Wildlife in Ecuador

"Die Betreuung war einfach super!"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

15.10.2012

Veronika schrieb:

"Die Betreuung durch das Praktikawelten-Team war einfach super! Toll fand ich z.B., dass ich gleich zu Beginn eine kleine Tour durch die Stadt bekommen habe, wo ich alle wichtigen Anlaufstellen (Geldautomat, Wäscherei, Supermarkt, Bars,...) kennengelernt habe und auch einige Verhaltensregeln.

Wie z.B., dass man am Abend immer ein Taxi nehmen sollte und worauf man sonst noch achten muss. Ansonsten war das Team vor Ort auch immer für uns da und haben uns mit allen Problemen helfen können. Besonders gut fand ich auch den Einzelkurs in Spanisch, wodurch ich nicht nur viel gelernt habe, sondern auch einen sehr guten Kontakt zu meinem Lehrer hatte, der mir bei Problemen oder Fragen auch immer weiterhelfen konnte.
Aber erst mal der Reihe nach: Vor meiner Ankunft in Quito war ich natürlich sehr aufgeregt, und hatte auch so meine Bedenken was die Sicherheitslage Ecuadors angeht, weil man da teilweise so „Geschichten“ hört.

Außerdem habe ich auch gehofft, dass alles gut klappt, weil es mein erstes Mal in Lateinamerika ist und ich daher noch überhaupt keine Erfahrungen mit Land und Leuten hatte.Ich dachte, dass es vielleicht am Anfang schwer ist sich an das doch sehr viel einfachere Leben in Südamerika zu gewöhnen, aber ich muss sagen, dass genau das nicht der Fall war.
Schon kurz nach meiner Ankunft stellten sich alle meine Sorgen als unbegründet heraus und ich habe meinen Aufenthalt in Ecuador vom ersten Tag an genossen!

Ich war, in allen Dingen sehr positiv überrascht von Ecuador. Was mich aber am meisten an Ecuador begeistert hat, waren die Leute! Von meinem Spanisch-Lehrer, den Betreuern vor Ort, den anderen Volunteers bis hin zu den Mitarbeitern in meinem Projekt waren alle sehr freundlich und bei Problemen oder Fragen hatte ich immer jemanden, an den ich mich wenden konnte.

Als ich aber im Wildlife-Center  ankam wurde ich sofort willkommen geheißen und fühlte mich schon nach wenigen Tagen wie zu Hause. Dieses Rehabilitationszentrum gehört nämlich einer Familie und es arbeiten dort nur ca. 5-6 Volunteers, wodurch man einen sehr engen Kontakt sowohl zu den Ecuadorianern (der Familie) und den anderen Freiwilligen hat. Die Ecuadorianer haben mir immer viel erklärt und sich darum bemüht, dass ich alles verstehe.

Mein Tag sah meistens so aus, dass ich um ca. 7 Uhr aufgestanden bin, wobei ich nie vom Wecker, sondern eher von dem Vogelgezwitscher oder den Affen, die vor meinem Fenster fangen gespielt haben, geweckt wurde. Dann haben wir gefrühstückt und um 8 Uhr ging es dann mit der Futterzubereitung für die Tiere los. Anschließend war Fütterung angesagt (meistens unterbrochen von kurzen oder etwas längeren Pausen um den besagten Tieren beim Essen zuzuschauen, weil sie da einfach zu süß dabei ausschauen).
Da zu der Zeit als wir da waren gerade ein neues Zentrum gebaut wurde, das etwas weiter weg war, haben wir auch dort schon einige Tier zu füttern gehabt.

Nach der Mittagspause (ca.11 -15 Uhr), während der wir meistens in den Hängematten gechillt haben (was ich übrigens unheimlich vermissen werde) haben wir dann, je nachdem was gerade nötig war, entweder Obst geerntet (z.B. Kakao, Chirimoya, Papaya,...), oder auch Käfige und Spielzeug für die Tiere gebaut.
Außer am Freitag, da hatten wir nämlich den Nachmittag frei um zu unserem (fast) eigenen einsamen Wasserfall zu fahren, der ganz idyllisch mitten in einer Schlucht gelegen ist, und dort schwimmen zu gehen. Dort fühlt man sich, wie der einzige Mensch weit und breit. Am Abend haben wir noch die Kinkajus gefüttert, gemeinsam Abendessen gekocht und manchmal noch DVD geschaut.

Auch in meinem Projekt habe ich sehr viel Spaß gehabt. Vor meiner Ankunft wusste ich nicht, wie es ist, im Urwald zu leben. Durch meine Arbeit habe ich aber sehr viel über das (Über)leben im Dschungel und die dort heimischen Tiere gelernt. Außerdem hatte ich die Chance viel mit den Einheimischen zu reden und so erstens mein Spanisch immens zu verbessern und zweitens viel über die Kultur und die Leute in Ecuador zu lernen.

