Umweltschutz auf Galápagos in Ecuador

"Die Volunteers waren wie eine große Familie"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 6 Wochen

Erfahrungsbericht von (19 Jahre)

08.07.2010

Saskia schrieb:

"Ich hatte mich auf eine völlig andere Kultur eingestellt und mich schon sehr gefreut viel Zeit in der Natur zu verbringen. Genaue Vorstellung hatte ich nicht.

Zum einem ist es schwer sich Vorstellungen über ein Land und über eine Arbeit zu machen, die man nicht kennt, zum anderen lasse ich mich gerne überraschen und die Dinge einfach auf mich zukommen, auch um eventuell im Nachhinein nicht enttäuscht zu sein.

Es war die beste Zeit meines Lebens! Durch nichts anderes hätte ich das Land und die Leute so gut und intensiv kennenlernen können, wie durch die Freiwilligenarbeit.

Die Volunteers waren wie eine große Familie und noch heute, fast ein Jahr später haben die meisten noch regen Kontakt. Die Mentalität der Südamerikaner ist unglaublich faszinierend. Immer glücklich, immer freundlich, immer hilfsbereit. Ich hoffe, ich konnte ein wenig davon nach Deutschland zurück nehmen. Die Galapagosinseln sind, wie sie so schön in Reiseprospekten beschrieben werden, ein Paradies, ein Ort von dem man eigentlich nie wieder weg möchte und an dem ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal war!

Mein typischer Tagesablauf sah ungefähr so aus:

Frühstück um 7, Mittagessen um 12, Abendessen um 6 (immer zu zweit halfen wir beim Kochen). Von 8 bis 12 und von 2 bis 4 wurde gearbeitet. Die Arbeit war recht vielseitig. Mit der Machete wurde die aggressive, eingeschleppte Flora niedergemacht und an deren Stelle heimische Pflanzen gepflanzt. Die Versorgung der Station wurde durch unsere eigenen Felder geboten, die wir selbst bewirtschafteten.

In den Wäldern sammelten wir Orangen, Maracujas, Bananen und andere Früchte und Samen. Einmal die Woche unterstützten wir den Nationalpark und halfen bei deren Projekten mit.

Auch Renovierungsarbeiten am und ums Haus führten wir selbst durch. Die Arbeit war körperlich anstrengend, aber unglaublich schön!

Die Abende verbrachten wir oft in der nahegelegenen Dschungelbar, die durch einen 15-minütigen Fußmarsch zu erreichen war.


An den Wochenenden waren wir immer im Hafenort Puerto Baquerizo Moreno, der selbst schon sehr schön ist, von dem aus man aber auch leicht auf die anderen Inseln kommt und Ausflüge (z.B. Tauchen) machen kann.

Die Freizeit während des Sprachkurses in Quito wurde zur Erkundung der Umgebung, meistens mit anderen Freiwilligen oder auch zum Feiern genutzt.

Ich habe gelernt, wie man sich selbst versorgt, wie befriedigend es sein kann von moderner Technik abgeschnitten zu sein und dem Stress der Zivilisation zu entfliehen. Ich habe erfahren dass sich auch schwierige Aufgaben mit Zeit und Teamwork bewerkstelligen lassen und ich durfte erleben wie gut verschiedenste Menschen aus den verschiedensten Ländern sich verstanden haben und in kürzester Zeit zu einer Familie zusammengewachsen sind.

Ich habe noch nie so viele nette und hilfsbereite Menschen auf einmal gesehen. Die Südamerikaner sind immer glücklich und zufrieden mit dem was sie haben, auch wenn es oft nur sehr wenig ist. Ich hoffe ich konnte etwas von dieser gelassenen Lebenseinstellung übernehmen.

Der Aufenthalt als "Gesamtkunstwerk" war unglaublich, hier nur ein paar Highlights:

- Robben überall: Sie schwimmen mit dir, sitzen auf derselben Parkbank und spazieren sogar in den Supermarkt

- Die Hochzeit unserer Supervisorin auf der Station und das berauschende Fest danach

- Orangen, Maracujas und Bananen einfach so während der Arbeit vom nächsten Baum essen

- nach 10 Tagen kennen einen alle Inselbewohner, man wird gegrüßt, angesprochen und zu Festen eingeladen

- in der Hängematte liegend mit den anderen Freiwilligen Lieder über Moskitostiche und kalte Duschen (die einzig negativen Sachen auf Galapagos) zu komponieren

- Unterhaltungen auf 3 Sprachen gleichzeitig zu führen

- ein selbstgejagtes Wildschwein zum Geburtstag zu bekommen

- nach einstündiger Wanderung über und über voll Schlamm an den schönsten Wasserfall der Insel zu kommen

- nachts im Meer schwimmen gehen und bis zum Sonnenaufgang die Sterne ansehen

- u.v.m

Bei Fragen im Vorfeld waren die Mitarbeiter immer sehr nett und haben mich mit Informationen versorgt.

Auch in Ecuador hatte ich eigentlich keine Probleme. Das Team in Quito war immer freundlich, hilfsbereit und hat einem auch Gefallen getan, die nichts mit dem Aufenthalt direkt zu tun hatten. (z.B. Telefonate auf Spanisch geführt, usw.) Die Festangestellten auf Galapagos waren wie ein Teil deiner Familie und es wurde ein sehr tränenreicher Abschied.

Es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können und optimal um die Zeit zwischen Abitur und Studium zu nutzen.

Man lernt so viel über sich selbst und über andere, ich habe einen Großteil meiner alten Lebenseinstellungen über Bord geworfen und im Endeffekt hat der Aufenthalt meine Studienwahl beeinflusst bzw. endgültig entschieden.

Wenn man offen ist für Neues, kein Problem hat mit Natur Pur und auch gerne mal über seinen eigenen Schatten springt kann so ein Aufenthalt zum Erlebnis des Lebens werden. Das schwierigste und schlimmste ist es, sich nach dieser Zeit wieder zu Hause einzuleben."

Erfahre mehr über das Projekt, das Saskia W. so begeistert hat: Umweltschutz auf Galápagos in Ecuador