Sozialarbeit mit Kindern in Fidschi

"Schnell habe ich die Kinder, die immer so fröhlich und voller Energie waren, in mein Herz geschlossen."

  • Freiwilligenarbeit
  • Fidschi
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

Anna schrieb:

"Mein Tagesablauf:

Morgens bin ich um halb sieben aufgestanden, habe mich fertig gemacht und gemeinsam mit den anderen Volontären im Center gefrühstückt. Hier finden später auch die anderen Mahlzeiten statt. Ab neun hat uns dann ein Taxi zum Projekt gefahren, wo wir  zwei Stunden bei den Kindern des Kindeergartens waren. Gemeinsam haben wir viel gesungen, gebastelt und gespielt.
Ab elf Uhr ging es dann zurück ins Apartment, wo es um zwölf Uhr dann das Mittagessen gab. Davor und danach hatten wir Freizeit, die ich oft zum Wäsche waschen oder Ausflüge planen nutzte. 
Um halb drei trafen sich einige von uns wieder, damit wir das Toutoring in einer Village vorbereiten konnten. Eine Stunde später fuhren wir dann auch schon los. 
Die Kinder in der Village haben sich immer sehr gefreut uns zu sehen. Sie kamen freiwillig, um ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Hier habe ich meist die dritte und vierte Klasse in Mathe unterrichtet. 
Nach circa einer Stunde Unterricht und gemeinsamen Singen, ging es für uns zurück zum Center. Dort wartete dann gegen halb sechs das Abendessen auf uns. 
Danach saßen wir Volontäre oft noch zusammen, redeten oder spielten Spiele. Um zehn bin ich meist ins Bett gegangen und habe mich auf einen neuen ereignisreichen Tag gefreut.

Meine Freizeit:

Am ersten Wochenende sind wir ins Beach House gefahren, ein Hostel an einem traumhaften Strand, der perfekt zum relaxen ist. Schnorcheln stand zudem auch mit auf dem Programm. 
Zwei mal haben wir das Wochenende auch in Nadi, der Tourismusgegend von der aus man die ganzen Inseln erreichen kann, verbracht. Von dort sind wir einmal mit einem Boot zu Malamala Insel und haben eine "Whales Tale Day Cruise" gemacht. Hier haben wir einen Tag auf einem Schiff und einer privaten Insel verbracht und wurden mit Frühstück, Mittagessen und Kuchen rundum versorgt.
An einem weiteren Wochenende blieben wir in der Unterkunft, und machten von dort aus einen kleinen Ausflug in die Hauptstadt Suva.

Meine Erfahrungen mit der neuen Kultur:

Die Menschen sind sehr freundlich und herzlich und bringen viel Energie und Temperament mit. Überall, ob im Auto oder im Haus, hört man laute Musik die gute Laune verbreitet. 
Obwohl viele der Einwohner in Wellblechhütten wohnen und auch nicht viel besitzen, sind sie immer fröhlich und wirken glücklich und zufrieden mit dem was sie haben. 
Die Kinder sind super aufgeschlossen. Sie kommen sofort auf dich zugerannt, umarmen dich und wollen mit dir spielen. Da war ich anfangs fast etwas überfordert, weil ich das von zu Hause so einfach so noch nicht kannte. 
Doch schnell habe ich die Kinder, die immer so fröhlich und voller Energie waren, in mein Herz geschlossen. 

Meine schönsten und ungewöhnlichsten Momente:

Einmal gab ich einem Kind ein Taschentuch, weil seine Nase lief. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte war, dass die Kinder sowas gar nicht kennen. Sie waren alle sehr erstaunt und wussten nicht so recht etwas damit anzufangen. Das Kind dem ich es gegeben hatte hielt es sich an die Nase und roch daran, und gab es dies an die anderen Kinder weiter, welche das Selbe machten. Dann riss das Kind dem ich es gegeben hatte es in der Mitte durch und teilte es mit einem andern Kind. Das war ein Erlebnis was mich sehr berührt hat.

Tipps an andere Weltenbummler:

Erwartet nicht, dass ihr die Menschen und ihre Lebensumstände und Einstellungen ändern könnt. (Ihr könnt hier nicht die Welt verbessern.) 
Es ist also besser sich darauf einzustellen und das Beste daraus zu machen, selber zum Beispiel anders mit den Kindern umzugehen. 
Fidschi ist eine von Männern dominierte Kultur, seid also deshalb, vor allem abends, immer vorsichtig und geht nicht alleine irgendwo hin.


Mein Fazit:

Der Auslandaufenthalt war einer der besten Entscheidungen die ich treffen konnte. Dadurch habe ich Menschen aus aller Welt kennen gelernt und eine weltoffene Einstellung bekommen.
Es hat mich gelehrt, die kleinen Dinge zu schätzen zu können und dennoch hab ich mich dann auch wieder auf das ein oder andere Zuhause gefreut.
Es war wundervoll eine andere Kultur kennenzulernen und zu erfahren, wie unterschiedlich Kinder sein können und wie viel Energie und Lebenskraft und Freude sie trotz der einfachen Lebensumstände versprühen. 
Ich denke noch sehr viel an Fidschi zurück. Diese Reise war eine Zeit die ich nie vergessen werde, und an die ich mich immer wieder in unterschiedlichen Bereichen meines Lebens erinnern werde."

Erfahre mehr über das Projekt, das Anna S. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Fidschi