Eine meiner ersten Erfahrungen, die ich in Ecuador generell gemacht habe, ist, dass die Leute viel offener sind als Europäer und es ganz normal ist auch mit Menschen, die man noch nicht kennt zu reden. Zum Beispiel traf ich einmal, als ich nicht genau wusste, wohin ich fahren muss, an einer Busstation einen Jungen in meinem Alter, der gehört hatte wo ich hin wollte und sich neben mich setzte und mir sofort alles erklärte. Das war nur eines der vielen Male, wo Ecuadorianer nett und hilfsbereit zu mir waren und mich einfach angesprochen haben, wenn ich nicht weiter wusste.
Was mir auch besonders aufgefallen ist, war, dass es in Ecuador keinen Stress gibt. Man macht einfach das, was notwendig ist in der Zeit, die es eben braucht und wenn man fertig ist schaut man, was es sonst noch zu tun gibt. Was es hier in Ecuador aber nicht gibt, sind Dinge wie strikte Terminpläne, denen man hinterherlaufen muss oder Leute, die den ganzen Tag nur gestresst sind. Hier gehen die Uhren einfach etwas langsamer.
Was mir in diesem Zusammenhang auch aufgefallen ist, ist, dass Arbeit und Freizeit nicht so strikt getrennt sind wie bei uns. Arbeit ist nicht zwangsläufig etwas, was man nur möglichst schnell hinter sich haben will, sondern wird auch genutzt um mit anderen Leuten zu plaudern oder Spaß zu haben. So sind wir zum Beispiel, als es einmal sehr heiß war auch während der Arbeit mal kurz vollbekleidet schwimmen gegangen, um uns abzukühlen und dann hat es halt 10 Minuten länger gedauert. Aber wen stört das schon? Es läuft uns ja nichts weg...

In Quito,  also während meinem Sprachkurs, hatte ich immer von 13 - 17 Uhr Schule. Das heißt, dass ich den Vormittag frei hatte um mir mit den anderen Volunteers Quito und Umgebung anzuschauen oder einfach mal auszuschlafen...
Nach der Schule wurden dann Salsa- und Kochkurse angeboten, sowie Stadttouren bei Nacht und Fußballspielen. Auch am Wochenende wurde es nie langweilig, weil die Schule auch immer 2-tägige Ausflüge zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten organisiert hat.
Mittwoch, Freitag und Samstag sind wir Freiwilligen dann meistens auch am Abend weggegangen zum Feiern und Tanzen; etwas, das man in Ecuador unbedingt machen sollte, denn es ist nicht mit dem, was man vielleicht von zu Hause her kennt vergleichbar. Die Leute sind einfach viel unbeschwerter und feiern ohne einen Gedanken an das, was gestern war oder morgen sein wird zu verschwenden!

Auch als ich dann in meinem Camp war, ist mir keine Minute langweilig gewesen. In der Mittagspause sind wir meistens in unseren Hängematten gelegen und haben uns unterhalten. Zwischendurch haben wir auch mal „quechua“ gelernt oder anderen Deutsch beigebracht. So habe ich auch viel über die Ecuadorianer gelernt, weil ich mich, oft stundenlang mit den Einheimischen und den anderen Volunteers aus der ganzen Welt unterhalten habe.
Am Wochenende hatten wir dann frei um die umliegenden Städte wie Puyo, Tena und Banos zu erkunden. Dort werden auch an jeder Ecke alle Arten von Outdoor- und Extremsport sowie diverse Jungletours angeboten, sodass man auch hier immer genug zu tun findet. 

Die schönsten Momente in Ecuador für mich waren, auch wenn das jetzt kitschig klingt, die in denen ich am Abend im Bett gelegen bin, über den Tag nachgedacht habe und mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen konnte, weil ich daran gedacht habe wie viele tolle Sachen ich an diesem Tag wieder erlebt habe. Und das was mich daran so begeistert hat war, dass ich dieses kleine Ritual jeden Abend machen konnte und mir immer Dinge und Erfahrungen eingefallen sind, die mich noch enger an das Land und die Leute gebunden haben und mir die Zeit in Ecuador unvergesslich werden haben lassen.
Daher kann ich auch nicht einen speziellen Moment sagen, der für mich der Beste war. Nur 1000 perfekte, die mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden…

Am Ende meines Aufenthaltes in Ecuador wollte ich gar nicht mehr nach Hause zurück und habe auch vor, sobald wie möglich wieder zurückzukehren! Ich habe so viele tolle Erfahrungen gesammelt und so viel gelernt, wie sonst noch nie in so einer kurzen Zeit. Ich habe auch durch diese komplett andere Lebensweise sehr viele neue Blickwinkel und Denkweisen kennengelernt, was mich auch persönlich viel offener gemacht hat.

Als kleiner Tipp zum Abschluss: Sei offen! Egal wo die Reise hingeht, man wird immer andere Reisende treffen, die vielleicht sogar die gleiche Sprache sprechen. Man sollte aber auch versuchen möglichst viel Kontakt mit den Einheimischen zu haben und, auch wenn man noch unsicher ist wegen der Sprache, es einfach versuchen. Die Leute haben eh sehr viel Verständnis und sind auch geduldig, wenn man mal nach dem richtigen Wort sucht. Denn sobald man dann ein bisschen was erzählt hat, sind sie total offen und beginnen viel zu erzählen und alles zu erklären. Traut euch einfach mal, auf neue Leute zuzugehen!"

Erfahre mehr über das Projekt, das Veronika F. so begeistert hat: Wildlife in Ecuador