außerdem bei Geburten dabei sein, was ich persönlich als sehr schöne Erfahrung empfand. Ich hoffe folgende Geschichte wird nicht als unangemessen angesehen, denn ich finde sie gehört auch zur Afrika Experience dazu: so wie alle anderen Teilnehmer hat es auch mich mal mit Durchfall erwischt, nur leider genau zu einem Zeitpunkt als wir in einem Taxi saßen, sodass ich inmitten des ganzen Verkehrs auf dem Straßenrand mein Geschäft erledigen musste. Für die Leute dort anscheinend nichts ungewöhnliches oder unangebrachtes, aber für uns war das unglaublich peinlich und unangenehm! Jetzt im Nachhinein jedoch eine Geschichte, über die ich zum Glück Lachen kann.

Mein Tipp für zukünftige Weltenbummler:

Den Schritt unbedingt wagen, denn man wird mit so vielen tollen Erfahrungen und Begegnungen belohnt. Teilweise auch wirklich augenöffnend, was im Leben wichtig ist. Am besten ohne Erwartungen und Voreingenommenheit die Reise antreten, dann wird man mit Sicherheit mit vielen positiven Erlebnissen belohnt und man weiß die eigenen Privilegien zu schätzen und ist dankbar für den Reichtum, in den wir hineingeboren wurden.

Mein Fazit:

Ja auf jeden Fall. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen und unbedingt wieder kommen. Es hat mir auf jeden Fall einen anderen Blick auf die Welt gegeben und mich sehr viele Dinge gelehrt."

Erfahre mehr über das Projekt, das Nina R. so begeistert hat: Medizin in Ghana