Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador

"Ich habe super viele coole Menschen kennengelernt"

  • Freiwilligenarbeit
  • Ecuador
  • 4 Wochen

Erfahrungsbericht von

19.06.2015

Sophie schrieb:

Jeden Morgen bin ich um 06:30 Uhr aufgestanden und hab mir erst einmal ein großes Frühstück gemacht. In Quito gibt es an jeder Ecke einen Fruchtladen oder auch die großen Märkte, wo man sich exotische Früchte kaufen kann. Am Anfang kannte ich nicht einmal die Hälfte der Früchte, also galt es, alle auszuprobieren! ;) Ich habe mich dann auf den Weg zur Arbeit gemacht. Die Fundación lag ca. 20Minuten zu Fuß von meinem Apartment entfernt. Obwohl ich die ersten zwei Mal noch mit dem Bus hingefahren bin, fand ich es nachher besser, zu Fuß hinzulaufen, weil man auf dem Weg an vielen Straßenständen, dem großen traditionellen Markt und dem Elejido-Park vorbeikommt. Um 08:00 Uhr haben die Eltern ihre Kinder zum Integrationskindergarten der Fundación gebracht, um selbst zur Arbeit zu gehen. Wir haben dann viel mit den Kindern gespielt, gesungen, getanzt, Theater gespielt und gebastelt. Am Mittag haben wir den Kindern geholfen zu essen, bis die Eltern dann um ca. 13:00 Uhr von der Arbeit zurückkamen um die Kinder abzuholen. Ich habe meist einfach geholfen wo gerade Unterstützung nötig war, entweder beim Umziehen der Kinder nach dem Mittagessen, beim Abwaschen des Mittagsgeschirrs, beim Putzen oder generell in der Betreuung der Kinder. Um ca. 14:00 Uhr bin ich dann los und in Richtung Apartment noch etwas durch die Stadt gelaufen. Jeden Tag habe ich mir auch an einem Straßenstand noch einen Becher frischer Mango gekauft. :) Am Nachmittag war ich dann frei und habe oft etwas mit den anderen Volontären vom Apartment unternommen oder an den Aktivitäten der Spanisch-Schule teilgenommen. An den Abenden sind wir viel zusammen zum Essen in die Stadt gegangen oder haben im Apartment gekocht. Die Abende in Quito sind sehr lebendig und es ist immer was los. ;)

Während meines Praktikums in der Fundación habe ich viel Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Kleinkindern sammeln können. In Ecuador scheint die Familie und besonders die Kinder einen besonders wichtigen und großen Teil des Lebens der Menschen dort auszumachen, was ich auch in meinem Projekt immer wieder feststellen konnte. Viele Eltern der Kinder in der Fundación waren geprägt von Schicksalsschlägen, haben aber trotz widriger Umstände nie aufgehört, den Kindern die bestmögliche Unterstützung in ihrer Entwicklung zu bieten und sich für ihre Bedürfnisse rührend einzusetzen. Die Erlebnisse mit den Kindern waren für mich sehr wertvoll und bereichernd und ich habe sehr viel von ihnen gelernt. Auch wenn man viel Geduld und Einfühlungsvermögen in der alltäglichen Arbeit mit Kindern haben muss und manchmal auch an seine Grenzen stößt, hat man das Gefühl, ihnen in unterschiedlichsten Sachen helfen zu können. Ich habe sehr viel Lebensfreude im Umgang mit den Ecuadorianern erfahren. Auch trotz vieler schwieriger Umstände, unter welchen die Kinder der Fundación manchmal aufwachsen und trotz der Ängste der Eltern um die weitere Entwicklung der Kinder, verstehen es die Ecuadorianer meiner Meinung nach bestens, ihre Motivation, Energie und Zuversicht der Zukunft gegenüber beizubehalten. Manchmal kam es mir so vor, als zähle bei ihnen oft auch einfach der Moment im Jetzt besonders viel und alles was danach kommt, wird dann schon irgendwie auch funktionieren. Die Ecuadorianer, welche ich während meines Praktikums kennengelernt habe, waren alle sehr lebendig und interessiert, hatten Humor und haben mir auch immer geholfen, falls ich irgendetwas brauchte oder mit meinem Spanisch mal nicht mehr weiterkam. Sie erschienen mir auch immer bescheiden und als ein ruhiges Volk, trotz lateinamerikanischem Temperament und sehr viel Lebensfreude.

Ich bin viel nach der Arbeit auf dem Heimweg noch etwas durch die Straßen von Quito geschlendert und habe nach coolen Restaurants, Märkten, kleinen Buchläden und Boutiquen gesucht. An den Nachmittagen und Abenden war ich oft mit den anderen Volontären von meinem Apartment unterwegs. Wir gingen ins Kino oder auf den Markt, Fahrradfahren an den autofreien Sonntagen, oder in die Spanisch-Schule, um an den Aktivitäten teilzunehmen. Wir gingen zum Kochkurs, zum Cocktailkurs, oder haben die Sightseeing Tour in Quito gemacht. An den Wochenenden bin ich jeweils auch mit den anderen Volontären in andere Städte gereist, um von dort aus Ausflüge in die Nationalparks, die Anden, Inkastätten, traditionelle Märkte und auf Vulkane zu unternehmen. Als wir an einem Wochenende vom Nationalpark El Cajas wieder nach Cuenca fahren wollten, ist auf halber Strecke in Mitten der Andenstraße ein Pneu am Bus geplatzt. Das war dann aber weiter auch kein Problem, denn unserer ca. 75 Jahre alte Busfahrer ist sofort in Anzug und Krawatte unter den Bus geklettert (hat ihn auch nicht beeindruckt, dass die Straße komplett staubig und schmutzig war), hat den kaputten Pneu weggeschraubt und mit Wagenheber einen Ersatzpneu eingesetzt, damit der Bus in weniger als 45 Minuten auch wieder startklar war. :)

In Puerto Lopez haben wir die Buckelwale von einem Whale Watching Boot aus beobachten können, die zu dieser Zeit ihre Jungen geboren haben und vor der Küste schwammen. Wir sind ca. 30 Minuten einer Buckelwal Familie gefolgt, in welcher sich das Männchen gegen einen Eindringling (ein anderes Buckelwalmännchen, das nicht zur Familie gehörte) mit großen Sprüngen aus dem Wasser verteidigen musste. Das war echt ein Erlebnis, wenn man diese 40Tonnen Kolosse springen sieht. :) Ich bekam auf alle Fragen eine schnelle und gute Antwort und auch die Umbuchung hat super funktioniert, obwohl ich sehr spät dran war... Danke!!! Die Betreuung vor Ort war gut, auch die Kommunikation in Englisch hat super funktioniert, wenn man mit dem Spanisch mal am Ende war :)

Fazit:
Die Entscheidung, einen Auslandaufenthalt in Ecuador zu machen, war auf jeden Fall gut!! Ich habe super viele coole Menschen kennengelernt, ein mega schönes Land bereist und viele Erfahrungen sammeln können in nur einem Monat. Ich würde bestimmt wieder einmal einen solchen Aufenthalt machen wollen!

Tipps:
Offen sein für Neues und sich mit der anderen Kultur und den Sitten der Bevölkerung anfreunden. :) Dann wird man super Erlebnisse haben und ganz vieles lernen und sehen. :)"

Erfahre mehr über das Projekt, das Sophie B. so begeistert hat: Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador